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Klostermarkt 2019 - Foto Resi Beiderbeck

Wie zu alten Wallfahrerzeiten

Artikel von Resi Beiderbeck, Wörther Anzeiger 06.08.2019

Frauenzell Das Wetter hätte nicht besser passen können und das Angebot war vielfältig. Diese und andere Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass der 9. Klostermarkt einen wahren Besucheransturm erlebte. Vom ehemaligen Klosterrichterhaus bis hinunter zum Sportplatz zog sich die lange Reihe der Standler. Baumwollschürzen, Dinkelkissen, Strohhüte, Schaffelle, Plüschtiere und jede Menge Dekorationsartikel, Holzkunst, Klangspiele, frisches Brot und leckeres Eis gab es beim Klostermarkt.

Den ganzen Tag über strömten die Menschen in Massen zum Kloster, um Gestricktes, Getöpfertes und Gedrechseltes zu erwerben, den Drehorgelspieler zu erleben und allerlei Gaumenfreuden zuzusprechen. Der Klosterinnenhof wurde zum Biergarten und Frauenzell zum unwiderstehlichen Besuchermagneten.

Recht viel mehr Leute werden wohl auch in früheren Zeiten nicht gekommen sein, als es noch jedes Jahr im September an “Mariä Geburt” eine große Wallfahrt mit Markttreiben gab. Was den Klostermarkt der heutigen Zeit betrifft, so freuen sich die Veranstalter darüber, dass er nach weniger als zehn Jahren bereits eine Tradition geworden ist, die man sich jedes Jahr aufs Neue nicht entgehen lassen will.

Zukunftswerkstatt als Ursprung
“Wie können wir unser Dorf voranbringen und für zukünftige Generationen attraktiv machen?” fragten sich die Frauenzeller 2010 bei einer “Zukunftswerkstatt”. Ein Klostermarkt wurde vorgeschlagen, denn ein großes Markttreiben gab es in Frauenzell auch in früheren Zeiten jedes Jahr, damals in Verbindung mit der Wallfahrt zu “Unserer Lieben Frau”.

So kam es, dass 2011 nach jahrzehntelanger Pause endlich wieder Fieranten den Vorplatz des Klosters bevölkerten. Schmuck aus Edelsteinen, Glas und Metall, Berufskleidung, Keramik, Steckenpferde, Handarbeiten, Süßwaren, Spielzeug und noch mehr hübsche oder nützliche Dinge wurden offeriert. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass der Klostermarkt einen Besuch lohnt und unzählige Besucher kommen jedes Jahr wieder - nicht nur zum Markt, sondern auch zur Messfeier.

Klosterkirche total überfüllt
“Wir waren schon eine Viertelstunde vor Beginn des Gottesdienstes da, bekamen aber nur noch einen Stehplatz”, berichtete eine Besucherin aus dem Landkreis Cham. Jetzt ist die Klosterkirche nicht gerade klein, verfügt über 400 Sitzplätze. Trotzdem reichte der Platz nicht aus. Die Menschen standen dicht an dicht, sogar noch draußen vor dem Portal. Pater Sinoj Skaria zelebrierte flott genug, um all jenen gerecht zu werden, die keinen Sitzplatz bekommen hatten, aber trotzdem da blieben. Komplimente und Applaus verdiente sich die “Sunnseitn Muse” für die feierliche Gestaltung der Messfeier mit Liedern aus der “Waldlermesse”.

Danach ging es im Klosterinnenhof gemütlich weiter. Die Frauenzeller Vereine halfen zusammen und hatten am Ausschank, an der Grillstation, aber auch im Pfarrsaal-Café alle Hände voll zu tun. Direktvermarkter Sepp Zierer ist eigentlich bekannt für sein Glaslfleisch, kann aber auch mit Vegetarischem punkten. Das bewies er am Sonntag beim Kaiserschmarrn-Backen. Und wer lieber ein Radibrot oder eine Portion “Obazdn” wollte, kam auch nicht zu kurz.

