Aktuelle Nachrichen

„Allein in Wörth“, wo Europa geboren wurde

Das moderne Europa besteht aus Flächenstaaten, in denen die Bürger verfassungsmäßige Rechte haben und die Herrscher sich an Gesetze halten müssen. Indem die deutschen Fürstentümer sich 1806 im Rheinbund mit Frankreich verbündeten, beendeten sie nicht nur die Leibeigenschaft und das Feudalsystem. Die Unterzeichnung des Vertrags im Rondellzimmer des Wörther Schlosses durch den Regensburger Bischof und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reichs Karl Theodor von Dalberg markierte zugleich das Ende des 900-jährigen deutschen Kaisertums.


„Shared Heritage“ – geteiltes Erbe – war das diesjährige, europäische Thema zum Tag des offenen Denkmals. Der Kulturreferent des Landkreises Dr. Thomas Feuerer beschrieb das barocke Turmzimmer mit dem grandiosen Blick auf die Donauebene als „Ort, an dem europäische Geschichte stattgefunden hat“ und betonte die Notwendigkeit, dass die Menschen die konkrete Wirksamkeit dieser Vergangenheit bis heute erfahren. „Die Denkmäler sind Spiegel der Offenheit für neue Einflüsse“, was sich bereits an der Entstehung des Wörther Rondellzimmers zeige. Nach dem 30-jährigen Krieg war Deutschlands Bevölkerung halbiert. Die brachliegenden Flächen erblühten von neuem und der neue Reichtum der absolutistischen Gebietsherren verlangte nach Außendarstellung. Der damalige Fürstbischof von Regensburg, Albrecht Sigmund, war zugleich Fürstbischof von Freising und Propst von Konstanz und Altötting – ein „weltlicher Pfründesammler“ also – der weniger der Verehrung Gottes und der Verwaltung des Bistums als den ganz profanen Genüssen zugeneigt war.

Stuckateur war ein Wirtschaftsflüchtling

Die Sommerresidenz der Regenburger Bischöfe ließ der begeisterte Jäger deshalb für viel Geld aufwerten und so entstand „eine der bedeutendsten barocken Profanbauten Ostbayerns“. Der italienische Wanderarbeiter Jacopo Tornino, „also ein Migrant oder Wirtschaftsflüchtling“, stattete zwischen 1673 und 1674 den Saal mit seinem überreichen Stuck aus, der Putten, Obst und Blumen abbildet, Symbole des weltlichen Überflusses und des Wohlstands.Die insgesamt 22 Gemälde, die um 1676 entstanden, ordnete der Kunsthistoriker Dr. Peter Morsbach, auf dessen Erkenntnisse Feuerer sich bezog, dem Regensburger Maler Jakob Heibl oder Häubl zu. Die Szenen aus den Metamorphosen des Ovid, die Wanderungen von Meereslebewesen und die griechisch-römischen Götterbildnisse thematisierten das Jagdglück, Macht und Klugheit – sämtliche Attribute, die sich ein „melancholischer“ Herrscher „von jähzornigem Humor“ gerne als Honig um den Bart schmieren ließ. Beide Künstler, Tornino und Häubl, haben auch an Alteglofsheim und vielen weiteren barocken Bauten zusammengearbeitet, was auf enge kollegiale Kontakte unter internationalen Handwerkern schließen lasse. Die Leistung zählt, nicht die Herkunft – und das schon damals.

Kann man der Zukunft Widerstand leisten?

Als nach den Wirren der Französischen Revolution Napoleon Bonaparte sich um 1800 zur Vorherrschaft über Europa aufmachte, war der immerwährende Reichstag in Regensburg noch immer Verwaltungszentrum des altertümlichen deutschen Kaiserreichs.

