Aktuelle Nachrichen

Drunken Lord´z begeistern in Aumbach

Von Peter Barstorfer-Klein

Einen unterhaltsamen Abend mit irischer Musik hatte das "Kultur-am-Höllbach"-Team der Gemeinde Rettenbach dem Publikum beim „Jagawirt“ in Aumbach versprochen. Und die drei Mitglieder der Gruppe „Drunken Lord´z“ übertrafen alle Erwartungen, als sie die Zuhörer mit ihrem individuellen Sound fast drei Stunden lang vollauf begeisterten.

Entstanden ist die charismatische Formation eigentlich eher zufällig. Der vor acht Jahren der Liebe wegen in Rain gelandete Düsseldorfer „Jonny“, damals Sänger und Gitarrist in mehreren Bands, suchte in seiner neuen Heimat Leute, um wieder Musik zu machen. Er lernte Thomas Hebauer, einen jungen Akkordeonisten kennen, und richtete sich im Keller ein privates irisches Pub ein. Bald gab es dort gesellige Männerabende mit Bier und Zigaretten - und nebenbei machten sie ein bisschen Musik. Dann ging Jonny auf die Suche nach jemandem, der ein Soloinstrument spielt, und lernte die Wörther Flötistin Marion Weickl kennen.

Nach ihrem Premierenauftritt beim „Donau-Wald-Brettl“ in Wiesent und mehreren Gigs in Pubs und bei diversen Events spielten die drei nun in Aumbach ihr erstes ganz großes Solo-Konzert und konnten voll überzeugen. Jonny begeisterte mit seinem Gitarrenspiel und seiner tiefen Stimme, die von den rauen irischen Highlands träumen lässt, Thomas Hebauer rundete das Feeling mit seinen harmonischen Akkordeon-Klängen ab und Marion Weickl, die auch als Moderatorin fungierte, entlockte ihren traditionellen irischen Tin Whistles und der klassischen Querflöte stimmungsvolle Töne und verzückte das Publikum im ausverkauften Saal mit ihren Soli auf dem Saxophon.

Über 30 Songs interpretierten die „Drunken Lord´z“ in ihrem eigenen unverwechselbaren Stil. Sie begeisterten mit Klassikern wie “Spencil Hill”, “Marie”, “I won´t back down”, “County Down” oder “Johnny I hardly knew ya”, und beim irischen Gassenhauer “Whiskey in the Jar”, den auch schon Top-Bands wie Metallica oder Thin Lizzy interpretierten, brachen wahre Jubelstürme beim Publikum los. Doch ebenso mitreißend, gefühlvoll oder sentimental sangen und spielten sie mit irischem Touch vom „Fluch der Karibik“ oder der „Wonderful World“, entführten in die Welt des „Tango“ oder unternahmen mit „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ einen humorvollen Ausflug in die Welt des Schlagers. Kein Wunder, dass die Zuhörer lautstark Zugaben forderten und dann unter anderem beim italienischen Partisanen-Lied „Bella Ciao“, das aufgrund der Serie „Haus des Geldes“ zum Sommerhit des letzten Jahres geworden war, enthusiastisch mitsangen und mitklatschten. 

Foto: Peter Barstorfer-Klein

2019 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)

Bild: Maximilian Eibl, Donau-Post

Froschlaichsuppe unter Aufsicht

Der gebürtige Wörther Josef Schindler hat am Freitagabend im voll besetzten Bürgersaal aus seinem Buch „Im Kaff und am Huma“ vorgelesen. Er beschreibt darin augenzwinkernd seine Gymnasialzeit in Straubing. Schindlers Schulfreund Karl Dietl leitete die Kapitel mit passenden Liedern auf der Quetschn ein.Eine Bildungsbiografie sei es, sagte Josef Schindler über sein Buch. „Auch, wenn das geschwollen klingt“, fügte er hinzu. Aber um sich zu bilden, musste er erst einmal aufs Gymnasium kommen und dafür die Aufnahmeprüfung bestehen. Seine Mutter, schreibt Schindler, habe ihn dazu gedrängt, sich mit Übungsaufsätzen auf die Prüfung vorzubereiten. Seine Cousin Lorenz, der damals schon studierte, habe ihm die Themen dafür gestellt.

