Aktuelle Nachrichen

Könnte sein, dass wir sie nicht mehr benötigen. Aber das haben wir uns schon öfters gedacht und lagen dann falsch. Deswegen werden wir die Aufkleber aufbewahren.

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Drei schaurig-spannende Kurzgeschichten las der Regensburger Schriftsteller Rolf Stemmle am Sonntagabend im Wörther Bürgersaal. Begleitet von Marion Weickl an der Querflöte und Sven Ochsenbauer am Flügel genoss das zahlreiche K.i.W.-Publikum mit etwas Gänsehaut einen gelungenen Halloweenabend.

„Wie der Horror in den Alltag kommt“ – an sich braucht es da kaum noch Fiktion, möchte man angesichts Klimawandel und Pandemie meinen. Aber weit gefehlt: Es gibt immer noch auch den anderen, den wohligen Grusel, von dem man nicht unmittelbar betroffen ist, und der uns so das triste Nebelgrau zum leuchtenden Kürbisgelb erhellt. Stimmungsvolle Musik dazu, und schon kann’s losgehen.

Stemmle begann mit dem „Waller“, einer Art Donau-Moritat, in der der Angler Andi nach und nach damit konfrontiert wird, dass sein früherer Freund, der Theo, den letzten Streit am Wehr vielleicht nicht überlebt haben könnte. Wo war er in dieser finsteren Herbstnacht, über die jetzt alle im Dorf spekulieren, auch seine große, unerreichbare Liebe? Und während er so auf seinem Boot sitzt und geduldig einem Waller nachstellt, wird ihm immer klarer, dass es für ihn wohl keinen Ausweg gibt. Da beißt er, der mächtige Fisch, zerrt heftig an der kräftigen Angelrute und gibt ihm eine mögliche Richtung vor ...

[Text Franz Nopper; Bild Johann Festner]

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In der Kulturwissenschaft ist in den letzten Jahren erfreulicherweise die ländliche Kultur stärker in den Fokus gerückt. Aber es wird immer noch in Schubladen eingeteilt. Hochkultur ist Großstadt, Breitenkultur ist Land. Das ist natürlich Quatsch. Man muss nur in die Großstädte schauen. Auch dort gibt es Breitenkultur wie Gesangsvereine, Bauerntheater, Volkstanz usw. Und genau so gibt es die Hochkultur auf dem Land. Dabei wird natürlich das 60-köpfige Symphonieorchester immer die Ausnahme bleiben, aber das Konzert vom vergangenen Samstag bei KiW mit Ivana Bilej Brouková (Sopran) u. Monika Knoblockova (Cembalo) darf durchaus dieser Kategorie zugerechnet werden.

Lagrime Mie hieß das Programm und die beiden Künstlerinnen trugen überwiegend Kompositionen aus der Renaissance vor.

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Ein bisschen sind Flez Orange ja das Phantom der Wörther Kulturszene: Vier Jahre lang mussten die Wörther auf die Gruppe warten. Noch vor Corona sagten sie ihr Konzert im Bürgersaal erstmals ab: Der Hörsturz eines Bandmitglieds war damals schuld. Dann kam Corona und die große Unsicherheit – am Samstagabend waren sie dann endlich da. Laut Aussage von Matthias Klimmer (Klarinette, E-Gitarre, Gesang), dem Conferencier der Gruppe, sei es das sogar das erste Konzert seit Pandemiebeginn.

Als ob es keine Pause gegeben hätte

Das merkte man Flez Orange allerdings kaum an: Die fünf Musiker klingen vom ersten Stück an eingespielt, als ob sie gestern erst eine größere Tour beendet hätten. Flez Orange gibt es allerdings mittlerweile schon seit 21 Jahren. Man kennt sich also ganz gut.