Der Bischof von Regensburg war zugleich Erzkanzler und „nach dem Kaiser der ranghöchste Beamte im Reich“, wie man beim Historienschauspiel der Wörther Kolpingbühne nochmals erfuhr. Ekkehard Hollschwandner schlüpfte in die Rolle Dalbergs und gestand seinem Diener Albert (Dennis Schulz) seine innere Verworfenheit. Einerseits war der kaiserliche Regierungschef durch seinen Treueschwur gebunden, andererseits war die Neuaufteilung Europas bereits in vollem Gange und die Grande Armee eilte von Sieg zu Sieg. Welchem Herrscher also gehorchen, wo neue Kriege so oder so wahrscheinlich waren?

Bayerns heutige Form entwickelte sich

Dalberg entschied sich letztlich für die modernere Staatsform mit Verfassung, Strafgesetzbuch und einem von den Bürgern getragenen, säkularen Gemeinwesen, dem schließlich auch der Herrscher untertan war.Bayern war bereits mit Frankreich verbündet – dadurch erst zum Königtum aufgestiegen – und indem Dalberg dem Drängen des französischen Gesandten Graf Hédouville (Georg Waldberger) nachgab, ermöglichte er die im Wesentlichen bis heute bestehende Gebietsform. Ob er nun, wie ein Vertrauter sich erinnert, „allein in Wörth, bestürmt von der Französischen Partei, verstört und verängstigt“ war, oder ob er sich insgeheim schon auf die ihm im Gegenzug zugestandenen Pfründe freute, wird wohl auf immer ein historisches Geheimnis bleiben.

Aus leibeigenen Bauern wurden freie Bürger

Jedenfalls endete so formell das Feudalsystem in den deutschen Fürstentümern, das Bauern zu unfreien Leibeigenen machte und allein dem Adel politische Macht sicherte. Zwar sollte es weitere 150 Jahre dauern, bis Deutschland und Frankreich endlich wirklichen Frieden schließen und so Europas Einheit beschließen würden. Dass man das aber als Demokratie tat, dessen wiederum darf sich das beschauliche Wörth wenigstens ein Stück weit rühmen. Feuerer schloss sein Referat, indem er aus aktueller politischer Sicht auf die vielfältigen europäischen Geschichtslinien und Wirtschaftsbeziehungen hinwies, die sich hier kreuzen: „Man sollte diese Verbindungen nicht aus kurzsichtigem Interesse kappen, sondern sie hegen und pflegen.“

[Text und Bild: Franz Nopper, Donau-Post]

2018 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Sym­pho­ni­sches Blas­mu­sik­kon­zert im Schloss­hof mit fa­cet­ten­rei­chen Stü­cken

Das Konzert der Stadtkapelle am Samstagabend im Wörther Schlosshof [...] bot eine musikalische Reise durch Europa. Anlässlich des europäischen Kulturerbejahres spielten die 48 Musiker unter Leitung von Georg Kulzer konzertante Blasmusik mit Stücken aus ganz Europa. Gleich zu Anfang hatten die Youngsters einen Kurzauftritt. Danach folgte Musik von Komponisten aus Spanien, Ungarn, Schweden, Tschechien und vielen anderen Ländern Europas. Die rund 200 Gäste und die Schlossbewohner waren hellauf begeistert.

Georg Kulzer dirigierte in Vertretung für Markus Weigert die Youngsters, das Ensemble der Musikschule Wörth. Für sie und K.i.W. [...] sei dieses Konzert ein absolutes Jahreshighlight, freute sich der Musiklehrer. Wochenlang sei dafür geprobt worden. „Normalerweise spielen wir ja überwiegend böhmisch-bayerische Blasmusik und Kirchenmusik. Etwas ganz anderes ist konzertante, symphonische Blasmusik, zu der jemand ein Bild oder eine Landschaft im Kopf hatte.“

