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Georgi-Ritt 2019

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2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Das beste aus 100 Jahren

Am Sonntag war die Couplet AG bei Kultur in Wörth. In der Regel spielen sie in viel größeren Häusern, aber nach Wörth kommen sie gerne, auch wenn nur 130 Leute im Bürgersaal Platz finden.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Broschüre Kultur.Wirtschaft erschienen

Heuer lautet das Thema der landkreisweiten Veranstaltungsreihe "Kultur.Wirtschaft". Die dazugehörige Broschüre ist soeben erschienen und wird in den nächsten Tagen ausgelegt. 

Donau.Wald.Kultur ist mehrfach vertreten

- Frauenzell: Ausstellung Walter Zacharias und Künstlerfreunde immer sonntags vom 5. bis 26. Mai
- Frauenzell: Trio ADABEI am 19. Mai
- Adlmannstein: Liai.song am 22. Juni
- Wörth: Wanderung mit Josef Schütz und Josef Schindler am 30. Juni
- Brennberg: Stodlkeada mit Quetschenblech am 1. September
- Wörth: Lesung mit Musik aus "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus am 16. November

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Maurerkelle und Spaten statt Pinsel

Was bleibt von denen, die vor uns da waren ? Dr. Christoph Steinmann, stellvertretender Referatsleiter für die Oberpfalz am Landesamt für Denkmalpflege (BLfD), hielt am Mittwochabend im Bürgersaal einen Vortrag über Bodendenkmäler in Wörth, Wiesent und Pfatter. Er stellte außerdem die Arbeit seiner Behörde genauer vor.

Was ist ein Bodendenkmal überhaupt ? Einfach gesagt: Alles Mögliche, solange es unter der Erde liegt. In Bodendenkmälern können Gebäudereste, Knochen oder Gegenstände zu finden sein, von der kleinesten Feuersteinscherbe bis zur ausgewachsenen Befestigungsanlage. 49 000 davon sind derzeit in Bayern bekannt, immerhin 107 davon befinden sich in Wörth, Wiesent und Pfatter. Eine Aufgabe des BLfD ist es, diese Bodendenkmäler zu schützen. Am einfachsten gehe das, indem man sie dort lasse, wo sie sind: „Wenn eine Mauer unter der Erde 5 000 Jahre ausgehalten hat, dann tut sie das auch die nächsten 500.“Will aber jemand dort bauen, wo ein Bodendenkmal ist oder vermutet wird, begleitet das BLfD die Grabungen, um das Denkmal zu konservieren. Dabei komme übrigens der Pinsel gar nicht so oft zum Einsatz. „Die Maurerkelle ist neben dem Spaten das wichtigste Werkzeug“, sagte Steinmann. „Sie stehen da oft im Schlamm, was wollen Sie dann mit einem Pinsel ?“

Ausgrabungen sind „gar nicht so teuer“

Fundstücke werden wenn möglich mitgenommen, ansonsten fotografiert und abgezeichnet. Nichts dürfe vergessen werden: „Wenn die Grabung vorbei ist, ist die Fundstelle zerstört.“ Wer auf einem solchen Grundstück bauen wolle, müsse die Ausgrabungen finanzieren. Das sei gar nicht so teuer, sagte Steinmann: „Die Kosten liegen bei fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter“, also meist etwa einem Prozent der Bausumme.Um festzustellen, ob auf dem entsprechenden Gelände Bodendenkmäler zu finden seien, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Auf Luftaufnahmen zeigten sich beispielsweise die Spuren von Gräben und Mauern, die unter der Humusschicht verborgen seien. In Getreidefeldern erscheinen die Gräben grüner, da dort die Wurzeln tiefer reichen und die Pflanzen mehr Wasser bekommen. Über Mauerresten trocknet das Getreide dagegen schneller aus.