Klimmer und seine Kollegen Veronika Keglmaier (Geige), Akkordeonist Stefan Fußeder, Jochen Rössler am Bass und Maximilian Maier (Schlagzeug, Ukulele) wirken auf der Bühne tiefenentspannt – lachen aber auch viel. Es wirkt, als hätte das Endlich-Wieder-Auftreten geradezu therapeutische Wirkung auf die Musiker.

Violinistin Keglmaier blickt mit einem Augenzwinkern auf die spielfreie Zeit zurück: „Mei haben wir Zeit gehabt. Ja, da haben wir bei uns Seiten entdeckt, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben.“ Die neu gelernten Zauberkunststücke und Jonglage-Einlagen präsentierte man dem Publikum im Stück „Zirkus“ – und natürlich gingen sie herrlich schief. Flez Orange, sollte uns das vermutlich sagen, bleibt bei der Musik.

Zauber der ganz eigenen Klangfarbe

Im Klang bedienen sie sich bei der Volksmusik ebenso, wie in verschiedenen Spielarten des Jazz, im Klezmer, dem französischen Chanson und in der Rockmusik. Dadurch entsteht eine ganz eigene Klangfarbe: „Erzlisch willkommen“ verbindet Walzer und französische Straßenmusik. Das Stück „Dandan Oilik“ kommt mit der Geschwindigkeit einer rumänischen Fanfare – einer sehr schnell spielenden Blasmusikkapelle – daher und verwebt in diesen fliegenden Teppich aus Klang noch gleich Klezmer und Elemente der bayerischen Volksmusik mit. Das alles spielt Flez Orange mit einer nonchalanten Brillanz, die schon fast frech wirkt.

„Dandan Oilik“ ist auch ein gutes Beispiel für ein wesentliches weiteres Element von Flez Orange: Die absurden Geschichten Klimmers, gerne eingeleitet mit dem Satz: „Das können Sie gar nicht wissen ...“. Dandan Oilik, sagt Klimmer, sei der Name eines von Sand verschütteten Ortes in der Wüste Takla Makan, wo die Wanderdünen so schnell seien, dass sie die Bewohner einfach überraschen. „Die waren auf einem Fest eingeladen, haben Fenster und Türen aufgelassen und waren schon verschüttet, als sie heimkamen.

“Flez Orange habe die Ortschaft dann entdeckt und zum zehnjährigen Jubiläum der Wiederausgrabung einen Marsch geschrieben, „der recht flott ist, weil die Menschen da wegen dem Sand recht schnell gehen müssen, aber trotzdem nicht weit kommen.“ Das Publikum dankt diese Ansprachen mit herzlichem Gelächter unter den Masken.

Leichtigkeit und Schwere

Selbst ein melancholisches Stück mit einem schweren Thema wie „Lethargie“ gerät Flez Orange durch den mehrstimmigen Gesang leicht, wie der ebenfalls besungene „Waldwind“. Doch die Leichtigkeit hat Grenzen: Darüber, dass das Publikum den ganzen Abend lang eine Maske tragen muss, kann man halt nicht ganz hinwegspielen.

Beim Stück „Kramer Annemierl“ merkt man außerdem, dass das Publikum ja gerne tanzen, sich zur Musik bewegen wolle. Aber es half alles nichts, denn es hat sich – frei nach Karl Valentin – nicht dürfen getraut: Da die Karten nicht verfallen sollten, mussten die 3G-Regeln eingehalten, Masken aufbehalten und das Tanzen unterlassen werden.

Im Stück „Maskenball“ verarbeiten sie auch die aktuellen Geschehnisse. „Es beschäftigt sich mit der Frage, wie trinke ich eine Tasse Tee, wenn ich in einem Konzert sitze, bei dem ich eine Maske aufhaben muss“, sagt Schlagzeuger Maier. In der rockigen Nummer fühlt man sich an das Anfangs-Gitarrenriff von „Eye of the tiger“ der Band Survivor erinnert – nur hebt der Song danach eben gerade nicht ab, bleibt also quasi hinter der Maske verborgen.

