Aktuelle Nachrichen

Vogelmayer

Mischung aus Gaudi, Gesellschaftskritik und Liebe zur Heimat

Unterhaltung für Hirn, Herz und Humor

Kabarettist Vogelmayer aus Mitterfels präsentierte Jubiläumsprogramm - Gäste miteinbezogen

Organisiert vom Kultur-am-Höllbach-Team der Gemeinde Rettenbach präsentierte der bayerische Musik-Kabarettist "Vogelmayer" alias Thomas Mayer aus Mitterfels am Freitag seine Jubiläumstour in der Hofstube in Röhrenhof.

Dabei bestach er mit einer unterhaltsamen Mischung aus Gaudi, Gesellschaftskritik und seiner unverkennbaren Liebe zur Heimat. Eins ist sicher - seit diesem Abend hat der niederbayerische Kabarettist wieder ein paar Fans mehr, denn passend zum Publikum präsentierte er sein Wirtshausprogramm - einer Mischung aus Gaudi und Musik.

Vogelmayer testete das Niveau der Zuhörer

Gleich zu Beginn meinte er mit einem Augenzwinkern, dass das Publikum den Abend genießen solle, denn "i spuil erfahrungsgemäß überall nur oa oanzig's mol". Von Anfang an bezog er die Gäste in sein Programm mit ein und mit seinem hintersinnigen Humor und den, oftmals nicht ganz so leicht zu durchschauenden Wortspielereien, mit denen er das Niveau der Zuhörer testete, traf er genau den Nerv der Anwesenden. Zudem sei er der lebende Beweis dafür, dass man es auch mit Abitur zu nichts bringen kann. Dass man in Bayern einen Dialekt spricht, der oftmals etwas zweideutig daherkommt, zeigte die Geschichte vom "Giggerlbauern", der mit seiner "Zuchtsau" nach Berlin gefahren ist zu einem Wettbewerb, den er gewonnen hat, und er dann sagte, dass er sich noch nie über einen "Saupreis" so gefreut habe. Aber auch die Tatsache, dass es tagsüber "der Weizen und das Korn" heiße, während am Abend "das Weizen und der Korn" gesagt werde, zeige, dass die deutsche Sprache sehr schwierig sei.

Auch wenn seine Witze manchmal etwas derb waren - die Ausflüge "unter die Gürtellinie" wurden nicht ausgedehnt. Spätestens ist seit diesem Abend aber klar, wozu die gelbe Viagra dient und warum im Seniorenheim zweimal täglich die blaue verabreicht wird.

Die Lieder des Kabarettisten waren sehr unterschiedlich - manche waren eher nachdenklich und besinnlich, andere machten einfach nur Spaß. Auch die Zwischentexte und Anekdoten, meist dem Alltagsleben Vogelmayers entsprungen, sorgten für vergnügliche Heiterkeit und Lachorgien. Während er beispielsweise beim "schwarz-weißen Ritter" die Lachmuskeln strapazierte, besang er in seinem Hit "Dahoam", was Heimat ausmacht. "Dahoam des is koa Ort, dahoam des is a G'fühl". Der Rap-Song "Geld, Geld, Geld" handelte wiederum davon, dass Geld viel zu sehr die Welt regiere, aber das Leben sei zu kurz, um nur ins Geld zu investieren. Viel wichtiger seien Freude, Lieben, Lachen, Glück, Freiheit Tanzen und Schreien - einfach leben zu dürfen auf der Welt, "des kost' koa Geld".

Gedichte und Sprüche aus seinem aktuellen Buch

Ebenso sorgte der Niederbayer mit Gedichten und Sprüchen aus seinem aktuellen Buch "Gaudi zum Beruf machen" stets für eine abwechslungsreiche Darbietung. Dieses Buch wäre auch eine gute Möglichkeit für ein Weihnachtsgeschenk, meinte Vogelmayer, denn es enthalte neben Witzen auch Kochrezepte für Männer, wie gebrannte Mandeln. Dafür müsse man nur Wasser kochen, dieses trinken und schon sei man fertig.