Das Alter der Geislinger Drillinge bleibt ein Rätsel

Ein Beispiel für solche aus der Luft sichtbaren Fundstellen seien die Geislinger Drillinge, drei eng benachbarte, viereckig eingezäunte Anlagen. Ihr Alter sei unbekannt, sagte Steinmann. Für Höfe aus der Zeit von 800–500 vor Christus wirkten sie zu unregelmäßig, es könne sich aber durchaus auch um kleine Befestigungen aus dem Dreißigjährigen Krieg handeln. Da sie nicht ausgegraben wurden, könne ihr Alter nicht bestimmt werden. Bei Bodendenkmälern, die unter Äckern liegen, können direkt nach dem Pflügen Stücke von Tongefäßen und andere Gegenstände entdeckt werden. Oft sei dabei auf den ersten Blick schwer zu sagen, von was für einem Gegenstand eine Scherbe stamme. Bei einer genaueren Untersuchung gibt es aber durchaus Hinweise. So zeigen manche Feuersteinscherben den sogenannten Sichelglanz: Mehrere Scherben wurden in eine Geweihsprosse eingebettet und dienten zur Getreideernte. Je länger ein Stein so eingesetzt wurde, desto abgenutzter und speckiger wurde seine Schnittfläche. Bei Scherben von Tongefäßen finde man nur mit sehr viel Glück zueinander passende Stücke, was die Rekonstruktion erschwere. Einen beim Pflügen aufgetauchten Fundgegenstand, einen gut erhaltenen steinernen Axtkopf, ließ Steinmann im Publikum herumgehen. Der Kopf wurde auf einem Feld bei Dietersweg gefunden. Ihn zu bearbeiten, dürfte laut Steinmann lang gedauert haben: etwa 20 Stunden, um ihn in Form zu schleifen, und noch einmal acht Stunden für das Loch. Wo Bäume die Sicht auf den Boden versperren, kommen andere Technologien, zum Beispiel ein fliegender Laserscanner zum Einsatz. Er spürt Unregelmäßigkeiten im Erdreich auf einen halben Meter genau auf. Unter anderem sei so eine eisenzeitliche Befestigung auf einem Hügel gefunden worden, die später, zur Zeit der Hunneneinfälle, durch zusätzliche Mauern verstärkt wurde. Diese waren senkrecht zur eigentlichen Mauer gebaut worden, um die berittenen Bogenschützen der Hunnen davon abzuhalten, im Vorbeireiten Pfeile nach innen zu schießen. Ein interessanter Fall sei der Burgstall Neuhaus nördlich von Dietersweg. Dabei handle es sich um eine nicht fertiggestellte Burg, eine mittelalterliche Baustelle sozusagen. Besonders sei der Burgstall deswegen, weil die ursprüngliche Form noch erkennbar sei, statt sich durch Anbauten in späteren Jahrhunderten verändert zu haben. Eine OTH-Studentin habe ihre Masterarbeit über die Grabung am Burgstall und deren Vorbereitung geschrieben. In diesem Fall sei durch Quellen klar gewesen, dass sich dort eine unfertige Burg befinden musste, deren Bau Anfang des 13. Jahrhunderts eingestellt worden war. Lasermessungen zeigten einen unregelmäßig viereckigen Grundriss, der sich an der Hügelkuppe orientierte. Ein Halsgraben sollte den Zugang an der flacheren Hügelseite erschweren. Bei einer zweitägigen Grabung legten die Archäologen Reste der Mauern frei. Sie schafften es sogar, das damalige Bodenniveau zu ermitteln: Die Mauern waren unterhalb einer bestimmten Höhe nicht mehr sauber verfugt worden. „Da hätte sie niemand gesehen, also warum sich die Arbeit machen ? Menschen sind nun mal faul“, schmunzelte Steinmann.
[Donau-Post, Eibl]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Buch Donau.Wald.Kultur

Von saukomisch bis bierernst

„Meine liebe kleine Welt, die mich trägt und die mich hält. Die Freude, die ich nirgends fand, sie gab mir nur mein Heimatland“, schreibt Ludwig Stuber aus Bernhardswald im neuen Donau. Wald. Kultur-Lesebuch. Das Buch stellt eine Hommage an unsere wunderschöne Region dar, die von den Teilnehmergemeinden Bernhardswald, Brennberg, Pfatter, Rettenbach, Wiesent und der Stadt Wörth geschätzt wird.

Herausgeber ist der Zusammenschluss „Donau. Wald. Kultur“, eine interkommunale Kulturinitiative. Die Wiesenter Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher eröffnete die Buchvorstellung, zu der die Projektbeauftragten, die Bürgermeister und Mitwirkenden ins Rathaus Wiesent geladen wurden. „Kultur pflegt Tradition und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft“, betonte Kerscher, die nach einer ersten Leseprobe feststellte, dass es sich um ein gelungenes Projekt handle.