Buchstäblich Schwein hatte Schindler dann beim Aufsatzthema in der Aufnahmeprüfung. Gefordert war eine Erlebniserzählung mit dem Titel „Wie bei uns zu Hause ein Schwein geschlachtet wurde“. Und das hatte er auf dem Hof seiner Eltern oft genug miterlebt, „auch wenn mir die Viecher eher leidtaten“. Seine Mutter habe wohl dafür gebetet, dass ihm eine machbare Aufgabe gestellt werde, sagte Schindler. So gut sei der Aufsatz gelungen, dass er trotz eines Fehlers bei einer anderen Aufgabe – ausgerechnet im Rosenkranz, „und das an einer katholischen Schule“ – nach einem Prüfungstag schon bestand.

Fast alle Seminaristen kamen vom Land„Mia san vom Woid dahoam“: Mit diesem Lied leitete Schindlers Schulfreund und „Kultfaktor“ Karl Dietl, besser bekannt als der Wirts-Kare, zum nächsten Kapitel der Biografie über. „Mia san vom Woid dahoam“, das hätte eine ganze Reihe der jungen Bewohner des bischöflichen Knabenseminars über sich sagen können. Von 41 hätten „so 38, 39“ von Bauernhöfen und aus Arbeiterfamilien gestammt. „Aber es ist sehr relativ, was denn ein Waidla ist“, sagte Schindler. Die Falkensteiner und Wiesenfeldener hätten sich selbst durchaus zum Wald gezählt. Die Schüler von weiter nördlich, von einem Lehrer je nach Herkunft als Osserbüffel oder Arberbüffel bezeichnet, seien da freilich anderer Meinung gewesen.

„Ich war aber kein Waldbauernbub, sondern nur ein Bauernbub“, schreibt Schindler über sich selbst. Deswegen habe er auch nie beantragt, in den „Waidler- und Schnupferclub“ aufgenommen zu werden, auch wenn der eine eigene Hymne – das Tabaklied – hatte und seine Mitglieder zu den mutigsten Schülern zählen mussten. Ließen sie doch während des Unterrichts ihre Schnupftabaksdosen deutlich sichtbar auf der Schulbank liegen.

 Vom Schnupfen ging es weiter zum Essen. Schindler unterhielt die Zuhörer mit dem Kapitel „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, in dem er die gefürchtetsten Gerichte im Seminar beschreibt. Er habe es einem Lateinlehrer gewidmet, der mit den Schülern darin übereinstimmt, dass die „Froschlaichsuppe“ mitnichten eine Delikatesse war. Da er sich standhaft geweigert habe, diese Suppe, „wohl eine Art Sagosuppe“, zu essen, sei dieser Lehrer grundsätzlich vom Rohrnudelessen am Freitag ausgeschlossen worden. Die Schüler hätten diese Entscheidungsmöglichkeit nicht gehabt. „Tatsächlich wäre ich lieber hungrig gewesen“, schreibt Schindler. An Froschlaichtagen habe der Präfekt den Buben beim Essen genau über die Schulter und in den Teller geschaut. Vom bloßen Klappern der Löffel habe er sich nicht täuschen lassen.

Der „Kommunist“ und seine Sprachleidenschaft Schindler las aus zwei Geschichten über seine Leidenschaft für die russische Sprache vor. Sie habe „teilweise eine Obsession mit den üblichen skurrilen Auswirkungen“ dargestellt. So sei in einer Ausstellung der Schule ein Linolschnitt Schindlers aufgetaucht, der ein Schiff namens „Wolga“ zeigte. Der Name war in kyrillischen Buchstaben geschrieben und noch dazu wehte auf dem Schiff eine Fahne mit Hammer und Sichel. Entgegen den scherzhaften Vorwürfen seiner Mitschüler, ein „Vaterlandsverräter oder Kommunist“ zu sein, habe er aber vorgehabt, „ein Spion des Vatikans zu werden“. Passend zu diesem Berufsziel habe er den Plan gehabt, Boris Pasternaks Roman „Dr. Schiwago“ in die Sowjetunion zu schmuggeln.