Mit viel Witz und Humor, stets vollem Körpereinsatz und Hingabe begeisterte er sein Publikum. Er ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht - ein bayerisches Original, das man erlebt und gesehen - und vor allem gehört haben muss.

Aus der Donau Post vom 16. Oktober 2019, Text und Foto von Doris Kröller

 

 

2019 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)

Stefan Zinner - "Raritäten"

Stefan Zinner begeisterte Rettenbach

Der Fernsehmetzger war nie sein Primärziel

Das Multitalent hatte sein Kabarettprogramm "Raritäten" im Gepäck

Organisiert vom Kultur-am-Höllbach-Team der Gemeinde gastierte am Samstag Stephan Zinner - vielen auch bekannt als Markus Söder vom Nockherberg oder als Metzger Simmerl aus den Eberhofer-Verfilmungen - mit seinem Kabarettprogramm Raritäten oder wie er selbst sagt "Seltene Sachan” im Rettenbacher Hof.

Durch seine lockere, humorvolle Art zog Zinner das Publikum mit seinen witzigen Alltagsbeobachtungen und Musikstücken von Anfang an in seinen Bann. Dabei stellte Zinner viele Fragen wie: "Muss Alexa im Schlafzimmer mithören? Soll der Leberkäse Ernährungstrends angepasst werden? Und warum gibt es im Bio-Markt keine Bierkisten?"

Beantwortet wurden diese Fragen in einmaliger humoristischer Weise von ihm selbst, mal indem er seine Protagonisten mit viel Wortwitz imitierte oder seine Qualität in Gitarre und Gesang mit stets urbayerischen Texten bewies.

Gestatten, Peter Pichler, Multiinstrumentalist

Begleitet wurde er dabei von Peter Pichler, als "chronisch übellaunigen musikalischen Leiter" auf Tuba, Schlagzeug, Keyboard, Flöte, Akkordeon und Saxofon - nicht selten spielte er mehrere Instrumente gleichzeitig.

Eigentlich wollte der aus Trostberg stammende Wahlmünchner ja ein Rockstar werden - nicht nur wegen der Liebe zur Musik, sondern auch wegen den Damen, denn er sei in seiner Jugend eher ein "Bummerl" gewesen.

In der Folge arbeitete er hart an seiner Performance - seine Vorbilder waren dabei Angus Young von AC-DC und Pete Townshend von The Who. Doch wahrscheinlich waren es dann die Knieschützer, die er trug, um sich nicht zu verletzen oder die Showeinlage mit der Gitarre am Kirchenaltar, die ihm den Weg zum musikalischen Ruhm verbauten.

In der Damenwelt hatte er dennoch Erfolg, denn er sei verheiratet mit einer Ärztin, die zwar aus Ostdeutschland stamme, aber "des konn' passier'n".

Was Grundschulmamis auf Whats-App texten

Sie und die gemeinsamen drei Kinder liefern ihm viele Anekdoten, die er äußerst unterhaltsam vortrug. Auch die Barista-Kaffeegenießer oder Grundschulmütter-Whats-App-Gruppen, sowie seltene Vornamen blieben nicht verschont.

Weiter meinte er, dass ab 75 eine Fahrt mit einem Fahrlehrer wichtig sei, um die Fahrtüchtigkeit nicht auf Zeit, sondern aufs Ankommen zu trainieren. Zinner, der auch als erfolgreicher Schauspieler, unter anderem als Metzger Simmerl der Eberhofer-Krimis bekannt ist, meinte, dass Fernsehmetzger nie sein Primärziel gewesen sei, als er die Schauspielschule besuchte - "Bond wär cool", betonte der Kabarettist.

Rocken mit der Markus-Söder-Perücke

Nach der Pause hatte er eine Scheibe Leberkäse mitgebracht aus welcher er mit einer selbst kreierten Gewürzmischung einen "Livercheese Saigon" zauberte, den er dem Publikum in den ersten Reihen zum Probieren anbot.