Das Donau.Wald.Brettl machte den Anfang

Johann Festner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, hielt einen Rückblick auf das Entstehen der Institution: „Im Jahr 2011 haben sich Brennberg, Pfatter, Rettenbach, Wiesent und Wörth zusammen getan, um Kulturarbeit auf den Weg zu bringen. Junge Köche, alte Rezepte“, lautete die erste gemeinsame Veranstaltung und eine Broschüre mit vielen interessanten Aktionen wurde erstellt. „Wir haben ein eigenes Kinderprogramm angeboten, was allerdings nicht geklappt hatte, das gehört eben auch dazu. Vieles ist aber gut gelungen, wie etwa das erfolgreiche „Donau.Wald.Brettl“, das alljährlich von einer anderen Gemeinde ausgerichtet wird“, erörterte Festner. „Bei einem Treffen hieß es abschließend: „Fällt noch jemanden was ein?“. In der darauffolgenden Nacht kam prompt ein E-Mail von Alfred Stadler, der vorschlug, ein Buch zu machen“, schilderte Festner.

Redaktion ging auf Themensuche

Gesagt, getan – alle waren sich einig und die Mühe habe sich gelohnt, meinte der Sprecher. „Im Mai 2017 wurde dieses Vorhaben konkretisiert“, erörterte Initiator Stadler, der eine Redaktionsgruppe mit Personen aus allen Orten um sich scharrte. Das Projekt fand in Bernhardswald Anklang, die Gemeinde bekundete ihr Interesse zum Mitwirken und wurde so dann als Neumitglied aufgenommen. Isabella Binder aus Pfatter, Brigitte Böhm aus Geisling, Daniela Eigenstetter aus Rettenbach, Josef Schütz aus Wörth, Heinz Klein aus Brennberg und Lisa Auburger aus Bernhardswald machten sich zusammen mit Stadler auf Ideensuche. Der Auftrag lautete, Prosa und Lyrik, Illustrationen und Bilder der beteiligten Gemeinden oder was sich auf die Orte bezieht, zu finden. Voller Elan wurden Texte, Fotos und künstlerische Beiträge gesammelt.

Bilder von Hudetz, Fotos von Eigenstetter

Eine Vielzahl an Beiträgen wurde bereitgestellt und es hieß aussortieren, was ins Buch passt. Gar nicht so einfach, stellten die Buchmacher fest, es sollte eine abwechslungsreiche, breitgefächerte Lektüre werden. So fanden Liedtexte, wie etwa das Rettenbacher Heimatlied von Schwester Hugonia einen Platz. Geschichtliche Beiträge bereichern das Repertoire, so nehmen Bernhard Grueber und Adalbert Müller aus Brennberg Bezug auf die „Hölle“. Franz Auerbach aus Pfatter beschreibt in seiner Geschichte „Angekommen“ seine persönlichen Erfahrungen als „Zuagroaster“. Dass Karl Anton Hudetz nicht nur ein begabter Maler war, sondern auch das Dichten liebte, ist auf den Wiesenter Seiten zu erkennen. Und auch Josef Schütz, zweiter Wörther Bürgermeister, zeigt, dass er die Eindrücke über Stimmungen in der Natur gekonnt in Worte fassen kann. Pfarrer Lorenz Schnitts Dokumentation über seine Erinnerungen als Schulbub an die Zeit um 1945 wurde mit alten Familienfotos bereichert. Aquarelle, Federzeichnungen und Postkartenansichten vervollständigen passend zum schriftlichen Beitrag die Seiten. Auf der Suche nach einem Titelbild wurde man bei der Fotoausstellung von Hans Eigenstetter fündig. Eine herrliche Landschaftsaufnahme des Wörther Fotoexperten prägt den Einband, Fotos von Kulissen der Teilnehmergemeinden wurden ergänzt. Stadler sprach einen Dank an Lektor Franz Auerbach aus, der zudem die Bücherbeschreibung auf der Rückseite kreierte: „Ein buntes Mosaik und reizvolles Portrait dieser Region, mit vielen heiteren, aber auch nachdenklichen Seiten, saukomisch bis bierernst ...“, Günter Lichtenstein, der für die Gestaltung und den Satz verantwortlich war, die Druckerei Schramm erstellte das Buch in einer hervorragenden Qualität.

Kulturreferent lobt das Leuchtturmprojekt

Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent des Landkreises, betonte, dass dieser interkommunale Zusammenschluss einmalig im Landkreis sei. „In der ländlichen Region führt die Kultur ein Schattendasein. Mit diesem Werk wurde ein Leuchtturm geschaffen“, lobte Feuerer alle Mitwirkenden. Die Auflage des Buches beträgt 1 500 Stück. Ab sofort ist es in allen Rathäusern, sowie in der Hartung´schen Buchhandlung in Wörth zu einem Preis von zehn Euro erhältlich. In jeder Gemeinde werden die Bücher bei einer musikalischen Lesung präsentiert.