Als „sehr belesen, ein Sozi, ein Intellektueller“ erinnerte sich auch Johann Festner von Kultur in Wörth an Schindler. Sie hätten sich als Jugendliche bei den Leichtathleten kennengelernt. „Sag ihm nicht, welches Buch du liest – er hat es schon gelesen“ sei damals eine Art ungeschriebene Regel gewesen, sagte Festner. Später hätten sie im Bereich Kultur gelegentlich zusammengearbeitet. „Und dann hat er mir irgendwann Texte zum Korrigieren geschickt.“ Aus diesen Texten entstand Schindlers erstes Buch „Geschichten über Wörth“. Es sei gut angekommen, „nicht nur bei Wörthern“. „Und jetzt hat er es wieder getan“, sagte Festner. Und wenn der Abend im Bürgersaal als Maßstab gelten kann, dann wird auch dieses hier gut ankommen.

 Nach der Lesung spielte der Wirts-Kare die Gäste hinaus. Manch einer nutzte die Gelegenheit, sich das Buch gleich dort noch zu kaufen und vom Autor signieren zu lassen.

[Bild und Text Maximilian Eibl, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Foto: Johann Festner

„Zum Erschießen sind sie da!“

Musikalische Lesung im Wörther Bürgersaal über den Ersten Weltkrieg

Um die Unmenschlichkeit und Absurdität des Ersten Weltkriegs ist es am Samstagabend im Bürgersaal gegangen: Der Rezitator Andreas Beck las aus dem Werk „Die letzten Tage der Menschheit“ des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus (1874 – 1936). Darin enthalten sind 220 lose zusammenhängende Szenen an verschiedensten Schauplätzen, die von der grenzenlosen Menschenverachtung in den Jahren 1914 bis 1918 erzählen. Ausgewählte Szenen trug Beck am Samstag gekonnt vor, Steven Heelein begleitete ihn am Flügel. Die musikalische Lesung war Teil der landkreisweiten Veranstaltungsreihe Kultur.Wirtschaft.In „Die letzten Tage der Menschheit“ geht es um verblendete Machthaber und zynische Kriegsgewinnler, um skrupellose Generäle und gnadenlos geopferte Soldaten. In einer Episode schickt ein Kommandeur seine Männer in einen aussichtslosen Sturmangriff und brüllt die Einwände eines Untergebenen nieder: „Was sagen Sie ? Ihre armen, braven Tiroler liegen erschossen im Feld ? Zum Erschießen sind sie da !“In einer anderen Szene sagt ein Hauptmann zum Vater eines getöteten Soldaten: „Jetzt ist eben Krieg, da muss der Staatsbürger schon ein bissl was dazutun.“

[Text Simon STadler, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Ringlstetter fast ausverkauft!

Für das Gastspiel "Aufgrund von Gründen" von Hannes Ringlstetter (solo) am 26.09.2020 im Schlosskeller sind in der Hartung´schen Buchhandlung nur noch wenige Restkarten erhältlich. Telefonich reservierte Karten bitten wir bis 30.11.2019 abzuholen, da diese ansonsten wieder in den Verkauf gehen.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Musik, die gute Laune macht

Auf der Bühne war ein Herd zu erkennen, was Johann Festner bei seiner Begrüßung zu der Frage veranlasste, ob es heute etwa eine Kochshow geben werde. Eine Mahlzeit bereiteten die vier Mitglieder der Sunnseitn Muse dann aber nur im übertragenen Sinne zu: Albert Herlinger, Herbert Schlecht, Sonja Kreiml und Richard Ottl überraschten das Publikum beim K.i.W.-Konzert am Sonntagnachmittag im Bürgersaal mit einem „Muse & Gaudi Eintopf“. „As Lem is wia a Eintopf“, sangen Sonja Kreiml und Richard Ottl, es halte viel Unterschiedliches bereit – doch letztlich sei eines zu bedenken: „Der Koch für dein Leben bist du.“Gute Laune verbreiten, Mut machen – darum ging es der Sunnseitn Muse am Sonntag. Ottl empfahl den Zuhörern, sich zu entspannen, einfach zuzuhören und an nichts anderes zu denken. „Des Leben is oft traurig gnua, drum geht’s bei uns heid lustig zua“, sangen die Musiker und bekundeten – mit Bezug zu ihrem Namen: „As Oanzige, wos ma wolln, is eich af de Sunnseitn holn.“ Dann wieder ging es um das Wörtchen „eha“, das im Bairischen vielseitig einsetzbar ist.Mit Akkordeon, Gitarre, Steirischer, Kontrabass, Klarinette und schwungvollem Gesang schaffte es die Sunnseitn Muse, das Publikum mitzureißen. Ein Glücksfall für die Gruppe sind die selbstkomponierten Lieder, die fast ausschließlich aus der Feder von Sonja Kreiml stammen und in denen es zum Beispiel um die Vorzüge des Himbeer-Schnupftabaks geht.Zwischendurch sorgten Witze und kurze szenische Einlagen für Auflockerung und Erheiterung. Zu hören waren auch Gstanzl und – mehr oder weniger geglückte – Jodel-Versuche. Bei den Zuhörern kam der zweistündige wechselvolle Auftritt sehr gut an, sie sparten nicht mit Applaus.