Einer der vielen Höhepunkte war auch, als Zinner schließlich die Markus Söder-Perücke präsentierte, dieer seit Jahren trägt, um den Landesvater beim Nockherberg zu verkörpern und damit die Bühne rockte.

Mit langanhaltendem Applaus forderte das Publikum schließlich noch einige Zugaben, die selbstverständlich erfüllt wurden. Danach gab der Kabarettist gerne Autogramme oder stand für ein Erinnerungsfoto bereit.

Aus der Donau Post vom 25. September 2019, Text und Fotos von Doris Kröller

2019 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)

Große Klänge vor großer Kulisse

Steffi Denk & Flexible Friends traten im Innenhof des Klosters auf

Frauenzell. (das)

Die Besucher, die am Freitagabend zum Konzert von Steffi Denk & Flexible Friends in den Innenhof des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell gekommen sind, waren begeistert von der überaus gelungenen Vorstellung und der tollen und einzigartigen Atmosphäre inmitten der altehrwürdigen Mauern.


Das Bühnenbild, die Lichter und ein bunt gemischtes Programm der Frau mit einer faszinierenden Stimme entzückten die Gäste. „Steffi Denk mit ihrer lockeren Art samt ihren Stories immer wieder dazwischen, haben für mich einen sehr großen Unterhaltungswert“, sagte eine Besucherin des Konzertes. Eine weitere stimmte zu: „Ich bin immer wieder begeistert von dieser Frau, sie ist sehr vielseitig“. Ein anderer Gast bestätigte: „Da ist jeder für sich ein hervorragender Einzelmusiker und zusammen sind sie eine ganz tolle Gruppe.“

Ja, zweifellos, Steffi Denk & Flexible Friends begeisterten mit ihrem Programm „Accentuate The Positive“ auf einer musikalischen Reise zu den Jazz-, Swing- und Bossa- Nova-Wurzeln die mehr als 100 Zuhörer, die nach Frauenzell gekommen waren. Neben bekannten Klassikern aus dem amerikanischen Songbook, beschwingten Bearbeitungen zeitgenössischer Hits wie „Livin´On A Prayer“ von Jon Bon Jovi, „Black Hole Sun“ von Chris Cornell und Meghan Trainor`s „All About That Bass“ durften auch Balladen nicht fehlen. Steffi Denk interpretierte Gregory Porters „Water Under Bridges“, Joe Samples „When Your Life Was Low“ und Cole Porters „I`ve Got You Under My Skin“ (hier als Bossa Nova) gefühlvoll und fast schon herzzerreißend.

„Dieser tolle Innenhof“ müsse viel öfter öffentlich genutzt werden, schlug die multilaterale Sängerin – die in vielen unterschiedlichen Sprachen mit ihren Dialekten wie Österreichisch, Französisch, Bairisch, Englisch, Schwäbisch sprach – vor. Mit lustigen Darbietungen erzählte und unterhielt sie sich zwischen den Musikstücken immer wieder mit den Einzelmusikern, die alle in „einer Art Therapiegruppe“ seien.

Den Gästen gefiel der Abend, sie gaben zwischendurch und auch am Ende des gut zweieinhalbstündigen Konzerts minutenlangen Applaus und forderten mit Zugabe-Rufen noch eine musikalische Dreingabe, dem die Gruppe gerne folgte.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Wörth und wie man hier leben kann