Während die Gäste im Schatten saßen und ihr Mittagessen genossen, war Gelegenheit zu einer Nachbetrachtung der Veranstaltung des Vorabends. In der Ägide von Abt Petrus Widmann war 1619 die Frauenzeller Klostermauer erbaut worden. Deren 400-jähriges Bestehen nahmen die “Klosterfreunde” heuer zum Anlass für eine Videoinstallation der Künstlerinnen Tanja Riebel und Lisa Warin-Langbein. Die Uni-Absolventinnen zeigten unter dem Titel “Zeitspeicher” ein freies Spiel aus Formen und realen Ereignissen.

“Die Mauer fungiert als Zeitspeicher, der etwas von seinem gespeicherten Wissen offenbart”, hatte es in der Ankündigung geheißen. Die Reaktionen der Zuschauer waren gespalten und reichten von “I hob´ s net verstanden” bis zu “Endlich mal was anderes”. Bedauert wurde aber von Fans und Kritikern gleichermaßen, dass es ausgerechnet dann zu regen begann, als der erste Durchlauf der Vorführung begonnen hatte.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Foto Resi Beiderbeck

Wos gscheits zum Essn und mei Ruah

Brennberg

Die Trachtler zeichneten sich für Idee und Zelt verantwortlich. Der Kulturausschuss der Gemeinde trat als Veranstalter auf und stemmte das mit Abstand größte Einzelereignis seiner elfjährigen Geschichte. So gastierte Martina Schwarzmann, die allseits beliebte und vielfach preisgekrönte Kabarettistin mit dem trockenen Humor mit ihrem Programm “Genau richtig” in Brennberg, einem Ort “ohne Unterhosengeschäft”. Wer eine Karte ergattert hatte und dabei sein konnte, dem wurde schnell klar, warum Schwarzmann-Gastspiele landauf, landab so begehrt sind. Die vierfache Mutter mit “Formular-Allergie” legte ihr Handtascherl beiseite, griff zur Gitarre und eroberte das Publikum mit ihrer herzerfrischenden Art im Sturm. “Jetzt bin i do und jetzt spui i für eich” und schon ging es los mit Geschichten vom Weiberstammtisch, von nackerten Goaßlschnalzern und dicken Krampfadern. Viel Applaus gab es für Statements wie “Eigentlich will i nur wos gscheits zum Essen und mei Ruah” oder “I bin net bei facebook - i bin bei mir”.

 

Die künftige Punkband-Gründerin gab nutzbringende Alltagstipps und erklärte, wie man unliebsame Anrufe abwehrt, wie man sich eine zehnminütige Pause erschleicht und warum Toleranz extrem viel Zeit spart: “Man muss viel weniger putzen, wenn man den Dreck einfach toleriert”.

 

Als Überraschungsgast schickte die Künstlerin einen Kollegen auf die Bühne: Stefan Kröll stellte eine bewährte Methode zum Einschläfern von Pferden vor und verriet, warum er gerne “Klapperl” zu “Manchesterhosen” trägt. Der Kurzauftritt machte durchaus Appetit auf sein Gastspiel am 7. November in der Alten Mälzerei in Regensburg. Dort wird er sein Programm “Goldrausch 2.0” präsentieren, das einen urkomischen Ritt durch abgründige Themenwelten verspricht. Ein Großteil der Karten ging gleich in Brennberg weg - zusammen mit Schwarzmann-Geschirrtüchern ein originelles Mitbringsel von einem vergnüglichen Abend.