2019 von Angelika Sigl (Kommentare: 0)

Bayerisches Landesjugendzupforchester zu Gast in Wörth

Nach vier Tagen Üben in der Musikakademie Alteglofsheim gab das Bayerische Landesjugendzupforchester in Wörth unter der Leitung von Julian Habryka das Abschlusskonzert. Musikalisch bewegten die Musiker sich zwischen Klassik und Jazz. Besonders interessant das Mozart-Stück "Ein musikalischer Spaß". Mozart hat damit seine weniger begabten zeitgenössischen Komponistenkollegen parodiert, um nicht zu sagen verhöhnt.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Schwungvoll ins neue Jahr

Erst bekam er ein Busserl auf die Wange, dann forderte ihn Svenja Kruse zum Tanz auf: Der Zuhörer in der ersten Reihe grinste. Doch auch das restliche Publikum erlebte am Dienstag einen aufregenden Abend im Rondellzimmer: Das Swing & Klassik-Schlossensemble garantierte einen „romantischen und bes(ch)wingten Start ins neue Jahr“, wie es in der Veranstaltungsankündigung geheißen hatte.

Frontfrau Svenja Kruse überzeugte mit ihrer leicht und locker klingenden Sopranstimme, die Assoziationen mit einem Opernbesuch weckte und in vielen verschiedenen Variationen zu hören war: mal ausdrucksstark und emotionsgeladen, mit Feuer und Energie, dann wieder sanft und gefühlvoll. Herbert Hutter am Klavier, Werner Güntner am Kontrabass und Gerhard Putz am Schlagzeug rundeten ihren Gesang ab. Und dann war da noch Heike Fischer, die ihrer Violine Erstaunliches entlockte, sie riss das Publikum mit und hin. Zwischendurch trug das Ensemble auch reine Instrumentalnummern vor, von launig bis verträumt.Das Swing & Klassik-Schlossensemble war bereits im April 2016 – passenderweise – im Schloss aufgetreten. Heuer ließen Kruse und Co. ein Neujahrskonzert folgen, das unter folgendem Motto stand: „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein.“ Der Walzer stand also im Vordergrund, „wobei wir auch ein paar andere Rhythmen hinein schummeln“, wie Sopranistin Kruse wissen ließ. Mit ihrer entspannten Art führte sie durch den Abend, feinem Humor jederzeit zugeneigt.Und dann sang sie natürlich. Zum Beispiel von amourösen Gefühlen („Ich bin verliebt, bin so verliebt“) oder von ihren Lippen, die gerade so heiß küssen könnten, dass wohl alles verbrenne.Auch Ausflüge in andere Länder waren inbegriffen, beispielsweise in die Welt des italienischen Komponisten Giacomo Puccini. Kruse präsentierte ein Stück, das von einer jungen Frau erzählt, die einen mäßig wohlhabenden Künstler heiraten will. Ihr Vater ist damit „nicht besonders einverstanden“, weshalb sie ihn unter Druck setzt mit der Drohung, von einer Brücke zu springen. „Niemand packt einen Erpressungsversuch in so schöne Musik wie Puccini“, sagte Kruse augenzwinkernd.Das vielseitige Neujahrskonzert [...] traf den Nerv des Publikums, das mit Applaus nicht sparte.

[Text Simon Stadler, Donaupost; Bild: Johann Festner]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Die Frau mit der „Fingerspitzenlösung“

Die Frau mit der „Fingerspitzenlösung“

Christine Eixenberger begeistert mit ihrem Programm in Rettenbach.

Die Zuschauer klatschen sie zu einer Zugabe auf die Bühne.

Von Peter Barstorfer-Klein, Mittelbayerische Zeitung, 12.Dezember 2018

„Akkurat ist nicht so gut!“, meint Christine Eixenberger in ihrem Lied.

Rettenbach.Ein kabarettistisches Highlight hatte das Rettenbacher Kultur am Höllbach-Team mit dem Auftritt von Christine Eixenberger angekündigt und wahrlich nicht zuviel versprochen. Denn die junge Künstlerin aus Schliersee begeisterte mit ihrem neuen Soloprogramm „Fingerspitzenlösung“ mit tollen Texten und mitreißender Bühnenshow das Publikum im Rettenbacher Hof von der ersten bis zur letzten Minute.