Feine Ironie, mit der Flez Orange der Musik, sich selbst, dem Leben und auch dem Publikum begegnet. So können wohl nur sie tatsächlich den Schlager der Sechziger- und Siebzigerjahre fern von Schlagerparty und Bierzelt wieder aufleben lassen: Jacqueline Boyers „Mitsou“ ist dafür ein Beispiel, wie auch die herrlich schmalzig eingespielte Vicky Leandros-Schnulze „Ich liebe das Leben“ als Abschiedslied.

Der langanhaltende Applaus hätte die Gruppe am Ende fast sogar noch zu einer zweiten Zugabe bewegt. Da bleibt es nur zu hoffen, dass es nicht wiederum vier Jahre und mehrere Absagen lang dauert, bis Flez Orange wieder nach Wörth kommen.

[Wolfgang Karl, Donau-Post]

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Alles Leben fängt im Wasser an und auch in Zukunft wird es uns beschäftigen. Man kann Respekt davor haben, Angst sogar, aber genauso seine helle Freude damit. Und wenn Josef und Josef, die beiden Stadtwanderer, mit Humor und Hintersinn das Thema „wörthlich“ angehen, dann wird ein echtes Ereignis draus.

Am Sonntag war’s wieder mal soweit: Kultur in Wörth hatte zusammen mit Josef Schütz und Josef Schindler auf den Parkplatz des Hallenbads im Gschwelltal geladen, an die Tür zum Paradies, wie der Lauf des Perlbachs im Volksmund auch heißt. Von dem enormen Interesse, fast 100 Wanderer in wetterfestem Gewand müssen es gewesen sein, waren nicht nur die Organisatoren überrascht. So gut wie gewiss war indes, dass auch die vielen Regenschirme zum Einsatz kommen würden. Aber das passte ja zum Thema – und schon ging’s los.

Der „kleine Polder“ ist eine Erfolgsgeschichte

Josef Schütz, der vor seinem Bürgermeisteramt als Gewässerberater des Landschaftspflegeverbands tätig war, führte die Wissbegierigen entlang des alten Trimm-Dich-Pfads zu dem vor wenigen Jahren angelegte Regenrückhaltebecken oberhalb der Sportanlagen. „Wasser ist Leben, kann aber auch den Tod bedeuten“, griff er gleich zwei der dringendsten Fragen unserer Zeit auf: Die wachsende Gefahr von Sturzfluten durch Starkregen und zugleich der Verlust von Lebensräumen und Artenvielfalt durch Bebauung und Flächenversiegelung. „Viele Fliegen mit einer Klatsche“ könne man mit solchen dezentralen Rückhaltebecken schlagen. „Der kleine Wehrdamm hat fast nichts gekostet aber viel gebracht. Bei Starkregen hält er Wasser zurück und gibt es langsam ab. Sauberes Wasser, das keine Schäden anrichtet, anders als die Flutwelle im großen Polder. Der Retentionsraum ist gleichzeitig ein Biotop, wo sich Biber, Eisvögel und Amphibien angesiedelt haben. Man muss die Fläche einfach sich selbst überlassen."

Nicht aus dem, sondern in das Paradies vertrieben

Mehr oder weniger sich selbst überlassen waren über Generationen lang auch die Wörther Kinder, die dadurch vielfältige Bindungen zur Natur des Paradieses mit all ihren Facetten aufbauten. Sepp Schindler berichtete aus seinen Memoiren „Saupech und Schweineglück“ unter anderem davon, wie er als Bub im Thurn&Taxisschen Wald Brennholz für den Winter sammeln musste. Eine Schwerstarbeit „im Schweiße meines Angesichts“, die mehr eine Vertreibung ins Paradies darstellte als aus demselben heraus – was für ein Paradox für ein ansonsten frommes Kind. Oder wie der Stadler-Lehrer ihn und die restlichen Buben vom neuen Schulhaus aus den bergigen Pfad hinauf zum Sport antrieb – preußisch-kriegsverherrlichendes Liedgut schmetternd, das man heute schwerlich noch guten Gewissens rezitieren kann. Auch das: wenig paradiesisch.