 

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Foto Gerlinde Fink

Schwarz mit Zucker

Brennberg. (gf)


Einen überaus vergnüglichen Abend erlebten die Besucher des Kabarettabends im Festzelt des Trachtenvereins Burglinden Brennberg, die in Zusammenarbeit mit dem Kulturausschuss der Gemeinde Brennberg zum Abend mit der bekannten Kabarettistin Martina Schwarzmann eingeladen hatten. Annähernd 2000 Gäste durften Bürgermeisterin Irmgard Sauerer und Trachtlervorstand Christian Beiderbeck zum ausverkauften Konzert begrüßen. Der Abend verflog beim Soloprogramm „Genau richtig“ wie im Fluge. Viel zu Lachen hatten die begeisterten Gäste durch Schwarzmanns trockene Art. Sie erzählte von genau jenen alltäglichen Problemen, von Kindern, Familie, Ehe und Beziehung, die die Menschen selbst bewegen – ungeschminkt und frei von Romantik. Bei den vielen Geschichten, in denen die Künstlerin ihre geschriebenen Lieder einpackt, fand sich so manch ein Gast wieder. Bei allzu Bayerischem gibt sie auch Hilfestellung. Gemeint sind Begriffe wie „oreidig“ oder „Stabwuggerl“. In diesem nunmehr schon sechsten Soloprogramm spricht sie, gereift, auch viel von Moral und Toleranz. Ihre Erkenntnis ist: „Toleranz spart viel Arbeit!“ Die erste Großveranstaltung des Kulturausschusses der Gemeinde Brennberg nahm man allgemein als gelungen wahr, eben als würdigen Abschluss für das viertägige Trachtlerfest. Ans Herz legte Schwarzmann den Gästen auch den bayerischen Kleinkünstler Stefan Kröll, der eine Kostprobe seines Programms darbot. In süffisanter Art verkaufte sie ihn dem Publikum als ein Zuckerl. „Ihr müsst’s des so seng: Des ist wie der Keks beim Cappuccino. Des hod koaner bestellt, des kost nix zusätzlich und trotzdem kriegt’s a jeder.“ Kröll gastiert am Donnerstag, 7. November, in der Alten Mälzerei in Regensburg.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Musikschüler bewiesen bei Sommerkonzert im Schlosskeller ihr Können

Der Schlosskeller war [...] voll besetzt. Zahlreiche Verwandte der Musikschüler waren zum Sommerkonzert gekommen. Darüber freute sich Thomas Stoiber, Leiter der Wörther Musikschule, bei der Begrüßung. Die zahlreichen Kinder und Jugendlichen bewiesen ihr Können und erhielten für ihre Darbietungen viel Applaus.

Ziemlich am Anfang war das Froschkonzert von vielen Mädchen und Buben der musikalischen Früherziehung zu hören. Dabei tanzten einige auf der Bühne. „Malaguenita“ und „Shady grove“, zwei Stücke aus Spanien und Irland, präsentierte die erste Gitarrengruppe mit Musiklehrer Helmut Altmann.

Zahlreiche Solisten und Duos bereicherten das vielfältige Programm: Jakob Aschenbrenner (Akkordeon) mit Mutter Andrea (Klavier), Lukas Baumann (Keyboard), Moritz Dietlmeier (Schlagzeug und (Klavier), Thomas Schmid (Steirische) Andreas Schmid (Gitarre), und Gabriel Weigl (Steirische). Den Ohrwurm Pepiti Pepito brachten zu Gehör: Leni Hebauer (Querflöte), Marie Irrgang, Patrik Salihu, Brigitte Seelmann-Eggebert, Robert Wolf (jeweils Saxophon), Sonja Köstlinger (Gitarre) Amelie Röhrl (E-Gitarre) und Julian Nickel (E-Bass). Den Ragtime „The Entertainer“ bot die zweite Gitarrengruppe mit Helmut Altmann. Nicht nur Thomas Stoiber war sehr gespannt auf das Trio mit Lucia Dietlmeier, Theresa Schmid und Elena Zeise, welche mit ihren Hackbrettern ein Heavy Metal-Stück spielten: Mit diesem Instrument kann vielfältige Musik gespielt werden.

Zum Schluss waren die drei Geschwister Baumann mit „Fields of gold“ und „What´s up“ zu hören.Im Anschluss an das gelungene Konzert, das die Zuhörer mit viel Beifall belohnten, unterhielt die Kapelle „Sakrisch guad“, die im Innenhof des Wörther Schlosses aufspielte.

