Aktuelle Nachrichen

Nicht nur im Freien, sondern auch im Bürgersaal kann Kultur in Wörth wieder Konzerte anbieten. Den Anfang machte am Samstagabend das Hanika-Trio, das eine Mischung aus Kammermusik und Liedermachertum zum Besten gab. Es erklangen ernste, poetische und zum Teil auch politische Lieder, die Frontfrau Miriam Hanika selbst geschrieben hat.

„Wir sind alle froh, dass es endlich wieder losgeht“, sagte Kultur-in-Wörth-Sprecherin Marion Weickl eingangs. Miriam Hanika konnte das voll unterstreichen. Wie sie im Gespräch mit der Donau-Post erzählte, liegt der letzte Auftritt acht Monate zurück. In der Zwischenzeit habe es zwar das eine oder andere digitale Konzert gegeben, aber das sei einfach nicht dasselbe.

Auf der Bühne ließ Hanika ihrer Freude dann freien Lauf. „Das ist heute ein ganz, ganz besonderer Abend“, sagte sie. „Die letzten acht Monate waren die längste Zeit, in der ich nicht auf der Bühne stand, seit ich Musik mache. Es ist jetzt einfach wichtig, dass es weitergeht.“

Hanika spielt Oboe und Englischhorn. Begleitet wird sie von Katharina Khodos am Klavier und Shoko Matsuyama am Cello. Diese Mischung kam in den Instrumentalstücken sehr gut zur Geltung, zum Beispiel im verträumt und nachdenklich anmutenden Stück „September“. In einigen Stücken sang Hanika, ihre glockenhelle und intensive Stimme fand beim Publikum im wahrsten Wortsinn großen Anklang.

Ein vermeintliches Lied über Corona

Viel Applaus gab es zum Beispiel für das Lied „Gemeinsam Einsam“. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass es ein Corona-Lied ist“, erklärte Hanika, „ist es aber nicht, ich habe es schon vor eineinhalb Jahren geschrieben.“ Das Stück wirft die Frage auf, ob wir unser Leben eher abgeschottet und allein verbringen – oder zusammen. „Eine endgültige Antwort habe ich nicht gefunden, so ist das in vielen meiner Lieder“, sagte Hanika.

Eine politische Botschaft steckt in dem Stück „Der Astronaut“. Es geht um einen Raumfahrer, der vom Weltall aus auf die Erdkugel hinabblickt und dabei erkennt, dass von hier oben alles eins ist und dass keine Grenzen, Zäune oder Mauern sichtbar sind. Hanika hat das Lied unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise geschrieben. Sie habe sich damals mit einem eng befreundeten Musiker, den sie sehr geschätzt habe, entzweit, sagte sie – „wir sind danach nie wieder zusammen aufgetreten und haben nie wieder gesprochen“. Die Flüchtlingsfrage habe viele Familien und Freundeskreise gespalten, es sei einfach ein unglaublich emotionales und kontroverses Thema, sagte Hanika. „Wir kommen ja aus München, wir haben die Menschen gesehen, die am Hauptbahnhof angekommen sind – und dazu kann man eigentlich nur eine Meinung haben.“

Eine politische Aussage verbirgt sich auch hinter dem Lied „Der Wahrheitssucher“. Es geht darum, dass im Grunde jeder nach der Wahrheit sucht, dass es aber die alleinige, die absolute und hundertprozentige Wahrheit nicht gibt.

Gefühlvoll ist das Stück „Zwei Boote“. Obwohl sie ungefähr schon 40 Lieder geschrieben und aufgenommen habe, habe sie eigentlich noch nie ein Liebeslied geschrieben, sagte Hanika. „Zwei Boote“ war die erste und einzige Ausnahme. Hanika hat das Stück eigentlich für die Hochzeit eines befreundeten Paares geschrieben, weil ihr politische Lieder für diesen Anlass unpassend erschienen. „Ich habe das Lied aber letztendlich gar nicht für das Paar geschrieben, sondern für mich, für meinen Freund, denn nur das habe ich ja selbst erlebt“, erklärte sie.

Die Zuschauer im Bürgersaal, die auf zugewiesenen Stühlen mit Abstand saßen und die Maske am Platz abnehmen durften, belohnten die Darbietung des Trios mit reichlich Beifall.

[Text und Bild: Simon Stadler, Donau-Post]

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Wirtshausmusi beim Pflam: Kultur in Wörth meldet sich mit Spontanveranstaltung zurück.