Keuschheit beim Baden: „Eher blöd als heilig“

Im Paradies lauert bekanntlich auch die Versuchung und die begegnete dem Sepp als jungem Burschen, der die Lektüren des Priesterseminars gerade mit Che Guevaras Lehren getauscht hatte, in Form eines „langhaarigen Wesens“. Als die junge Frau ihn bat, ihr den Rücken mit Sonnencreme zu salben, wurde es ihm zu viel – war er doch als einst frommer Seminarist im Umgang mit dem anderen Geschlecht mehr als ungeübt. „Mich in eine Dornenhecke zu stürzen, erschien mir übertrieben.“ Er lief also davon, gab vor, in der größten Sommerhitze einen Trainingslauf zu machen – natürlich hatte das Mädchen da keine Lust, auf ihn zu warten. Und so kam der Sepp allein zurück, „eher blöd als heilig“.

So funktioniert die Klimaanlage Wald

Von Regenschauern und grellem Sonnenschein gleichermaßen unbeeindruckt, bahnte sich die Karawane in Funktionskleidung ihren Weg hinauf zum Hochberg, wo Schütz mit erstaunlichen Fakten für den raschen Waldumbau als Antwort auf den Klimawandel warb. Etwa eine Million Liter Wasser könne ein Hektar intakter Wald am Tag verarbeiten, wobei besonders Laubbäume auch über ihr Blattwerk Luftfeuchtigkeit aufnehmen, was auch die im Wasserdampf transportierte Hitze mildert. „Man merkt das ja gleich, wenn man an einem heißen Tag in den Wald geht, dass es da frisch und kühl ist. Deshalb sind Bäume und Wälder für die Städte so wichtig. Leider weiß niemand, nicht mal die Förster, wo die Reise hingeht. Bestimmt werden wir aber bald viele neue Baumarten sehen.“

Unser wichtigstes Lebensmittel ist bedroht

Eine weitere Station war der städtische Trinkwasserspeicher, wo die Wasserwerker Alfons Ebner und Florian Aumer spannende Infos zum täglichen Wasserverbrauch der gut 5000 Einwohner parat hatten. Wasser hat Wörth derzeit mehr genug, die Donauebene bei Giffa ist da anders als manches Vorwaldtal nahezu unerschöpflich. Nur das Nitrat muss man im Auge behalten: Durch Mischung des Wassers mehrerer Brunnen habe man derzeit etwa 38 Milligramm Nitrat je Liter, das ist gut unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Wenn jedoch der Polder Wörthhof gebaut und geflutet wird, könnten Salze und Öle in das jetzige Trinkwasserschutzgebiet sickern, eine reale Bedrohung für das wichtigste Lebensmittel der Stadt. „Das ist auch der Grund, warum wir weiter mit allen Mitteln gegen den Polder kämpfen werden“, versprach der Bürgermeister. Und so ging der Weg weiter – mit einem selbst bei Regen grandiosen Blick über Schlossberg und Donauebene zurück hinunter vom Hochberg zur Schule.

Wie der Sepp im Zinkwandl unterging

Da schloss Sepp Schindler den Reigen mit einer Anekdote darüber, wie er als etwa Dreijähriger in einer Zinkwanne auf dem Küchentisch gebadet wurde. Damals war es so üblich – ein Badezimmer hatten nur Millionäre – und auch die Seife war mehr eine ätzende Lauge, die dem Kleinkind schmerzhaft in den Augen brannte. Mutter und Schwiegermutter gerieten nun darüber in Streit, ob es denn nötig sei, den Buben mit so übertriebenem Sauberkeitsfimmel zu martern – und verloren darüber den kleinen Sepp aus den Augen. Gerade rechtzeitig fischten sie den untergegangenen Buben noch aus dem Wandl, leiser wurden Geheul und Schuldzuweisungen damit eher nicht...[...]

