Aktuelle Nachrichen

Große Klänge vor großer Kulisse

Steffi Denk & Flexible Friends traten im Innenhof des Klosters auf

Frauenzell. (das)

Die Besucher, die am Freitagabend zum Konzert von Steffi Denk & Flexible Friends in den Innenhof des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell gekommen sind, waren begeistert von der überaus gelungenen Vorstellung und der tollen und einzigartigen Atmosphäre inmitten der altehrwürdigen Mauern.


Das Bühnenbild, die Lichter und ein bunt gemischtes Programm der Frau mit einer faszinierenden Stimme entzückten die Gäste. „Steffi Denk mit ihrer lockeren Art samt ihren Stories immer wieder dazwischen, haben für mich einen sehr großen Unterhaltungswert“, sagte eine Besucherin des Konzertes. Eine weitere stimmte zu: „Ich bin immer wieder begeistert von dieser Frau, sie ist sehr vielseitig“. Ein anderer Gast bestätigte: „Da ist jeder für sich ein hervorragender Einzelmusiker und zusammen sind sie eine ganz tolle Gruppe.“

Ja, zweifellos, Steffi Denk & Flexible Friends begeisterten mit ihrem Programm „Accentuate The Positive“ auf einer musikalischen Reise zu den Jazz-, Swing- und Bossa- Nova-Wurzeln die mehr als 100 Zuhörer, die nach Frauenzell gekommen waren. Neben bekannten Klassikern aus dem amerikanischen Songbook, beschwingten Bearbeitungen zeitgenössischer Hits wie „Livin´On A Prayer“ von Jon Bon Jovi, „Black Hole Sun“ von Chris Cornell und Meghan Trainor`s „All About That Bass“ durften auch Balladen nicht fehlen. Steffi Denk interpretierte Gregory Porters „Water Under Bridges“, Joe Samples „When Your Life Was Low“ und Cole Porters „I`ve Got You Under My Skin“ (hier als Bossa Nova) gefühlvoll und fast schon herzzerreißend.

„Dieser tolle Innenhof“ müsse viel öfter öffentlich genutzt werden, schlug die multilaterale Sängerin – die in vielen unterschiedlichen Sprachen mit ihren Dialekten wie Österreichisch, Französisch, Bairisch, Englisch, Schwäbisch sprach – vor. Mit lustigen Darbietungen erzählte und unterhielt sie sich zwischen den Musikstücken immer wieder mit den Einzelmusikern, die alle in „einer Art Therapiegruppe“ seien.

Den Gästen gefiel der Abend, sie gaben zwischendurch und auch am Ende des gut zweieinhalbstündigen Konzerts minutenlangen Applaus und forderten mit Zugabe-Rufen noch eine musikalische Dreingabe, dem die Gruppe gerne folgte.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Wörth und wie man hier leben kann

Stadtwanderung mit Josef und Josef zum Thema Kultur.Wirtschaft nachgeholt

Im Hochsommer musste die Stadtwanderung mit Josef und Josef wegen zu großer Hitze noch abgesagt werden. Am Sonntag nun kamen rund 60 Teilnehmer in den Genuss eines literarischen Spaziergangs bei herrlichem Spätsommerwetter. Im Rahmen der landkreisweiten Veranstaltungsreihe „Kultur.Wirtschaft“ erzählten und lasen die ehrenamtlichen Stadtführer Josef Schindler und Josef Schütz Kurzweiliges bis Bedrückendes, aber stets Interessantes zum Thema Stadt und Wirtschaft. Von der Stadtkirche ging es die „Stukabahn“ hinauf auf die Lerchenhaube, von dort zur Pestkapelle auf dem Herrnberg und hinunter ins Gschwelltal zur Schule und zur historischen Schusshütte der Feuerschützengilde. Zu den einzelnen Stationen berichtete der zweite Bürgermeister Schütz Aktuelles sowie Wissenwertes und ließ auch die Gäste zu Wort kommen. Der Schriftsteller Schindler las dazu aus seinen beliebten Kindheitserinnerungen, die so mancher Teilnehmer gerne aus eigener Erfahrung bestätigte. Über den Petersplatz und die „Rutschn“ kehrte die Gruppe nach gut zwei Stunden an den Ausgangspunkt zurück, freilich nicht, ohne zur abschließenden Einkehr in eine Wirtschaft einzuladen.