[Text und Foto: Soller, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Gitarrenmusik mit Trio Sonando

Wenn du ein Gitarrentrio einlädst, dann sind deine Erwartungen hinsichtlich der Zuhörerzahlen – und da können die Künstler noch so gut sein – nicht allzu hoch. Um so erfreulicher dann, wenn der Bürgersaal dann doch recht gut gefüllt ist.

Lateinamerikanische Musik ist ihre Leidenschaft. Tango, Bossa Nova Milongas usw. hat das Trio (Edgar Ocampo, Jürgen Faderl und Helmut Altmann) sehr überzeugend gespielt. Es war ruhige, wenig spektakuläre Musik, bei der man konzentriert zuhören musste. Wer dies tat, hatte aber viel Freude am Konzert.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Foto Daniela Schmidbauer

Frühlingskonzert im Himmeltal

Traumhaftes Wald-und Wiesenkonzert


Über 150 Besucher lauschten den vielfältigen Klängen des Trios Adabei
Frauenzell/Himmeltal. (Artikel von Daniela Schmidbauer – Donau Post – 21.05.2019)


Einen bunten musikalischen Mix unterschiedlichster Musikstile präsentierte das Trio Adabei bei seinem Wald- und Wiesenkonzert im Himmeltal bei Frauenzell. Die wunderbare Konzertreihe in einem überaus traumhaften Ambiente hat sich wohl schon bei vielen Interessierten herumgesprochen, denn es waren am Sonntagnachmittag mehr als 150 Zuhörer zu dem Konzert des Regensburger Trios Adabei ins Himmeltal gekommen.


Die drei Musiker – Benedikt Dreher, Roland Huber und Alexander Gotthardt - verstanden es, ohne jede akustische Verstärkung auf der kleinen Bühne im blühenden Wiesenhang einen faszinierenden Ensembleklang zu entwickeln, indem sie mit großem Gespür für ihre jeweiligen Instrumente und hoher Musikalität ihre Stücke vortrugen. Die Bandbreite ihres Repertoires beinhaltete unter anderem frische irische Melodien, Musik aus Dänemark und Schweden, südamerikanische Bossa-Nova-Kompositionen, Jazz-Standards sowie eigene Werke.


Benedikt Dreher hatte im Ensembleverbund mit seinen unterschiedlichen Blockflöten oftmals die Funktion der Melodiestimme. Dabei bewies er beeindruckende Virtuosität und gestaltete besonders mit seinem Fagott wunderbare weiche Konturen im Solo-Spiel. Gitarrist Roland Huber war der swingende Mittelpunkt des Trios. Mit jazzigen Harmonien und viel Groove bereicherte er das kammermusikalische Klangbild des Ensembles, seine Eigenkomposition „Zauberhafter Wald“ war ein berührender Höhepunkt des Konzerts, bei dem die drei Musiker auch ihre feinen sängerischen Qualitäten unter Beweis stellten.


Am Kontrabass brillierte schließlich Alexander Gotthardt als Meister der tiefen Töne, der ein sicheres klangliches Fundament beisteuerte. Die Zuhörer waren von dem Hörgenuss so begeistert und forderten Zugabe, welcher die Musiker gerne nachkamen.


Wieder ist es dem Kulturausschuss der Gemeinde Brennberg gelungen, ein hochkarätiges Kammerkonzert auf der Open-Air-Bühne im Himmeltal zu organisieren. Das Himmeltal ist eine historische Kulturlandschaft, die bereits im Mittelalter von den Mönchen des Klosters Frauenzell geplant, angelegt und bewirtschaftet wurde. Das Tal zeichnet sich durch seine kleinstrukturierte Landschaft mit Wiesen, Weihern, Quellen, Hecken, Streuobstbeständen und Wald aus. Es bleibt zu hoffen, dass diese Konzertreihe im nächsten Jahr seine Fortsetzung findet…