[Text: Simon Stadler, Donau-Post; Bild: Johann Festner]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Trio Trikolore und die Chansons

Trio Trikolore war wieder in Wörth. Der vorangegangene Auftritt hatte bereits im Jahr 2006 stattgefunden. Damals im Rondellzimmer. Stark verändert haben sie sich seitdem nicht. Das gilt auch für ihre Musik. Vorwiegend französische Chansons interpretieren sie, aber auch Guantanamera ist im Programm. Ein wunderschönes Konzert.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Musik, Zirkus und Kabarett

Artikel von Resi Beiderbeck im Wörther Anzeiger am 22.10.2019

Musik, Zirkus und Kabarett


Kultur “Bühne frei!” rief Klaus Wenk im vollen Wagner-Saal. Beim Donau.Wald.Brettl erlebten die Gäste ein Feuerwerk aus sechs Gemeinden.

Von Hackbrett bis Akkordeon, vom “Einzug der Gladiatoren” bis zu “Kabarett made in Bernhardswald”, reichte das Spektrum beim Donau.Wald.Brettl. Die abwechslungsreiche Mischung aus Besinnlichem und Fröhlichem, aus akustischen und visuellen Darbietungen, gefiel ausgesprochen gut. Da half das Publikum gerne mit und machte die Trommelwirbel im Programm des sensationellen “Circus Lusticus” mit den eigenen Füßen.

Die charmanten Zirkusnummern, angekündigt vom honorigen Direktor, funktionierten tadellos und sorgten für Beifallsstürme beim Publikum. Wo sonst kann man den stärksten Mann der Welt “Hercules Eisenquetscher”, die Schlangenbeschwörerinnen “Vobuingbisgnaxt” und die todesmutige Seiltänzerin “Francoise Balance” aus nächster Nähe erleben? Mit großem Brimborium erzählte die Wahrsagerin “Madame Nixgwis” beim Blick in ihre magische Kugel nach dem Motto “Sage mir deinen Namen und ich sage dir, wie du heißt” allerlei, während der Zauberer “Mingdada Scho” doch tatsächlich einen “lebendigen” Hasen durch einen brennenden Reifen springen ließ. Einfach sensationell, dieser Zirkus, dessen allerliebste Akrobaten es am Ende sogar schafften, 150 Zuschauer von ihren mitgebrachten Flöhen zu befreien! “Bravo!” riefen die Gäste, denen eindrucksvoll bewiesen wurde, dass man sich um die Kolping-Theaterbühne aus Wörth an der Donau keine Sorgen machen muss. Ein Theaterverein, der eine derart begeisternde Jugendgruppe in seinen Reihen hat, kann sich glücklich schätzen.

Aus der “Heimat des Nebels”
Eva Karl-Faltermeier nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise in den westlichen Landkreis - “Heimat des Nebels” - und skizzierte ein Potpourri an Ku-riositäten ihrer Kindheit. Dort, wo sie herkomme, habe jedes Feld mehr Steine als ein Kiesstrand in Istrien. “Drum san mir so starke Frauen.” Noch nicht herausgefunden hat die Kabarettistin, woher die Bezeichnung “Tal der schwarzen Laber” kommt. “Weils dort so finster is oder weil dort alle CSU wähln?”, sinnierte sie über die Gegend, in der es so viele Ratten gibt, “dass sie beim Feuerwehrumzug einen eigenen Taferlbuam ham”. Als Gassenkind mit Straßenbildung habe sie früh gelernt, dass die drei Wendungen “Wos”, “Öha” und “Ja mei” zum Überleben reichen.