[Text: Franz Nopper, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Warum Live-Musik viel schöner ist als Retorte

"Und jetzt spielen wir was ganz anderes" sagt der Yankee. Da fällt ihm Sepp Frank ins Wort und erwidert: " Wäre ja auch ein Schmarrn, wenn wir dasselbe Lied nochmal spielen würden." So ging es zu beim Konzert der Old Folks am gestrigen Samstag im Bürgersaal.

Sie sind alte Bekannte in Wörth, der Wolfgang Berger, der Yankee und der Sepp Frank und immer wieder gerne gesehen, weil jeder spürt, wie sehr es ihnen Spaß macht beim Auftritt im Bürgersaal. Das wichtigste ist aber ihre Musik. Kontrabass (Berger), Akkordeon (Frank) und Gitarre (Yankee). Perlen der Rock-und Popmusik aus den 60er und 70er Jahren spielen sie: Bob Dylan, Bruce Springsteen, Peter Sarstedt, Donovan, Sting usw. Und sogar an den Stones-Klassiker Jumpin' Jack Flash trauen sie sich ran. Weil sie im Alter mutig geworden sind, sagen sie. Ja, den Titel in dieser Besetzung zu spielen, ist sehr mutig.

Ein wunderschönes Konzert mit wunderbaren Musikern. Die Begeisterung der Zuhörer war hör- und spürbar.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Das Wackersdorf-Gefühl

Das Wackersdorf-Gefühl

Freiluftkino auf der Burg: 250 Besucher blickten in wundervoller Atmosphäre auf eine politisch sehr angespannte Zeit zurück.

Bericht von Gerlinde Fink in der Donau Post (Ausgabe vom 26.08.2019)

Brennberg. (gf) Der Kinofilm „Wackersdorf“ gibt 30 Jahre nach dem Aus für die geplante WAA, die als zentrale Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland gebaut werden sollte, einen Einblick in die Hintergründe der damaligen Geschehnisse.
Gut und gern 250 Besucher ließen sich auf der Burg Brennberg bei einem herrlichen Freiluftkinoabend am Freitagabend nochmals mitnehmen auf die Reise in die bewegten Achtzigerjahre in der Oberpfalz. Mit so einem Ansturm hatten die Mitglieder des Kulturausschusses der Gemeinde Brennberg gar nicht gerechnet. Doch offensichtlich lag man mit dem 2018 erschienen Film „Wackersdorf – Wehrt Euch, leistet Widerstand !“ von Regisseur Oliver Haffner und Drehbuchautor Gernot Krää voll im Trend.


Sportverein stellte Bänke zur Verfügung
250 Gäste waren zur Burgruine gekommen, teils chauffiert von einem Shuttledienst, den man kurzfristig eingerichtet hatte. Schnell wurden noch Bänke geholt, wobei sich SSV-Vorsitzender Thomas Saradeth, der auch als Gemeinderat den Kulturausschuss bei dieser Veranstaltung tatkräftig unterstützt hatte, als hilfreich erwies und hierfür die Bänke des Sportvereins zur Verfügung stellte.


Selbst dabei beim „Deutschen Woodstock“
Saradeth selbst war damals in den Achtzigerjahren auch ein regelmäßiger WAA-Widerständler gewesen und berichtete am Rande des Kinoabends von den regelmäßigen Teilnahmen der Brennberger Bürgerinitiative, damals gegründet von Dr. Eberhard Klein, an den Demonstrationen am Bauzaun. Selbstverständlich war Saradeth auch am 26. und 27. Juli 1986 beim „Deutschen Woodstock“, dem „Anti-WAAhnsinns-Festival“ in Burglengenfeld dabei. Es war das bis dahin größte Rockkonzert der deutschen Geschichte mit über 100 000 Besuchern gewesen. Die Besucher, die am Freitagabend in Scharen mit Decken gekommen waren, ließen sich schnell in den Bann des Filmes über den damaligen Schwandorfer Landrat Hans Schuierer ziehen, der auch die Hintergründe der Achtzigerjahre in der Oberpfalz zeigte. Der Film beschreibt die damalige Situation: Die Arbeitslosenzahlen stiegen und Landrat Hans Schuierer stand unter Druck, Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Da erschienen ihm die Pläne der Bayerischen Staatsregierung wie ein großes Geschenk: In der beschaulichen Gemeinde Wackersdorf sollte eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Region versprach. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit massiver Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorging, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzte, stiegen in Schuierer Zweifel auf: Vielleicht ist die Anlage doch nicht so harmlos wie behauptet. Er begann nachzuforschen und legte sich mit der mächtigen Strauß-Regierung an.