Es war ein gemeiner Plan, den sich die Regenwolken da ausgedacht hatten. Heimtückisch schlichen sie sich an und verdunkelten den Himmel über Hofdorf. Erst ließen sie nur ein paar Tröpferl fallen, aber pünktlich um kurz vor sechs legten sie dann richtig los: Sie ließen einen veritablen Schauer auf den Pflamminger-Biergarten niedergehen, gerade mit Fleiß.

Die Gäste ließen sich allerdings nicht sonderlich beeindrucken: Sie suchten Zuflucht unter den Sonnenschirmen, bestellten sich eine Halbe Bier und eine Brotzeit, gerade mit Fleiß. Auch die Musikanten blieben entspannt, sie saßen ja eh im Trockenen unter einem Vordach – und um Punkt 18 Uhr entlockten sie ihren Instrumenten die ersten Töne.

Die dunklen Wolken hätten am Freitag wahrscheinlich gerne noch länger den Spielverderber gegeben, aber dafür fehlte ihnen die Kraft. Um kurz nach sechs stand wieder eine mustergültige Sonne über Hofdorf, die den Biergarten in ein sattes Licht tauchte und den Regen zügig verjagte. Da schmeckte die Halbe dann gleich noch mal so gut.

Die vier Musikanten erhoben sich und spielten ein Prosit der Gemütlichkeit.

Schnagl: „Das war ein Schnellschuss“

Der Auftritt im Pflamminger-Biergarten war eine Spontanaktion, „ein Schnellschuss“, so drückte es Trompeter Markus Schnagl aus. Als Anfang Juni bekannt geworden war, dass Kultur und Z’ammhock’n im Freien wieder gestattet sind, hatten Schnagl und Kultur-in-Wörth-Chefin Marion Weickl sogleich ein- und denselben Gedanken: Da müssen wir etwas machen, unbedingt ! Die kulturlose Durststrecke war ja jetzt wirklich lang genug, das letzte Konzert mit Publikum hatte es in Wörth im Herbst 2020 gegeben (damals mit Steffi Denk).

Einfach irgendwo aufspielen geht aber immer noch nicht: Es braucht Sitzplätze, Ordnung, ein Hygienekonzept. Schnagl und Weickl mussten also noch das passende Drumherum finden – und das fanden sie in Hofdorf, wo es gleich bei der Kirche einen großen und gemütlichen Biergarten gibt. Das Gasthaus Pflamminger war sofort mit im Boot, die Sache war geritzt.

Wer genau spielen würde, haben Schnagl und Weickl anfangs noch nicht gewusst. Aber irgendeine Besetzung werden wir dann schon zusammenbringen, haben sie sich gesagt. Und so ist es dann auch gekommen. Schnagl konnte binnen kürzester Zeit ein Quartett aktivieren, bestehend aus dem Wiesenter Markus Weigert (Basstrompete), dem Wörther Reinhold Koller (Akkordeon), dem Saulburger Reinhold Wolf (Tuba) und aus ihm selbst (Trompete und Flügelhorn). Ein genau geplantes und ausgefeiltes Programm gab es am Freitag nicht. „Wir spielen heute einen bunten Strauß an Melodien, relativ spontan“, verkündete Schnagl vor dem Auftritt. „Wir müssen jetzt erst mal den ganzen Staub hinausblasen, der sich in den Instrumenten gesammelt hat“, flachste er, „und dann schauen wir mal, wie sich das anhört, weil besonders viel geübt haben wir nicht.“

Es hat sich dann wirklich gut angehört, schwungvoll, locker, griabig. Die Musikanten hatten sichtlich ihren Spaß, vor allem Schnagl, der am Freitag zufällig auch noch Geburtstag hatte und ein Standerl entgegennahm.

Auch die Zuhörer kamen auf ihre Kosten. Angemeldet hatten sich für den Abend laut Weickl ungefähr 120 Besucher. Junge. Ältere. Familien. Freundesgruppen. Etwas erleben, ratschen, lachen, trinken, essen – und als i-Tüpferl Blasmusik: Diese Mischung kam an. Es gehe darum, wieder eine gewisse Normalität zu transportieren, sagten Weickl und Schnagl.