Zu Beginn spielten die Youngsters drei Stücke, unter anderem die „Young Fanfare“. Es folgte ein Quintett mit der Eurovisionshymne, bekannt aus den Eurovisionssendungen des deutschen Fernsehens.„Wir präsentierten heute Abend geografische, kulturelle und musikalische Besonderheiten Europas“, leiteten die beiden Moderatoren Lea Ebner und Simon Müller, beide an der Klarinette, den Abend ein. Dem ungarischen Stück wohnte eine beeindruckende Dynamik inne; vor seinem inneren Auge konnte man die wilden Pferde durch die Puszta preschen sehen. Für die Schweiz wurden drei Stücke des Komponisten Markus Götz (nicht zu verwechseln mit dem Wörther Geschäftsstellenleiter) zu einem Mosaik zusammengefasst. Darin waren die faszinierende Bergwelt und die Kuhglocken zu hören.Für Spanien sprang ein bekanntes Stück aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet in die Bresche. Es folgten ein tschechischer Marsch, eine böhmische Polka und ein österreichischer Walzer von Johann Strauss. Das Stück „Skandinavia“ aus Lappland repräsentierte die wilde Landschaft Norwegens und die Lebensfreude der Dänen. Für Schweden hatte die Kapelle ein Medley aus den Liedern von ABBA zusammengestellt, darunter „Mamma Mia“, „SOS“ und „Dancing Queen“. Bei England denke man sofort an Agent 007, sagten die Moderatoren und es folgte die Titelmelodie des Films „Skyfall“ von 2012. Genau 100 Jahre zuvor war der Marsch „Mein Regiment“ komponiert worden, der die Zuhörer nach Deutschland zurückführte. Als Zugabe folgte eine Liebeserklärung an die Blasmusik: „Böhmische Liebe“. Den Abschluss bildete, gemeinsam mit den Youngsters, die Europahymne „Ode an die Freude“.

„Perfekt !“, lobte Dirigent Kulzer seine Musiker hinter der Bühne. Manche freuten sich darüber, andere gestanden kleine Fehler bei diesem oder jenem Stück ein. Er selbst sei nun ziemlich erschöpft, sagte Kulzer. Ein Orchester zu dirigieren sei Höchstleistungssport mit dieser Konzentration und Anspannung. „Es waren schwere Stücke dabei und wir hatten in den letzten Wochen sehr intensive, stundenlange Proben. Wir sind es gar nicht gewohnt, dass die Leute nur dasitzen und uns gebannt zuhören. Normalerweise spielen wir ja zur Unterhaltung. Das war heute eine ganz andere Nervosität und Konzentration als sonst. Auch Fehler hat man besser wahrgenommen. Jetzt schnaufen wir erstmal durch, bevor wir nächste Woche in Neutraubling beim ‚Heimatblosn‘ auftreten.“[...]

Wenn die Musiker mitmachen, wiederholen wir den Abend gerne“, verkündete K.i.W.-Leiter Johann Festner. „Es lief wunderbar“, fand auch Tubaspieler Max Blechschmidt. „Diese Musik ist mal was anderes und das macht uns großen Spaß. Und natürlich ist die Kulisse im Schlosshof großartig !“ [...]

[Text und Bild: Veronika Werdin, Donau-Post]

2018 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Klosterinnenhof - Foto Daniela Schmidbaeur

Ach­ter Frau­en­zel­ler Klos­ter­markt

Der Frauenzeller Klostermarkt fand in diesem Jahr schon zum achten Mal statt und war erneut ein fantastischer Erfolg für die Veranstalter. Mehrere hundert Besucher waren am Sonntag zu Gast in der kleinen Vorwaldortschaft Frauenzell.

Zu Beginn des Festtages waren die Gläubigen zu einem feierlichen Gottesdienst in die Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ nach Frauenzell eingeladen. Der derzeitige Urlaubsvertretungspfarrer Tigi Abraham zelebrierte die heilige Messe. Anschließend zogen die fast 40 Fieranten, mit ihren interessanten und ansprechenden Waren, die sie auf dem Klosterareal anboten, die Besucher an. Sie luden mit ihren vielfältigen Produkten und Erzeugnissen die zahlreichen Gäste, die trotz der Hitze nach Frauenzell gekommen waren, zum Verweilen und Kaufen ein.

Des Weiteren gab es für die Besucher ein kulturelles Programm: Der Freundeskreis des ehemaligen Benediktinerklosters e.V. lud zur Ausstellung „Sehenswert: Seltene Drucke aus der Zeit von 1474 bis heute“ in den ehemaligen Bibliothekssaal des Klosters ein.