Gerne auch „etwas Kritisches“ zeigen
Bei dem Politdrama über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz geführt hatten, kam bei vielen Open-Air-Besuchern wieder das „Wackersdorf-Gefühl“ auf. Ein durchweg positives Fazit war am Ende des Filmes zu entnehmen: Die tolle Location schreit nahezu nach einer Wiederholung eines Open-Air-Kinos, sagten einige Besucher. Dabei dürfe gerne auch „etwas Kritisches“ gezeigt werden.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Foto Resi Beiderbeck

Der Fisch'n Hans ist wieder in Frauenzell

Der Fisch'n Hans ist wieder in Frauenzell
Fotograf Stefan Winklhöfer mit dem Steinkirchner Hans auf dem Traktor im Hintergrund.
Artikel von Resi Beiderbeck – Wörther Anzeiger 07.08.2019
Frauenzell Dem Kulturausschuss der Gemeinde Brennberg ist es zu verdanken, dass Hans Steinkirchner jetzt quasi “heimgekehrt” ist. Die Ausstellung mit dem Titel “Hans - Eine kleine Geschichte vom Glück” war schon in Neusath-Perschen zu sehen und auch im Leeren Beutel in Regensburg oder in der Krones-Galerie am Konzernsitz in Neutraubling.

Dort erlebte man Besucher, die plötzlich reden wollten, feuchte Augen hatten oder bewegende Kommentare ins Gästebuch schrieben. Jetzt also ist der “Hans” im Kloster Frauenzell an Wänden und in Vitrinen präsent - ausdrucksstark in Schwarz-Weiß-Fotografien. “Was er wohl selber dazu sagen würde?”, sinnierte mancher.

Zur Vernissage waren über 70 Gäste gekommen. Sie wussten die Aufnahmen sehr zu würdigen, die Fotograf Stefan Winklhöfer in einem Buch veröffentlichte. Das hat genauso “eingeschlagen” wie die Ausstellung. “Ein paar Tausend sind schon draußen”, sagte Professor Josef Paukner, von dem die Textbeiträge stammen. “Vielleicht ist es einfach zur richtigen Zeit gekommen”, mutmaßt er über den Grund für den bemerkenswerten Erfolg des Buches.

Die “Höllbachflöten” Johanna Weigl und Berit Proctor untermalten die Vernissage mit federleichten Klängen. So bescheiden, wie der “Hans” gelebt hat, fiel die Bewirtung aus. Zu Bier und Wein gab es bodenständige Klostersemmeln - nicht zu groß.

Den längsten Beifall an diesem Abend bekamen aber nicht die Bilder, sondern Maria Weigert und Resi Spitzer. Sie standen bescheiden im Hintergrund, als Bürgermeisterin Irmgard Sauerer ihre Namen erwähnte. Ohne ein Aufhebens darum zu machen, hatten sie dem Steinkirchner Hans als hilfsbereite Nachbarinnen über Jahre hinweg viele Dienste erwiesen und so großen Anteil daran, dass der betagte Bauer bis zu seinem Lebensende in Frauenzell daheim sein durfte und seinen Alltag meistern konnte.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 8. September sonntags von 11 bis 17 Uhr im ehemaligen Bibliothekssaal des Klosters zu sehen. Besuche außerhalb dieser Öffnungszeiten können unter Tel. (09482) 940326 angefragt werden. Der Eintritt kostet 2 Euro.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Klostermarkt 2019 - Foto Daniela Schmidbauer

Stöbern, staunen, kaufen

Stöbern, staunen, kaufen
Sehr viel Betrieb beim Frauenzeller Klostermarkt – Festlicher Gottesdienst
Artikel von Daniela Schmidbauer in der Donau Post am 06.08.2019

Frauenzell. (das) Der Frauenzeller Klostermarkt war auch in diesem Jahr, bei schönstem Wetter, ein fantastischer Erfolg für die Veranstalter.
Viele Besucher waren am Sonntag in das beschauliche Klosterdörfchen gekommen und besuchten schon um 10 Uhr den festlichen Gottesdienst, den der derzeitige Urlaubsvertretungspfarrer Pater Sinoj Skaria aus Indien, gemeinsam mit Diakon Johann Emmerl, zelebrierte. Das Gotteshaus war übervoll; die Sunnseitn Muse untermalte den Festgottesdienst mit der wundervollen Waldlermesse.