Spendengeld für Nachwuchskünstler

Der Eintritt war frei, Spenden waren erbeten. Das Spendengeld haben die Musikanten auch selbst wieder gespendet – an Kultur in Wörth. Weickl und ihr Team werden es an Nachwuchskünstler weitergeben.Hinterher zog Weickl folgendes Fazit: „Es war super. Die Leute waren, ja, einfach gelöst.“

Am Rande des Auftritts ließ Schnagl übrigens einen Satz fallen, der für den einen oder anderen interessant sein könnte. „Ich kann da nichts versprechen,“, sagte er, „aber wenn sich das etabliert, könnten wir so etwas vielleicht auch in anderen Ortsteilen machen.“

[Text und Bild: Simon Stadler, Donau-Post]

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Erstmals seit sechs Monaten fand am Sonntag in Wörth wieder eine Kulturveranstaltung statt. Das Kaleidos-Quintett übertrug den Auftritt ins Internet – sogar bis nach Australien

Wer ein Konzert organisiert hat, zu dem kein Zuhörer gekommen ist, wirklich keiner, der müsste eigentlich zu Tode betrübt sein. Kultur-in-Wörth-Sprecherin Marion Weickl wirkt nach dem Auftritt jedoch keineswegs verzweifelt, ganz im Gegenteil: „Alles hat super geklappt“, sagt sie, „es war ein Erfolg.“

Dass kein Mensch gekommen ist, stimmt ja auch nur vordergründig. Der Bürgersaal ist zwar tatsächlich verwaist, als das Kaleidos-Quintett am Sonntagabend auf der Bühne aufspielt. Trotzdem gibt es Zuhörer, eine ganze Menge sogar, sie sitzen daheim vor ihren Computern, Tablets oder Handys: Ein Techniker überträgt das Konzert der fünf jungen Blasmusiker ins Internet. Ohrenschmaus online, sozusagen.

Wenn das Quintett im Bürgersaal vor Publikum spielen hätte können, wäre das zwar sicher noch mal etwas anderes gewesen, „das kann man nie ganz vergleichen“, sagt Weickl. Sie sagt aber auch Folgendes: „Endlich hat wieder mal Kultur stattfinden können, das war ein Zuckerl.“ Die Resonanz der Zuhörer sei sehr positiv, „viele Leute haben sich gefreut, dass wir das gemacht haben“.

Man muss sich ja eines schon mal vor Augen führen: Die letzte kulturelle Veranstaltung ging am 26. Oktober über die Bühne, damals traten Steffi Denk und Hans „Yankee“ Meier vor abgezählten 50 Zuhörern auf. Seitdem: nichts, nichts und noch mal nichts. Die reine Leere.

Bis Sonntagabend. Da gibt das Kaleidos-Quintett aus dem Großraum Nürnberg eine virtuelle Kostprobe. Das eigentliche Konzert mit Publikum ist zwar verschoben – solange, bis Kultur halt wieder möglich ist. Aber wir könnten ja schon jetzt eine Kurzfassung unseres Programms spielen und die ins Internet übertragen, schlugen die Musiker vor. Machen wir, sagte Weickl sofort.

Gesagt, getan: Am Sonntagnachmittag kommt ein Techniker in den Bürgersaal, ein junger Mann, der mit den fünf Musikern befreundet ist. Dabei hat er Kabel und Apparate, Stecker, Stative, einen Laptop, ein Mikrofon. Er befestigt die Kamera an einem Tisch, sie wird später alles aufzeichnen. Mikrofone auf und vor der Bühne werden später jede Schallwelle einfangen – in durchaus hoher Tonqualität.

Die Übertragung an sich läuft über die soziale Plattform Facebook, es gibt dort die Funktion, einen Livestream auszuspielen: Jeder Interessierte kann diesen in Echtzeit aufrufen und anschauen. Auf der Facebook-Seite von Kultur in Wörth ist der entsprechende Link hinterlegt.Der Online-Auftritt am Sonntag ist ein doppeltes Debüt. Etwas Derartiges hat Kultur in Wörth noch nie angeboten, das ist das eine. Es ist aber auch für die Musiker eine Premiere: „Wir spielen heute zum allerersten Mal in dieser Besetzung“, sagt der 24-jährige Simon Kränkl.

Er hat am Sonntag ein Heimspiel, denn er ist gebürtiger Wörther; seine Mutter ist Hella Kränkl, die Chefin des Musikschulvereins. „In der Heimat zu spielen, ist immer etwas Besonderes, so häufig kommt das nicht vor, nur alle paar Jahre mal“, betont der junge Trompeter.

Und wie kam es zur Gründung des Quintetts ? Kränkl muss ein bisserl ausholen. Dreh- und Angelpunkt sei die Stadt Nürnberg, sagt er, mit der fränkischen Metropole sind alle fünf verbunden. Zum Teil besuchen sie dort die Hochschule, zum Teil haben sie sich auch abseits des universitären Alltags kennengelernt, als Mitbewohner, über Freunde, wie das halt so ist. Die Mitglieder sind alle Mitte zwanzig, sie verstanden sich sofort. „Wir sind fünf Leute, die voneinander wissen, dass wir harmonieren und dass es bei uns passt“, sagt Kränkl.