“De Michatn” aus Pfatter machten ihrem Namen mit harmonisch klingender Instrumentalmusik alle Ehre. Die “Brennberger Sänger” nahmen die Besucher mit zu den “Holzhauern im Wold”. Sigi Weinberger aus Pfatter sang “Dahoam is viel scheener als draußt in da Welt”, während Verena Senft aus Aumbach mit Gitarrenklängen und großartiger Stimme glänzte. “Bei da Lindn bin i gsessen” sang der Wiesenter Dreigsang. Der “Schoustabauernmichl” alias Michael Zollner aus Völling, seines Zeichens Hochzeitslader, nahm bei der Beschreibung der eigenen Fertigkeiten kein Blatt vor den Mund: “Meine Gstanzl san greislich, schief und net schee, owa für Brennberg wird's scho geh”.

Zugaben eingefordert
Im Sturm eroberte die “Hells Creek Band” aus Frankenberg das Publikum. “Die wird man sich merken müssen” stellten die Gäste fest, spendeten enthusiastischen Applaus und forderten viele Zugaben ein. Was die Musiker um den 17-jährigen Frontmann und Sänger Elmar Schwinger auf die Bühne brachten, war nicht nur gut, sondern auch sympathisch performt, so dass der Funke sofort übersprang.

Hells Creek Band
Countrysound: Stampfende Rhythmen, Gitarren im typischen Boom-Cicka-Boom-Sound und eine kräftige Leadstimme - das ist der unverkennbare Countrysound der 50er- und 60er-Jahre.

Repertoire: Dolly Parton's “Jolene”, Carl Perkin's “Blue Suede Shoes” und natürlich Johnny Cash's “Folsom prison blues” begeisterten. “I Saw the Light” - ein Country-Gospel-Song von Hank Williams - bildete den Abschluss des umjubelten Auftritts.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Lustig, nachdenklich, mitreißend

Artikel von Gerlinde Fink in der Donau Post vom 21.10.2019

 

Lustig, nachdenklich, mitreißend

Von Kabarett bis Rock: Beim Donau.Wald.Brettl in Brennberg war ein bunter kultureller Mix geboten