Stadtwanderung mit Josef und Josef zum Thema Kultur.Wirtschaft nachgeholt

Im Hochsommer musste die Stadtwanderung mit Josef und Josef wegen zu großer Hitze noch abgesagt werden. Am Sonntag nun kamen rund 60 Teilnehmer in den Genuss eines literarischen Spaziergangs bei herrlichem Spätsommerwetter. Im Rahmen der landkreisweiten Veranstaltungsreihe „Kultur.Wirtschaft“ erzählten und lasen die ehrenamtlichen Stadtführer Josef Schindler und Josef Schütz Kurzweiliges bis Bedrückendes, aber stets Interessantes zum Thema Stadt und Wirtschaft. Von der Stadtkirche ging es die „Stukabahn“ hinauf auf die Lerchenhaube, von dort zur Pestkapelle auf dem Herrnberg und hinunter ins Gschwelltal zur Schule und zur historischen Schusshütte der Feuerschützengilde. Zu den einzelnen Stationen berichtete der zweite Bürgermeister Schütz Aktuelles sowie Wissenwertes und ließ auch die Gäste zu Wort kommen. Der Schriftsteller Schindler las dazu aus seinen beliebten Kindheitserinnerungen, die so mancher Teilnehmer gerne aus eigener Erfahrung bestätigte. Über den Petersplatz und die „Rutschn“ kehrte die Gruppe nach gut zwei Stunden an den Ausgangspunkt zurück, freilich nicht, ohne zur abschließenden Einkehr in eine Wirtschaft einzuladen.

[Text: Franz Nopper, Donau-Post]

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Warum Live-Musik viel schöner ist als Retorte

"Und jetzt spielen wir was ganz anderes" sagt der Yankee. Da fällt ihm Sepp Frank ins Wort und erwidert: " Wäre ja auch ein Schmarrn, wenn wir dasselbe Lied nochmal spielen würden." So ging es zu beim Konzert der Old Folks am gestrigen Samstag im Bürgersaal.

Sie sind alte Bekannte in Wörth, der Wolfgang Berger, der Yankee und der Sepp Frank und immer wieder gerne gesehen, weil jeder spürt, wie sehr es ihnen Spaß macht beim Auftritt im Bürgersaal. Das wichtigste ist aber ihre Musik. Kontrabass (Berger), Akkordeon (Frank) und Gitarre (Yankee). Perlen der Rock-und Popmusik aus den 60er und 70er Jahren spielen sie: Bob Dylan, Bruce Springsteen, Peter Sarstedt, Donovan, Sting usw. Und sogar an den Stones-Klassiker Jumpin' Jack Flash trauen sie sich ran. Weil sie im Alter mutig geworden sind, sagen sie. Ja, den Titel in dieser Besetzung zu spielen, ist sehr mutig.

Ein wunderschönes Konzert mit wunderbaren Musikern. Die Begeisterung der Zuhörer war hör- und spürbar.

2019 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Das Wackersdorf-Gefühl

Das Wackersdorf-Gefühl

Freiluftkino auf der Burg: 250 Besucher blickten in wundervoller Atmosphäre auf eine politisch sehr angespannte Zeit zurück.

Bericht von Gerlinde Fink in der Donau Post (Ausgabe vom 26.08.2019)

Brennberg. (gf) Der Kinofilm „Wackersdorf“ gibt 30 Jahre nach dem Aus für die geplante WAA, die als zentrale Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland gebaut werden sollte, einen Einblick in die Hintergründe der damaligen Geschehnisse.
Gut und gern 250 Besucher ließen sich auf der Burg Brennberg bei einem herrlichen Freiluftkinoabend am Freitagabend nochmals mitnehmen auf die Reise in die bewegten Achtzigerjahre in der Oberpfalz. Mit so einem Ansturm hatten die Mitglieder des Kulturausschusses der Gemeinde Brennberg gar nicht gerechnet. Doch offensichtlich lag man mit dem 2018 erschienen Film „Wackersdorf – Wehrt Euch, leistet Widerstand !“ von Regisseur Oliver Haffner und Drehbuchautor Gernot Krää voll im Trend.


Sportverein stellte Bänke zur Verfügung
250 Gäste waren zur Burgruine gekommen, teils chauffiert von einem Shuttledienst, den man kurzfristig eingerichtet hatte. Schnell wurden noch Bänke geholt, wobei sich SSV-Vorsitzender Thomas Saradeth, der auch als Gemeinderat den Kulturausschuss bei dieser Veranstaltung tatkräftig unterstützt hatte, als hilfreich erwies und hierfür die Bänke des Sportvereins zur Verfügung stellte.