Passen tut es auch am Sonntagabend um 19 Uhr, als das Quintett im leeren Bürgersaal loslegt. Das Programm setzt sich zusammen aus Originalstücken, aber auch aus Arrangements. Los geht es mit einer bearbeiteten Version der Kleinen Fuge in G-Moll, die Johann Sebastian Bach Anfang des 18. Jahrhunderts komponiert hat. Mit zwei Trompeten, einer Tenorposaune, einer Bassposaune und einem Horn präsentieren die Musiker das Stück energiegeladen, ergänzen sich, verschmelzen. Zum Besten gibt die Gruppe auch Stücke des russischen Komponisten Wiktor Ewald und des amerikanischen Komponisten Michael Kamen (der übrigens schon mal mit Metallica zusammengearbeitet hat). Dabei ist auch der so genannte Killer-Tango, der mit viel Schwung und Elan besticht. „Wir decken eine große Bandbreite ab, von barock bis modern“, sagt Kränkl.

Bei den zugeschalteten Zuhörern kommt diese Mischung an: Insgesamt rufen das 34 Minuten dauernde Video – das übrigens noch immer auf der K.i.W.-Facebook-Seite verfügbar ist – bis Montagmorgen 370 Nutzer auf. 50 bis 60 Nutzer verfolgen das Konzert laut Weickl am Sonntagabend durchgehend. „Nicht schlecht“, findet sie.

Beachtung findet der Auftritt sogar in Down Under: Die Musikerin Alison Marsh ist gebürtige Australierin, und ihre Mutter steht extra auf, um den Auftritt zu sehen. Als das Konzert um 19 Uhr beginnt, ist es in Australien 3 Uhr früh.

[Text und Bild: Simon Stadler, Donau-Post]

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Gitarristischen Klangzauber und souligen Gesang brachten am Sonntagabend „Voice and Strings“ – Steffi Denk und Hans „Yankee“ Meier – auf die Bühne des Bürgersaals.

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Können weiße Interpreten auch Soul?

Voll auf ihre Kosten kamen an diesem Sonntagabend alle Freunde des Souls sowie die Freunde traumhaft swingender Jazzstücke im Rahmen des KIW-Konzerts von „Voice and Strings“. Es waren zwei Fragen, die sich dem interessierten Musikliebhaber zu Beginn des Konzertes stellten: 1. Können weiße Interpreten auch Soul? 2. Bleiben „Voice and Strings“ auch nach ihrem 20-jährigen Jubiläum bestehen?

National gefragte Größe und doch verwurzelt

Dass diese zweite Frage durchaus ihre Berechtigung hat, erklärt sich aus der Tatsache, dass Steffi Denk vor einiger Zeit erst eine deutschlandweite Tour hinter sich gebracht hatte. Während dieser Tour mit der „SWR Big Band“ und den Swing- Legenden Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser wurde sie zu einer der „schärfsten Stimmen“ im deutschsprachigen Bereich geadelt. Würde sie also jetzt weiter mit ihrem längjährigen Partner Hans Yankee Meier zusammenarbeiten? Auf die Nachfrage der Donau-Post bestätigten dies beide Künstler und meinten, dass es normal sei, dass Musiker immer wieder in verschiedenen Formationen spielten und sich betätigten.

Gekonnte Interpretationen der wirklich großen Hits

Den Schwerpunkt des Abends bildeten Interpretationen von Soulstücken, insbesondere die von Soul-Wunderkind Stevie Wonder: I wish, You and I, Part-Time Lover, My Cherie Amour. Mit einer Improvisation wurde an Duke Ellington und Ella Fitzgerald erinnert, die mit ihrer Swing- beziehungsweise Gospelmusik frühe Wegbereiter (neben vielen anderen, wie zum Beispiel Count Basie...) des Souls waren.

Einige Abstecher auch in die Pop-Musik

Zweimal machte Hans Yankee Meier einen Abstecher zur Popmusik: Einmal, als er ein Stück vorstellte, das von einem neuseeländischen Straßenmusikanten auf Umwegen zu ihm kam: Ain’t no Mountain high enough und das zweite Mal, als er das Piano-Arrangement des Kult Songs Morning has broken von Cat Stevens mit einer Gitarrenvariation bereicherte, wobei seiner Ansicht nach immer noch nicht geklärt ist, ob die Grundlage für diesen Song ein englisches oder irisches Volkslied ist.