Einen bunten Mix aus allen Sparten der Unterhaltung bot das Donau.Wald.Brettl am Samstag im voll besetzten Wagner-Saal in Brennberg. Gäste und Veranstalter waren gleichermaßen begeistert von einem erheiternden Abend. Die teils in anderen Gemeinden noch eher unbekannten Gruppen fanden eine breite Plattform, ihre Kunst bekannter zu machen. Der rundherum gelungene Abend mit neun unterschiedlichen Darbietungen verging wie im Fluge. 2012 haben sich fünf Kommunen zusammengeschlossen, um gezielt Kulturarbeit auf dem Land besser zu vernetzen und zu vermarkten. Mit einem gemeinsamen Flyer und gemeinsamen Veranstaltungen startete der Zusammenschluss der Gemeinden Brennberg, Pfatter, Rettenbach, Wiesent und Wörth. Im vergangenen Jahr trat die Gemeinde Bernhardswald als sechste Kommune mit ein. Mittlerweile findet jährlich an wechselnden Orten ein „Brettl“ statt, an dem sich Künstler aus allen beteiligten Gemeinden präsentieren können. Das mittlerweile siebte Donau.Wald.Brettl war am Samstag im Brennberger Wagner-Saal zu bestaunen und fand große Resonanz. „Damit was los ist zwischen Donau und Wald, damit zusammenwächst, was zusammengehört, auch wenn drin von draußd oft weit weg scheint, wurde dieses Brettl geboren“, sagte Bürgermeisterin Irmgard Sauerer bei der Begrüßung. Den vielen Beauftragten, die an diesem Projekt gemeinsam arbeiten, sagte sie ein herzliches Dankeschön, bevor sie an den Moderator des Abends, Klaus Wenk, übergab. Wenk moderierte zum Auftakt des bunten Abends die „Miachat‘n“ aus Pfatter an, die drei Instrumentalstücke mit Hackbrett, Akkordeon und Gitarre zum Besten gaben. Wahrsagerin „Madame Nixgwis“ Es folgte die Jugendgruppe der Kolping-Theaterbühne Wörth, die mit ihrem Stück „Circus Lusticus“ bewies, dass sie dem Ruf einer erstklassigen Jugendbühne vollends gerecht wird. Mit einem bestens spielenden Zirkusdirektor, der auch die Rolle des Zauberers „Mingdada Scho“ einnahm, dem stärksten Mann der Welt, „Hercules Eisenquetscher“, oder den beiden Clowns „Max Guad und Bisch Peter“ eroberte man die Besucher im Sturm und band von Anbeginn die Gäste mit ein. Auch die Seiltänzerin „Francoise Balance“, die akrobatischen Flöhe „Wamperl und Zamperl“ sowie die Schlangenbeschwörerinnen aus „Vobuingbisgnaxt“ hatten die Herzen der Besucher schnell für sich gewonnen, insbesondere die der kleinsten. Die Wahrsagerin „Madame Nixgwis“ sagte die Zukunft zweier Gäste voraus und sorgte damit für viele Lacher. Die Truppe, geleitet von Traudl und Hans Eigenstetter, erhielt einen Riesen-Applaus, allerdings geizten die Besucher generell nicht mit Anerkennung an diesem Abend. Seit über 30 Jahren gibt es sie, die „Brennberger Sänger“. Und auch beim Donau.Wald.Abend am Samstag trotzen sie Erkrankung und Umstrukturierung. Für den erkrankten Albert Neumeier sprang Xaver Hirschberger ein, den „pensionierten“ Sänger Gerhard Moser ersetzte Moderator Klaus Wenk und die musikalische Begleitung lieferte Roman Schwinger. Mit zur Gruppe gehört nach wie vor Hans Haimerl sen., der zudem einige witzige Geschichten zu erzählen hatte. Schräger Gesang und Selbstironie Mit viel Eigenhumor, der durchweg ansteckend war, präsentierte sich Hochzeitslader Michael Zollner aus Völling mit schrägem Gesang. Der „Schuasta Bauern Mich“, den die Gemeinde Rettenbach entsandt hatte, präsentierte Gstanzln und Witze: „Meine Gstanzln san ned schee, oba da Alois hod gmoant für Brennberg wird’s scho geh.“ Sigi Weinberger aus Pfatter folgte nach dem lustigen Auftritt des Hochzeitsladers. Weinberger sang Lieder von einem Ur-Pfatterer, der in seinen Liedern die Liebe zur Heimat, zu Gott und seiner Frau niedergeschrieben hat und für den Pfatter schlichtweg das Paradies ist. Der Wiesenter Dreigesang schlug ebenfalls traditionelle bayerische Töne an und sorgte mit seinen Stücken für Nachdenkliches. Humorig wurde es mit Eva Karl-Faltermeier, der Beauftragten aus Bernhardswald. Die Kabarettistin erzählte mit ihrem Mix aus schwarzem Humor und Selbstironie von ihrer Jugend, sie wuchs im Tal der Schwarzen Laaber auf. „I hob nie gwusst, warum des so hoaßt: Entweder weil nie die Sonne scheint, oder weil immer de CSU gewählt wird.“ Aber bis zur Grundschule habe sie „zufrieden auf der nebligen Sonnenseite des Lebens gelebt“. Verena Senft aus Aumbach begeisterte anschließend mit ihrer warmen, gefühlvollen Stimme, als sie zwei wundervolle Lieder zum Besten gab. Zum Abschluss des dreistündigen Abends sorgte die „Hells Creek Band“ aus Brennberg für Furore. „Auf sie kann die Gemeinde wirklich stolz sein“, kündigte Klaus Wenk an. Sänger Elmar Schwinger gab mit seiner markanten Stimme in der Familienband Stücke von Johnny Cash bis hin zu Elvis zum Besten. Klar, dass das Publikum die Künstler am Ende eines bunten und humorigen Abends nicht ohne Zugabe entließ.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)