Selbst dabei beim „Deutschen Woodstock“
Saradeth selbst war damals in den Achtzigerjahren auch ein regelmäßiger WAA-Widerständler gewesen und berichtete am Rande des Kinoabends von den regelmäßigen Teilnahmen der Brennberger Bürgerinitiative, damals gegründet von Dr. Eberhard Klein, an den Demonstrationen am Bauzaun. Selbstverständlich war Saradeth auch am 26. und 27. Juli 1986 beim „Deutschen Woodstock“, dem „Anti-WAAhnsinns-Festival“ in Burglengenfeld dabei. Es war das bis dahin größte Rockkonzert der deutschen Geschichte mit über 100 000 Besuchern gewesen. Die Besucher, die am Freitagabend in Scharen mit Decken gekommen waren, ließen sich schnell in den Bann des Filmes über den damaligen Schwandorfer Landrat Hans Schuierer ziehen, der auch die Hintergründe der Achtzigerjahre in der Oberpfalz zeigte. Der Film beschreibt die damalige Situation: Die Arbeitslosenzahlen stiegen und Landrat Hans Schuierer stand unter Druck, Perspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Da erschienen ihm die Pläne der Bayerischen Staatsregierung wie ein großes Geschenk: In der beschaulichen Gemeinde Wackersdorf sollte eine atomare Wiederaufbereitungsanlage (WAA) gebaut werden, die wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Region versprach. Doch als der Freistaat ohne rechtliche Grundlage mit massiver Gewalt gegen Proteste einer Bürgerinitiative vorging, die sich für den Erhalt der Natur in ihrer Heimat einsetzte, stiegen in Schuierer Zweifel auf: Vielleicht ist die Anlage doch nicht so harmlos wie behauptet. Er begann nachzuforschen und legte sich mit der mächtigen Strauß-Regierung an.


Gerne auch „etwas Kritisches“ zeigen
Bei dem Politdrama über die Hintergründe, die zu dem legendären Protest gegen den Bau der WAA in der Oberpfalz geführt hatten, kam bei vielen Open-Air-Besuchern wieder das „Wackersdorf-Gefühl“ auf. Ein durchweg positives Fazit war am Ende des Filmes zu entnehmen: Die tolle Location schreit nahezu nach einer Wiederholung eines Open-Air-Kinos, sagten einige Besucher. Dabei dürfe gerne auch „etwas Kritisches“ gezeigt werden.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Foto Resi Beiderbeck

Der Fisch'n Hans ist wieder in Frauenzell

Der Fisch'n Hans ist wieder in Frauenzell
Fotograf Stefan Winklhöfer mit dem Steinkirchner Hans auf dem Traktor im Hintergrund.
Artikel von Resi Beiderbeck – Wörther Anzeiger 07.08.2019
Frauenzell Dem Kulturausschuss der Gemeinde Brennberg ist es zu verdanken, dass Hans Steinkirchner jetzt quasi “heimgekehrt” ist. Die Ausstellung mit dem Titel “Hans - Eine kleine Geschichte vom Glück” war schon in Neusath-Perschen zu sehen und auch im Leeren Beutel in Regensburg oder in der Krones-Galerie am Konzernsitz in Neutraubling.

Dort erlebte man Besucher, die plötzlich reden wollten, feuchte Augen hatten oder bewegende Kommentare ins Gästebuch schrieben. Jetzt also ist der “Hans” im Kloster Frauenzell an Wänden und in Vitrinen präsent - ausdrucksstark in Schwarz-Weiß-Fotografien. “Was er wohl selber dazu sagen würde?”, sinnierte mancher.

Zur Vernissage waren über 70 Gäste gekommen. Sie wussten die Aufnahmen sehr zu würdigen, die Fotograf Stefan Winklhöfer in einem Buch veröffentlichte. Das hat genauso “eingeschlagen” wie die Ausstellung. “Ein paar Tausend sind schon draußen”, sagte Professor Josef Paukner, von dem die Textbeiträge stammen. “Vielleicht ist es einfach zur richtigen Zeit gekommen”, mutmaßt er über den Grund für den bemerkenswerten Erfolg des Buches.