Im Anschluss waren die mehr als 40 Fieranten ein starker Anziehungspunkt für die Besucher. Mit ihren interessanten und ansprechenden Waren luden sie zum Verweilen, Stöbern, Kaufen und einem kleinen Gespräch ein. Für jeden Geschmack war was dabei, von Strickwaren und Gartenobjekten über Pflanzen, Drechselware und Holzschnitzereien bis hin zu Schmuck, Geschenkartikeln und selbstgemachten Lebensmitteln. Das Areal rund um das ehemalige Benediktinerkloster bot dafür eine hervorragende Atmosphäre, schön überschaubar und mit einem ganz besonderen Flair. Viele Besucher brachten das eine oder andere schöne Mitbringsel mit nach Hause. Wer gegen Mittag Hunger bekam, der konnte sich im Klosterinnenhof angenehm unter schattigen Bäumen stärken. Die Frauenzeller Ortsvereine bewirteten dort mit einem Angebot an Schmankerln die zahlreichen Gäste und die Höllbach-Blosn spielte für die Besucher auf.

Im Rahmen des kulturellen Programms der Gemeinde Brennberg lud man zur Ausstellung „Hans – eine kleine Geschichte vom Glück“ in den ehemaligen Bibliothekssaal des Klosters. Interessante Einblicke gewann man obendrein, wenn man die Gruft unter dem Altarraum oder die Basis des Klosters mit dem Gewölbe unter dem Kirchendach besuchte. Hier durfte man Orte besuchen, die sonst das ganze Jahr über verschlossen und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Event war auch in diesem Jahr wieder vollends gelungen, die Besucher konnten einen wunderschönen Tag in Frauenzell genießen.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Klostermarkt 2019 - Foto Resi Beiderbeck

Wie zu alten Wallfahrerzeiten

Artikel von Resi Beiderbeck, Wörther Anzeiger 06.08.2019

Frauenzell Das Wetter hätte nicht besser passen können und das Angebot war vielfältig. Diese und andere Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass der 9. Klostermarkt einen wahren Besucheransturm erlebte. Vom ehemaligen Klosterrichterhaus bis hinunter zum Sportplatz zog sich die lange Reihe der Standler. Baumwollschürzen, Dinkelkissen, Strohhüte, Schaffelle, Plüschtiere und jede Menge Dekorationsartikel, Holzkunst, Klangspiele, frisches Brot und leckeres Eis gab es beim Klostermarkt.

Den ganzen Tag über strömten die Menschen in Massen zum Kloster, um Gestricktes, Getöpfertes und Gedrechseltes zu erwerben, den Drehorgelspieler zu erleben und allerlei Gaumenfreuden zuzusprechen. Der Klosterinnenhof wurde zum Biergarten und Frauenzell zum unwiderstehlichen Besuchermagneten.

Recht viel mehr Leute werden wohl auch in früheren Zeiten nicht gekommen sein, als es noch jedes Jahr im September an “Mariä Geburt” eine große Wallfahrt mit Markttreiben gab. Was den Klostermarkt der heutigen Zeit betrifft, so freuen sich die Veranstalter darüber, dass er nach weniger als zehn Jahren bereits eine Tradition geworden ist, die man sich jedes Jahr aufs Neue nicht entgehen lassen will.

Zukunftswerkstatt als Ursprung
“Wie können wir unser Dorf voranbringen und für zukünftige Generationen attraktiv machen?” fragten sich die Frauenzeller 2010 bei einer “Zukunftswerkstatt”. Ein Klostermarkt wurde vorgeschlagen, denn ein großes Markttreiben gab es in Frauenzell auch in früheren Zeiten jedes Jahr, damals in Verbindung mit der Wallfahrt zu “Unserer Lieben Frau”.

So kam es, dass 2011 nach jahrzehntelanger Pause endlich wieder Fieranten den Vorplatz des Klosters bevölkerten. Schmuck aus Edelsteinen, Glas und Metall, Berufskleidung, Keramik, Steckenpferde, Handarbeiten, Süßwaren, Spielzeug und noch mehr hübsche oder nützliche Dinge wurden offeriert. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass der Klostermarkt einen Besuch lohnt und unzählige Besucher kommen jedes Jahr wieder - nicht nur zum Markt, sondern auch zur Messfeier.