„Servus, Rettenbach, geht’s Eich guad?“, begrüßte Eixenberger die Zuschauer. Sie selbst hatte „ja eine ziemlich schwere Zeit gehabt“, erzählte sie, gesundheitlich angeschlagen war sie gewesen, habe gelitten, schlimmer als bei einer „Männer-Grippe“. Da sei es dann auch wieder aufgekommen, dieses „Warum ich?“-Gefühl. Das könne einen schon oft überkommen, so „wie wenn du als Frau allein beim Sigi an der Bar sitzt“. Oder bei der dritten Kollision mit einer Wildsau. Da sei sie dahingefahren, erzählte Eixenberger, und plötzlich habe es einen Knall gegeben. Wie wenn eine Biogas-Anlage explodiert. Oder „wie wenn ein gwamperter Viertklässler beim Sport-Unterricht ned übern Bock kommt“, erinnerte sich die studierte Grundschullehrerin.

Die Sache mit dem Handy

Nachdem die Kabarettistin kurz die Bühne verlassen hatte, weil bei einem Mann im Publikum das Handy geklingelt hatte und sie das Bedürfnis verspürte, ihn mit einem netten „Schatzi, magst Du mir’s geben und nach dem Unterricht wieder abholen?“ zu ermahnen, kehrte sie zu ihrem Bericht vom Wildsau-Crash zurück. Glücklicherweise hatte sie ihren „Erste-Hilfe-Koffer gegen Schock“ dabei, prall gefüllt mit Süßigkeiten und ein paar Flaschen Pikkolo.

Und dann konnte sie ihren Partner anrufen, den „Ding“. Sie hatte nämlich festgestellt, dass, wenn sie ihn abstrahiert, er ihr nicht mehr so leicht auf die Nerven geht. Nervig seien auch die Radlfahrer, die fahren wie die Wilden und rumklingeln. Das seien übrigens dann „Preißn“. „Denn ein bayerischer Radlfahrer klinglt ned, fährt di‘ zsamm‘ und sagt dann „Obacht!“, weiß Eixenberger aus Erfahrung.

„Taxifahren in Berlin kostet mehr als nur Benzin und fordert mentale Disziplin.“

Christine Eixenberger

Ein heikles Thema ist laut Eixenberger auch Urlaub. Menschen ihrer Generation machten ja nicht Urlaub, sie gingen auf Reisen. So wie ihr jüngerer Bruder. Jüngere Geschwister raubten dir auch die Liebe der Eltern. Deshalb hätte sie ihren Roberti zu Beginn gerne ums Eck gebracht. Doch sie habe auch ihren Urlaubs-Kick gefunden: „Taxifahren in Berlin“. Das koste mehr als nur Benzin und fordere mentale Disziplin, erklärte Eixenberger dem Rettenbacher Publikum in ihrem Lied.

Als sie nun aber doch in den Urlaub wollte, habe sie zusammengepackt – nur das Nötigste, einen Pikkolo natürlich auch – und habe sich für eine ökologische Anreise zum Münchner Flughafen entschieden: mit der Bayerischen Oberlandbahn. Prompt blieb der Zug dann mitten in der Pampa stehen. Und Eixenberger wurde das Opfer ihres „gschissnen Erziehungsvirus“, zumal sich die „Spielvereinigung Sangria“ mit im Abteil befand.

Langeweile kenne sie generell nicht, erklärte sie. Sie könne ja jederzeit zum Edeka-Markt in Miesbach zum Einkaufen gehen. Besonders amüsant sei da, wenn die Kassiererin den nichtbayerischen Kunden ihre Treuepunkt anbietet: „Sammln Sie Bapperl?“

Ü30 bleibt man

Doch zurück zum Wellness-Urlaub, in den Ruheraum der Sauna. Ruhe-Raum, das sei ein Begriff, der in der Regel ad absurdum geführt werde, kritisiert Eixenberger: „So wie Leberkaas, ohne Leber und Kaas. Oder wie CSU.“ Wenn der „Schweige-Fuchs“ nicht mehr hilft, stehe immer noch das „Schweige-Einhorn“ parat – das werde ganz einfach mit dem Mittelfinger gebildet. Sonst hätte man ja nur noch Angst. Angst vor irgendwas.

Darum gebe es ja jetzt auch „Social Freezing“. Hätte da die schockgefrostete Heidi Klum kein Foto mehr? Oder könnte kein Silikon-Baron mehr helfen? Und – eigentlich sei der 30. Geburtstag ja gut, denn Ü30 bleibe man sein Leben lang“, versicherte Christine Eixenberger dem Rettenbacher Publikum, das die Kabarettistin im Anschluss noch zu einer Zugabe auf die Bühne klatschte.

Foto: Barstorfer-Klein

 

2018 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)