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Die Band auf der Bühne

Hommage an Tina Turner

Unter dem Titel „Tribute to Tina – Live-Songs von Tina Turner“ hat das Ensemble „Ciccarelli“ am Samstagabend im Bürgersaal Songs aus der Zeit präsentiert, als die rockende Lady noch ihre glitzernden Minis trug. Die Coverband rund um den Regensburger Bandchef Mauro Ciccarelli schaffte es, das bunt gemischte Publikum zu erreichen; die Zuhörer tanzten, genossen den Klang. Beeindruckend war die volle, kräftige und sehr variantenreiche Stimme der Regensburger Sängerin Caroline Röske. Die zierliche Musikerin hat sich ihren bairischen Dialekt bewahrt und auch sonst keinerlei Überschneidungspunkte mit Frau Turner – doch wenn Röske auf der Bühne steht, muss sie den akustischen Vergleich mit good old Tina nicht scheuen.

Tina Turner, die heute in der Schweiz lebt und mit über 180 Millionen verkauften Tonträgern zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen zählt, gilt als Rock-Legende, unternahm aber auch Ausflüge in den Pop- und Country-Bereich. Die Coverband deckte Turners breites Repertoire ab, mischte jedoch auch eigene Akzente und Interpretationen bei. Zu hören waren zum Beispiel das Stück „What You See Is What You Get“ aus den späten Achtzigerjahren, das Stück „Let’s Stay Together“, mit dem ihr der Durchbruch in England gelang, und – natürlich – die Klassiker „Simply The Best“ und „Private Dancer“. Nicht fehlen durfte auch What’s Love Got To Do With It ?“, ein Song, mit dem Turner 1984 der weltweite Solo-Durchbruch glückte.

Sehr gut kam beim Publikum der Turner-Song „Nutbush City Limits“ an, den sie im Juni 1973 zusammen mit ihrem damaligen Ehemann veröffentlichte. „Sie hat nicht viel selbst geschrieben, aber diesen Song schon, darauf war sie sehr stolz“, erzählte Caroline Röske. Den Nerv des Publikums traf außerdem das emotionsgeladene Duett „Let’s Dance“ aus dem Jahr 1985, das Turner im Original zusammen mit David Bowie gesungen hat. Weil Turner begeisterte Anhängerin der Rolling Stones war und oft ein paar ihrer Nummern im Programm hatte, folgte das Ensemble „Ciccarelli“ Turners Beispiel und ließ die Stones ebenfalls einfließen.

Das Publikum geizte nicht mit Applaus und verlangte nach Zugaben – ein Wunsch, den Röske und Co. gerne erfüllten.

[Simon Stadler, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Leseschmankerln der Heimat

Ein kleines Gesamtkunstwerk

aus Gedichten, Prosatexten, Lyrik, Bildern und Fotos aus den „Donau.Wald.Kultur“-Gemeinden präsentierte das Rettenbacher „Kultur am Höllbach-Team“ im Rahmen eines Leseabends im Gasthof „Jagawirt zu Aumbach“. Rettenbachs Bürgermeister Alois Hamperl freute sich sehr, dass so viele Interessierte aus Rettenbach und den umliegenden Gemeinden der Einladung zur Vorstellung des Lesebuchs gefolgt waren. Besonders begrüßte er alle , die zum Gelingen des Lesebuchs beigetragen hatten.

Alois Hamperl dankte auch Ute Kahler und Franziska Eigenstetter, die im Rahmen der Veranstaltung in einer kleinen Ausstellung ihre Bilder zeigten, sowie Sandra, Daniel und Lukas Baumann, Nachwuchsmusikern aus der Gemeinde Rettenbach, die den Leseabend musikalisch umrahmten.

Daniela Eigenstetter, die Moderatorin des Leseabends, dankte zunächst besonders dem Lektor des Werkes, Günter Lichtenstern für die Gestaltung, Hans Eigenstetter für das Titelfoto sowie Ali Stadler, der die Idee zu dem „Donau.Wald.Kultur“-Lesebuch hatte und für die Entstehung Hunderte von E-Mails bearbeitete. Dann geleitete sie das Publikum auf eine Wanderung durch das Werk.