[Text: Franz Nopper, Donau-Post; Bild: Johann Festner]

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Als hätte man Debussy mit einer Dampfmaschine gekreuzt! Die neuen, noch in Entstehung begriffenen Kompositionen der Berlin People um Tobias Meinhart sind sehr kompliziert. Es ist teils anstrengend, die vielen Harmonien noch einzeln zu erkennen. Andererseits: Sonst käme ja auch nur, was man eh schon kennt. Was sich anbiedert. Das sparen wir uns heute. Und am Ende starrst du in die Gegend und hörst und vergisst und erinnerst...

Das war mal großer Bahnhof in der Ludwigstraße: Selten sieht man so vielen auswärtigen Gästen an Gestus und Habitus an, dass sie Suchende sind. Musiksuchende. Und sie fanden den Pschornhof, wo an diesem Sonntagabend zu einer seltenen Delikatesse angerichtet war:

Die Berlin People von Tobias Meinhart – quasi seine deutsche Tour-Band für den europäischen Raum, wenn er nicht gerade im Big Apple mit Gigs als Saxofonist eingespannt ist – gaben ein Gratis-Konzert. Zurecht stolz waren seine Familie und auch die Veranstalter von Kultur in Wörth beim Blick in den ausverkauften Pschornhof.

Und dabei war es nicht nur Glück, dass das Wetter hergehalten hat, beinahe hätte auch noch die Deutsche Bahn den Auftritt verhindert: „Von Basel nach Regensburg mussten wir sechs Mal umsteigen. Was sonst sechs Stunden dauert, wurden schließlich neun. Wir mussten kämpfen, um heute hier zu sein“, berichtete Meinhart zu Beginn des Auftritts.

Ein neues Album entsteht da gerade

Andererseits hätte sich die Zeit auch angeboten, die neuen Kompositionen zu besprechen. Die Berlin People, das sind neben Meinhart am Sax der Pianist Ludwig Hornung, der Bassist Tom Berkmann und der Drummer Mathias Ruppnig, arbeiten nämlich an einem neuen Album, in das unterschiedlichste Eindrücke einfließen, die gerade noch zueinanderfinden, sich quasi einspielen müssen. Hektik und Kontemplation – das waren dann auch irgendwie die Pole, zwischen denen die Combo ihre neuen Funken sprühen ließ. Songs kann man dazu nicht sagen. Es gibt keinen Gesang, einzig die Instrumente und ihre Möglichkeiten. Die werden ausgereizt. Immer wieder geht es ans Limit, was Notenlängen und Tonalität angeht – man muss genau hinhören, entdeckt dafür umso mehr. Vielschichtig überlagern sich melodische Fragmente und reine Rhythmik.

Whisky mit Bier gemixt – das kann man auch hören

Ein Stück beschreibt einen Cocktail namens „small Special“ aus einem New Yorker Jazzclub. Whisky und Bier sind da zusammengeschüttet worden und man kann deutlich hören, wie es einen beim Probieren gleichzeitig beutelt und entzückt. Ein anderes Stück heißt wie ein Vergnügungspark auf Coney Island, nicht weit von Meinharts New Yorker Wohnung. Auch hier bildet die Vielstimmigkeit etwas sehr Konkretes und dennoch Undefinierbares, wild durcheinander Wuselndes ab. Das Rattern eines Rollercoasters mit kreischenden Passagieren vielleicht, daneben die Musik eines Kinderkarussells und woanders ein bellender Hund. Ist das E-Musik oder U-Musik? Und wozu überhaupt Schubladen?