Den kühlen Keller und die Basis des Klosters mit dem Gewölbe konnten interessierte Besucher während des Rundgangs mit Kirchenpfleger Sigfried Lehner bestaunen. Die Klosterführungen waren sehr interessant und boten einen Blick hinter die altertümlichen Mauern, welchen man sonst nicht zu sehen bekommt. „Die damaligen Mönche“, berichtete Lehner, „versorgten sich noch eigens und infolge dessen benötigten sie auch viele Wirtschaftsräume. „Aus diesem Grund ist auch das ganze Frauenzeller Kloster unterkellert“, erzählte der Kirchenpfleger.

Für Essen und Getränke und einen kühleren Schattenplatz sorgten ganztägig die Frauenzeller Vereine im Klosterinnenhof, wo die Gruppe „Höllbach-Blosn“ die Gäste musikalisch unterhielt.

2018 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Tanztheater Salomé - ein geglücktes Experiment in Wörth

Tanztheater. In den Großstädten gibt es dafür ein Publikum. Aber in einer ländlichen Region? Es war ein Experiment. Und es ist geglückt. Die tahk hat Salome aufgeführt. Herodes/Jochanaan und Salome wurden von Tamás Mester und Amalia Darie vom Theater Regensburg getanzt. Die übrigen Rollen übernahmen die aktuellen Jugend-Kulturpreisträgerinnen der dANCE wORxxx Company. Inszeniert hat Eva Eger. Die künstlerische Leistung war grandios und es kam auch noch - nachdem es zunächst gar nicht gut ausgesehen hatte - eine erkleckliche Anzahl von Zuschauern.

2018 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Harmonisches Himmeltal

Mitt­som­mer­wan­de­rung des Freun­des­krei­ses des Be­ne­dik­ti­nerk­los­ters

 

Frauenzell/Himmeltal. Am Sonntag lud der Freundeskreis des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell zu einer Mittsommerwanderung durch das wunderschön gelegene Himmeltal bei Frauenzell ein. Gut 100 interessierte Teilnehmer folgten der Einladung und genossen mit der Wanderung einen herrlichen Sommerabend, entlang der verschiedenen Lebensräume im Himmeltal.


Der fachkundige Wanderführer, Franz Löffl, zeigte den Spaziergängern die Artenvielfalt bestimmter Pflanzen und die Lebensräume verschiedener Tiere. In der besonders vielfältigen Kulturlandschaft, wie es sie dankenswerterweise noch rund um Frauenzell gibt, konnte zum Beispiel obendrein das sehr seltene Wollgras bewundert werden. Auf ungedüngten Wiesen tummelten sich Heuhüpfer, Schmetterlinge, Grillen und zahlreiche weitere Insekten und unterschiedlichste Pflanzen, die die Spaziergänger bestaunten. „Trockene und nasse Standorte sowie die großen Wälder ringsum bilden einen optimalen Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt“, so Löffl. „Die Flora und Fauna der kleinräumigen, unter dem Einfluss der Mönche entstandenen Himmeltallandschaft – zwischen Altenthann und Frauenzell – prägte sicherlich auch das Kloster Frauenzell.“

Schon der Blick ins Himmeltal mit seinem Weiher ist äußerst romantisch und malerisch. Die Beschaffenheit einer Kulturlandschaft wird sicherlich beifolgend durch den Einfluss der Menschen gelenkt. „Alles ist voneinander abhängig und wenn es kaputt ist, kann man es nicht mehr so leicht wiederherstellen“, diagnostizierte Löffl abschließend mit einem Fingerzeig auf die „Monster-Stromtrasse“, die möglicherweise durch das Himmeltal gebaut werden soll.

Für die musikalische Untermalung der Wanderung sorgten, an besonderen Plätzen des Himmeltals, Stefan Brandl (Gitarre) und Markus „Muck“ Kotz (Gesang). Übereinstimmend zu dieser Naturveranstaltung unterbreiteten sie den Zuhörern unter anderem das Lied „What a wonderful world“. Zum Abschluss der gut zweistündigen Wanderung waren die Teilnehmer zu einer kleinen Brotzeit und Getränken im Himmeltal eingeladen.