Der Höhepunkt des Abends war dann die Interpretation von A natural Woman (Original von „Soul-Queen“ Aretha Franklin). Und bei dieser Interpretation spürte man noch mehr als bei den Stücken vorher den Soul (die Seele) in der Stimme von Steffi Denk. Wobei wir hiermit bei der Beantwortung der ersten Frage wären: Können weiße Interpreten Soul? Ja, selbstverständlich! Zusammenfassend kann man sagen, dass dies ein besonderer Abend durch die intim-meditativen Momente für Soul-Kenner, aber auch für alle Musikliebhaber war.

[Text: Theo Schwimmbeck, Donau-Post]

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Die Goldenen Zwanziger waren längst nicht so golden, wie man sie sich heute vorstellt: Das ist die Quintessenz eines Vortrags, den Lena Schöberl, Josef Schindler und Johann Festner am Freitag im Bürgersaal gehalten haben. Dieser Vortrag war Teil einer Veranstaltungsreihe, die Kultur in Wörth initiiert hat.

Die Zwanzigerjahre seien gekennzeichnet durch eine „große Widersprüchlichkeit“, sagte Schöberl. Einerseits gab es auf allen Gebieten wegweisende Innovationen – auf der anderen Seite waren Elend, Inflation, Massenarbeitslosigkeit, Extremismus und Rassismus nicht zu übersehen.

Auch in Wörth stellte sich die Lage zwiegespalten dar. Das belegen alte Ausgaben der Donau-Post, die Festner und Schindler im Archiv der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung durchforstet haben. Demnach gab es im Wörth der Zwanzigerjahre ein blühendes Vereinsleben, Kulturveranstaltungen und technische Neuerungen, die vieles erleichterten (Telefon, Donaudamm, etc.). Andererseits war die Geldknappheit ein allgegenwärtiges Problem. Auch düstere Vorboten des Dritten Reichs waren ausweislich der alten Zeitungsartikel schon zu erkennen.

[Text und Bild: Simon Stadler, Donau-Post]

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Einblicke in längst vergangene Zeiten haben 98 Teilnehmer bei der Stadtwanderung mit Josef und Josef (Schütz und Schindler) am Sonntagnachmittag gewonnen. Los ging es in der Herrngasse, wo Josef Rieder im Jahr 1927 mit der Produktion von Limonade begann. In der Gasse wohnte auch der Landwirt Alois Schmelz, der den Markt Wörth am 25. April 1945 an die Amerikaner übergab – kampflos. Er war nach dem Krieg der erste Bürgermeister, wurde aber nach nur einer Gemeinderatssitzung wieder abgesetzt, wie Johann Festner zu berichten wusste.Die nächste Station war das Baugebiet Am Brand. Ludwig Schindler erinnerte an die bewegte Geschichte des dortigen Stadels, der bald zum vierten Mal umziehen muss. Josef Schindler trug eine Geschichte vor, die mit einem Augenzwinkern an die „Saugossn“ erinnert. So hieß damals eine Mulde am Brand, in die jeder seinen Unrat kurzerhand hineinwarf.Über die „hölzerne Reibn“, das Gschwelltal und die Schule gelangten die Wanderer zum Bach-Weiher. Dort erinnerte Alfons Fürst an Schrebergärten, die man für Flüchtlinge aus Ostpreußen und dem Sudetenland angelegt hatte. 1952 verschwanden die Gärten.

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Den steten Wechsel von Melancholie und Beschwingtheit – mal ist die Krise fast schon vorbei, mal kommt sie umso mächtiger zurück – kann man ja nüchtern kaum noch ertragen. Die Drunken Lordz aus Wörth mit ihren irischen Volksweisen, Shantys und anderen – nunja – Trinkliedern passen da wie die Faust aufs Auge in diese verrückte Zeit.Und so war das K.i.W.-Konzert am Samstag in Weihern am See restlos ausverkauft. Gerne hätte man im Freien gespielt, aber der Regen hat auch das nicht erlaubt. So platzierten die Ehrenamtler das Publikum im geräumigen Wirtshaussaal, Türen und Fenster auf zum Durchlüften und schon konnte es schwungvoll losgehen.Marion Weickl (Querflöte, Whistles, Saxophon), „Johnny“ (Gesang, Gitarre, Percussion) und Thomas Hebauer (Akkordeon) sorgten vom Fleck weg für die dringend nötige Abwechslung. Ob mit Irish Folk, Hits von Santiano oder einer Drunken-Version des Partisanen-Schlachtlieds „Bella Ciao“: Wenig hätte zum Mittanzen gefehlt und die begeisterten Zuhörer sparten nicht mit Applaus. Auch der kann sich offenbar aufstauen und entladen.
[Text: Franz Nopper, Donau-Post]

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