Denn plötzlich wird es stiller, groovig, entspannt und fast getragen: Ein anderes Stück beschreibt die Melancholie der „given Time“, also die Zwangsruhe des Lockdowns, die viele Musiker zum Üben und Komponieren genutzt haben. Und das könne durchaus etwas Positives, Erfüllendes sein. Hier streicheln die Berlin People regelrecht die Seelen ihrer Zuhörer: Man kann das innerliche Aufatmen an vielen, genüsslich geschlossenen Augen ablesen. Die Dankbarkeit ist übrigens gegenseitig; auch für Meinhart und seine Freunde ist der Lockdown eben erst zu Ende und sein Dank „an die, die gekommen sind, ohne die unsere Musik gar nicht funktionieren kann“ korrespondierte mit sonorem Applaus.

[Text und Bild: Franz Nopper, Donau-Post]

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Bericht von Gerlinde Fink, Donau Post - Ausgabe v. 01.07.2021

Frauenzell. (gf) Zur „Lebensraumwanderung“ im Himmeltal lud die Gemeinde Brennberg in Zusammenarbeit mit den Klosterfreunden Frauenzell am vergangenen Sonntagabend ein, wozu sich annähernd 100 Interessierte einfanden. Die Wanderung, die auch im Kulturprogramm des Landkreises unter dem Motto „Kultur schafft Begegnung“ beworben wurde, ist jährlich ein Highlight, wozu es auch immer einen musikalischen Leckerbissen gibt.

In diesem Jahr begleitete das Ensemble Reimars Erben die musikalische Wanderung. Schon zum Auftakt ließ das neue Männergesangsensemble Reimars Erben unter der Leitung von Klaus Wenk „Im Holderstrauch“ erklingen. Die Herren widmen sich nämlich dem romantischen Liedgut – Lieder geprägt von Liebe bis hin zur Todessehnsucht – ganz in der Nachfolge des berühmten Minnesängers Reimar von Brennberg. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer begrüßte die Gäste im Klosterinnenhof und bedankte sich schon im Vorfeld bei „Wanderführer“ Franz Löffl und dem neu gegründeten Aushängeschild Brennbergs, Reimars Erben.

Im Mittelpunkt der anschließenden Wanderung stand die Landschaft, für deren Artenvielfalt sich die Gemeinde Brennberg einsetzt. Das Himmeltal liegt zwischen Frauenzell und Altenthann und zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt an Lebensräumen, Arten und Spuren historischer Landnutzung aus.

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Als die Verantwortlichen von Kultur in Wörth 2019 die Reihe „Die Goldenen Zwanziger“ planten, war schnell die Idee geboren, Tanz mit ins Programm zu nehmen. Eine Tanzveranstaltung mit den Modetänzen Charleston oder Shimmy sollte es sein, aber auch eine Tanzperformance. Eva Eger, Leiterin der dANCE wORxxx company, hatte dann die Idee, in einer von ihr choreografierten und inszenierten Produktion den expressionistischen Tanz im Stil von Mary Wigman aufleben zu lassen.

Vergangenen Samstag folgte dann nach pandemiebedingtem zwölfmonatigem Aufschub die Uraufführung im mit 90 Zuschauern ausverkauften Schlosskeller. „Sie müssen nichts verstehen“ sagte Eva Eger bei ihren einleitenden Worten. Diverse Gestalten der griechischen Mythologie wie den Minotaurus, Ariadne, Narziss (Miriam Stoffregen) und natürlich auch Echo ließ sie, die auch die Hauptrolle tanzte, aufleben. Verstehen musste man wirklich nichts. Nur zurücklehnen musste man sich und die Bilder wirken lassen - eine Meeresbrandung am Kellergewölbe, Bilder aus Musi und natürlich auch getanzte Bilder. Perfekt auf den Kellerraum abgestimmt war die Inszenierung. Manch ein Zuschauer wird sogar das Gurren oder vielleicht war es auch ein Murren, der vor einem Kellerfenster nistenden Tauben als Teil der Inszenierung empfunden haben.

Lang anhaltender Applaus, unter den sich auch viele Bravorufe mischten, belohnte die Künstlerinnen am Ende der Multimedia-Show.

[Terxt: Johann Festner; Foto: Kosta Christinakis]

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