2018 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Am Aussichtspunkt - Foto Resi Beiderbeck

Mittsommerwanderung im Himmeltal

Hundert Wanderer zogen durch die Landschaft bei Brennberg. Sie sind überzeugt: Dort darf keine Stromtrasse gebaut werden.

 

Bei der Mittsommerwanderung im Himmeltal bestaunten hundert Menschen die vielfältige Natur. Man lernte, was da an seltenen Pflanzen wächst und was es an wertvollen Lebensräumen gibt. Es kamen aber auch die großen Sorgen zur Sprache, die Anwohner, Naturschützer und Gemeinde umtreiben: Hier eine Mega-Stromtrasse durchziehen? “Undenkbar” fanden die Teilnehmer.

Die kleinräumige, unter dem Einfluss der Mönche entstandene Landschaft zwischen Altenthann und Frauenzell ist Mittelpunkt der künftigen “Kulturachse Ost”. Musikgenuss im Klosterhof, dann beschwingtes Wandern zu vielfältigsten Schätzen der Natur, schließlich noch ein Sonnenuntergangs-Imbiss mit Direktvermarkter-Spezialitäten auf einer Altheu-Wiese über dem Tal: Dass sich Menschen heutzutage von einem solchen Land-Programm magnetisch angezogen fühlen, zeigte die starke Resonanz auf die Einladung zur “Mittsommerwanderung”. Tatsächlich versammelten sich hundert Naturliebhaber und Naherholungs-Suchende, um zu hören, zu fühlen und zu sehen, was Förster Franz Löffl im Himmeltal an Naturschätzen herzeigen kann.

Gesang in der “kleinen Hölle” Zauberhaft umgesetzt wurde die Idee, den Wanderern unterwegs Musikgenuss zu bieten. “Muck and his swinging buddies” alias Markus Kotz und Stephan Brandl brachten gleich zum Auftakt ein Ständchen. Später, als man gerade einen ehemaligen Kohlenmeiler und ein Waldstück passiert hatte, tauchten sie plötzlich wieder auf, inszeniert auf einem mächtigen Felsen direkt über jenem archaischen Fleck, den Insider als “kleine Hölle” kennen. Der Waldboden wurde zur Natur-Tribüne mit Buchenblätterdach, und den Wanderern lief eine kleine Gänsehaut über den Rücken, als die Musiker “What a wonderful world” anstimmten. Eben diese wunderbare Himmeltal-Welt ist bedroht, wie während der Exkursion in Erinnerung gerufen wurde. “SüdOstLink” lautet die Schreckensvision, das Gleichstromkabel zur Stromversorgung Bayerns.

Bürger, Gemeinde, Jagdgenossen, Landwirte, Naturliebhaber und Anwohner bangen um diese einzigartige, kleinstrukturierte Kulturlandschaft. Von Trockenstandorten bis zum anstehenden Fels reicht der kaum vorstellbare Reichtum an Lebensräumen. Feuchte und nasse Standorte wechseln sich auf engstem Raum ab.

Naturnahe Waldränder, Hecken und Feldgehölze zeichnen den “Hotspot” der Artenvielfalt aus. Schalensteine etwa zwischen Fischbehälter und Vogelloch, und “Wollsäcke” am Eichlberg machen das Gelände zusätzlich interessant. Wollgras, verschiedene Seggen, Blutweiderich und Mauerpfeffer sind selten gewordene Pflanzenarten, die hier wachsen. Oft noch rarer sind die von ihnen abhängenden Insektenarten.