Wanderung durch das Werk

Unter anderem ging es über das „Pfatterer Brückl“, das in Hans Biederers Text, vorgetragen durch dessen Schwager und Ortsheimatpfleger Theo Herwicht, als Zeitzeuge so manche Begebenheit erzählt. Für die Gemeinde Wörth trug Josef Schütz, der sich als Landschaftspfleger besonders für den Erhalt der Natur an Donau und im Bayerischen Vorwald einsetzt, sein Gedicht „Heimatliebe“ vor.

Von dessen Heimat ist es laut Eigenstetter nur ein kurzer Weg über die hügelige Landschaft nach Weihern, dem Heimatort von Pfarrer Lorenz Schnitt, der über 20 Jahre lang in Rettenbach im seelsorgerischen Einsatz war. Dieser erzählte sehr anschaulich einige Anekdoten aus seinem Werk über seine Kindheit mit dem Titel „Ein Schulbub erinnert sich“. Ebenfalls die Geistlichkeit im Spiel war bei Johann Festners Rezitation aus seiner Korrespondenz mit Pfarrer Johann Baier unter dem Motto „Die Fehlinvestition“.

Im Anschluss gab Heinz Kahler, ehemaliger Leiter des gleichnamigen Freizeit- und Erholungsheims dem Publikum Informationen aus seinem Beitrag über „Kastell Windsor“. Rita Venus las die Beiträge „Über’s Menschsein“ und „Beim Kapellenkreuz“ von ihrer Mutter, der Heimatdichterin Maria Aumann aus Haag bei Rettenbach. Deren Gedichte sind auch in der heutigen Zeit aktuell und es war ihr stets ein Anliegen, für den Erhalt des Dialektes zu sorgen. So nahm Maria Aumann als eine der ersten Frauen aktiv an den „Deggendorfer Mundarttagen“ teil.

Sogar für die einheimischen Zuhörer hatte Albert Wagner, Pfleger des Rettenbacher Heimatarchives, interessante Details über ihren Ort zu bieten, etwa bei seinen Ausführungen zum Werk über „Das Rettenbacher Schwedenkreuz“, verfasst von seiner Tochter, der Kunsthistorikerin Dr. Myriam Wagner-Heisig. Danach wurde, diesmal zum Schmunzeln, eines der zahlreichen Gedichte von Karolina ‚Lina‘ Oberberger mit dem Titel „Äbbas“ von deren Tochter Rita König vorgetragen.

Geschichten zum Schmunzeln

Heinz Klein aus Brennberg präsentierte einen Auszug aus seinem redaktionellen Bericht über die Foto-Ausstellung „Der Hans im Glück“ von Stefan Winkelhöfer, die auch im August dieses Jahres im Kloster Frauenzell zu sehen sein wird. Aus der neu hinzugekommenen „Donau.Wald.Kultur“-Gemeinde Bernhardswald las Ludwig Stuber seine Gedichte „Meine kleine Welt“ und „Lieder, Musik und Gesang“, ehe der Initiator und Organisator dieses Lesebuches, Ali Stadler, seine Gedichte „Wirtshausphilosophie“, „Zwiegespräch“ und „Heiliger Antonius“ interpretierte. Zum offiziellen Abschluss des Leseabends intonierte ein Singkreis unter Leitung von Rosa Lehner das „Rettenbacher Heimatlied“.

Bucherwerb

Preis: Das „Donau.Wald.Kultur“-Lesebuch kann für zehn Euro erworben werden.

Verkaufsstellen: Erhältlich ist es im Tourismusbüro Falkenstein, in der Hartung’schen Buchhandlung in Wörth an der Donau oder in den Rathäusern der „Donau.Wald.Kultur“-Gemeinden Rettenbach, Brennberg, Wiesent, Wörth an der Donau, Pfatter sowie Bernhardswald. (rbk)

aus der Mittelbayerischen Zeitung von Peter Barstorfer-Klein

Foto: D. Eigenstetter

2019 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)