Klosterkirche total überfüllt
“Wir waren schon eine Viertelstunde vor Beginn des Gottesdienstes da, bekamen aber nur noch einen Stehplatz”, berichtete eine Besucherin aus dem Landkreis Cham. Jetzt ist die Klosterkirche nicht gerade klein, verfügt über 400 Sitzplätze. Trotzdem reichte der Platz nicht aus. Die Menschen standen dicht an dicht, sogar noch draußen vor dem Portal. Pater Sinoj Skaria zelebrierte flott genug, um all jenen gerecht zu werden, die keinen Sitzplatz bekommen hatten, aber trotzdem da blieben. Komplimente und Applaus verdiente sich die “Sunnseitn Muse” für die feierliche Gestaltung der Messfeier mit Liedern aus der “Waldlermesse”.

Danach ging es im Klosterinnenhof gemütlich weiter. Die Frauenzeller Vereine halfen zusammen und hatten am Ausschank, an der Grillstation, aber auch im Pfarrsaal-Café alle Hände voll zu tun. Direktvermarkter Sepp Zierer ist eigentlich bekannt für sein Glaslfleisch, kann aber auch mit Vegetarischem punkten. Das bewies er am Sonntag beim Kaiserschmarrn-Backen. Und wer lieber ein Radibrot oder eine Portion “Obazdn” wollte, kam auch nicht zu kurz.

Während die Gäste im Schatten saßen und ihr Mittagessen genossen, war Gelegenheit zu einer Nachbetrachtung der Veranstaltung des Vorabends. In der Ägide von Abt Petrus Widmann war 1619 die Frauenzeller Klostermauer erbaut worden. Deren 400-jähriges Bestehen nahmen die “Klosterfreunde” heuer zum Anlass für eine Videoinstallation der Künstlerinnen Tanja Riebel und Lisa Warin-Langbein. Die Uni-Absolventinnen zeigten unter dem Titel “Zeitspeicher” ein freies Spiel aus Formen und realen Ereignissen.

“Die Mauer fungiert als Zeitspeicher, der etwas von seinem gespeicherten Wissen offenbart”, hatte es in der Ankündigung geheißen. Die Reaktionen der Zuschauer waren gespalten und reichten von “I hob´ s net verstanden” bis zu “Endlich mal was anderes”. Bedauert wurde aber von Fans und Kritikern gleichermaßen, dass es ausgerechnet dann zu regen begann, als der erste Durchlauf der Vorführung begonnen hatte.

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Foto Resi Beiderbeck

Wos gscheits zum Essn und mei Ruah

Brennberg

Die Trachtler zeichneten sich für Idee und Zelt verantwortlich. Der Kulturausschuss der Gemeinde trat als Veranstalter auf und stemmte das mit Abstand größte Einzelereignis seiner elfjährigen Geschichte. So gastierte Martina Schwarzmann, die allseits beliebte und vielfach preisgekrönte Kabarettistin mit dem trockenen Humor mit ihrem Programm “Genau richtig” in Brennberg, einem Ort “ohne Unterhosengeschäft”. Wer eine Karte ergattert hatte und dabei sein konnte, dem wurde schnell klar, warum Schwarzmann-Gastspiele landauf, landab so begehrt sind. Die vierfache Mutter mit “Formular-Allergie” legte ihr Handtascherl beiseite, griff zur Gitarre und eroberte das Publikum mit ihrer herzerfrischenden Art im Sturm. “Jetzt bin i do und jetzt spui i für eich” und schon ging es los mit Geschichten vom Weiberstammtisch, von nackerten Goaßlschnalzern und dicken Krampfadern. Viel Applaus gab es für Statements wie “Eigentlich will i nur wos gscheits zum Essen und mei Ruah” oder “I bin net bei facebook - i bin bei mir”.

 

Die künftige Punkband-Gründerin gab nutzbringende Alltagstipps und erklärte, wie man unliebsame Anrufe abwehrt, wie man sich eine zehnminütige Pause erschleicht und warum Toleranz extrem viel Zeit spart: “Man muss viel weniger putzen, wenn man den Dreck einfach toleriert”.

 

Als Überraschungsgast schickte die Künstlerin einen Kollegen auf die Bühne: Stefan Kröll stellte eine bewährte Methode zum Einschläfern von Pferden vor und verriet, warum er gerne “Klapperl” zu “Manchesterhosen” trägt. Der Kurzauftritt machte durchaus Appetit auf sein Gastspiel am 7. November in der Alten Mälzerei in Regensburg. Dort wird er sein Programm “Goldrausch 2.0” präsentieren, das einen urkomischen Ritt durch abgründige Themenwelten verspricht. Ein Großteil der Karten ging gleich in Brennberg weg - zusammen mit Schwarzmann-Geschirrtüchern ein originelles Mitbringsel von einem vergnüglichen Abend.

 

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)