Mittendrin im Tal liegt der Himmelmühlweiher, der als Energielieferant und Fischwasser von Nutzen ist. “Dieser Natur-Schatz darf nicht durch eine Stromtrasse zerstört werden”, fordert Franz Löffl auch in seiner Eigenschaft als Vizebürgermeister mit Nachdruck. Für Löffl und für die Gemeinde Brennberg ist die Stromtrasse ein ungeheuerlicher Plan, der verhindert werden muss, zumal damit auch der “Kulturachse Ost” die Grundlagen entzogen würden. Als Vorsitzender des “Freundeskreises des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell e.V.” kämpft Dr. Hermann Reidel, der nach der Wanderung höchstpersönlich bei der Bewirtung mithalf, gegen das Stromtrassenprojekt. Auch Landwirt Josef Zierer will von einer Stromautobahn durch das Himmeltal nichts wissen. Die Leberwurst aus eigener Produktion, mit der sich die Wanderer stärkten, spendierte er großzügig, um damit die “Klosterfreunde” in ihrem Protest zu unterstützen. Gemeinderat Alois Jobst stellte seinen Holunderblütensirup ebenfalls gratis dazu, so dass die Gäste eine besonders feine Sektmischung genießen konnten.

Umweltprüfung am PC Die Freunde des Himmeltals sind überzeugt davon, dass die im Auftrag der Bundesnetzagentur durchzuführende Umweltprüfung eine Unmöglichkeit der Trassenführung feststellen wird. Schützenswerte Güter wie Mensch, Tier, Pflanze und Wasser werden dabei unter die Lupe genommen. “Aber wann ist diese Prüfung nun und wann kommen die Prüfer ins Himmeltal?”, fragten sich die Wanderer.

Unsere telefonische Nachfrage bei Projektleiterin Dr. Silke Rendigs bringt verblüffende Fakten zutage: Untersucht wird nicht vor Ort, sondern am PC anhand von vorhandenen Daten und Luftbildanalysen. Beauftragt hat TenneT mit dieser Arbeit ein Konsortium von mehreren Gutachter-Büros. Für Brennberg zuständig ist dem Vernehmen nach die TNL Umweltplanung Weiden.

Von dort aus wird man den Duft des üppig wachsenden Thymians aber nicht wahrnehmen können, sorgen sich die Himmeltalfreunde.

2018 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Bernhardswald jetzt auch dabei

Beim letzten DWK-Treffen der Arbeitsgruppe konnte Bernhardswals als sechste Mitgliedsgemeinde bei Donau.Wald.Kultur begrüßt werden.

Herzlich willkommen!

2018 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Frühlingskonzert im Himmelthal

Frauenzell/Himmeltal.

Zu einem wunderschönen Konzert in traumhaftem Ambiente lud am Sonntagnachmittag der Freundeskreis des ehemaligen Benediktinerkloster Frauenzell im Zusammenschluss mit dem Kulturausschuss der Gemeinde Brennberg nach Himmeltal ein.

Rund 150 Kulturbegeisterte, darunter Tobias Gotthardt, Landtagskandidat der Freien Wähler und Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent Landratsamt Regensburg, waren zu dem Treffpunkt an der Klosterkirche gekommen, von wo sie zweiter Bürgermeister Franz Löffl persönlich abholte und während einer kleinen Wanderung nach Himmeltal den Besuchern die Schönheiten entlang des Weges zeigte.

Die Konzertwiese im Himmeltal war eingebettet von Wiesenblumen und die Gruppe „Oane wia koane“ begeisterte die Zuhörer mit ihren gespielten „Zwiefachen und Boarischen, Walzern, Polkas und Galopp“. Anhaltenden Applaus gab es für das sing- und sinnenfreudige Quartett, Verena Neuhofer (Geige), Verena Meier (Steirische Harmonika), Magdalena Uhlmann (Harfe) und Vera Biller (Kontrabass). Sie boten Volksmusik – jung, frisch, unkonventionell und trotzdem bodenständig.

Viele Lieder dichtete das Musikquartett gerne in eine weibliche Perspektive um, was den Zuhörern durchaus gefiel. „Oane wia koane“ (linkes Bild) boten, „Musik im Einklang mit der Natur und unserer schönen Naturlandschaft“, wie zweiter Bürgermeister Franz Löffl sehr treffend charakterisierte.

2018 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)