Die “Höllbachflöten” Johanna Weigl und Berit Proctor untermalten die Vernissage mit federleichten Klängen. So bescheiden, wie der “Hans” gelebt hat, fiel die Bewirtung aus. Zu Bier und Wein gab es bodenständige Klostersemmeln - nicht zu groß.

Den längsten Beifall an diesem Abend bekamen aber nicht die Bilder, sondern Maria Weigert und Resi Spitzer. Sie standen bescheiden im Hintergrund, als Bürgermeisterin Irmgard Sauerer ihre Namen erwähnte. Ohne ein Aufhebens darum zu machen, hatten sie dem Steinkirchner Hans als hilfsbereite Nachbarinnen über Jahre hinweg viele Dienste erwiesen und so großen Anteil daran, dass der betagte Bauer bis zu seinem Lebensende in Frauenzell daheim sein durfte und seinen Alltag meistern konnte.

Die Ausstellung ist bis einschließlich 8. September sonntags von 11 bis 17 Uhr im ehemaligen Bibliothekssaal des Klosters zu sehen. Besuche außerhalb dieser Öffnungszeiten können unter Tel. (09482) 940326 angefragt werden. Der Eintritt kostet 2 Euro.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Klostermarkt 2019 - Foto Daniela Schmidbauer

Stöbern, staunen, kaufen

Stöbern, staunen, kaufen
Sehr viel Betrieb beim Frauenzeller Klostermarkt – Festlicher Gottesdienst
Artikel von Daniela Schmidbauer in der Donau Post am 06.08.2019

Frauenzell. (das) Der Frauenzeller Klostermarkt war auch in diesem Jahr, bei schönstem Wetter, ein fantastischer Erfolg für die Veranstalter.
Viele Besucher waren am Sonntag in das beschauliche Klosterdörfchen gekommen und besuchten schon um 10 Uhr den festlichen Gottesdienst, den der derzeitige Urlaubsvertretungspfarrer Pater Sinoj Skaria aus Indien, gemeinsam mit Diakon Johann Emmerl, zelebrierte. Das Gotteshaus war übervoll; die Sunnseitn Muse untermalte den Festgottesdienst mit der wundervollen Waldlermesse.

Im Anschluss waren die mehr als 40 Fieranten ein starker Anziehungspunkt für die Besucher. Mit ihren interessanten und ansprechenden Waren luden sie zum Verweilen, Stöbern, Kaufen und einem kleinen Gespräch ein. Für jeden Geschmack war was dabei, von Strickwaren und Gartenobjekten über Pflanzen, Drechselware und Holzschnitzereien bis hin zu Schmuck, Geschenkartikeln und selbstgemachten Lebensmitteln. Das Areal rund um das ehemalige Benediktinerkloster bot dafür eine hervorragende Atmosphäre, schön überschaubar und mit einem ganz besonderen Flair. Viele Besucher brachten das eine oder andere schöne Mitbringsel mit nach Hause. Wer gegen Mittag Hunger bekam, der konnte sich im Klosterinnenhof angenehm unter schattigen Bäumen stärken. Die Frauenzeller Ortsvereine bewirteten dort mit einem Angebot an Schmankerln die zahlreichen Gäste und die Höllbach-Blosn spielte für die Besucher auf.

Im Rahmen des kulturellen Programms der Gemeinde Brennberg lud man zur Ausstellung „Hans – eine kleine Geschichte vom Glück“ in den ehemaligen Bibliothekssaal des Klosters. Interessante Einblicke gewann man obendrein, wenn man die Gruft unter dem Altarraum oder die Basis des Klosters mit dem Gewölbe unter dem Kirchendach besuchte. Hier durfte man Orte besuchen, die sonst das ganze Jahr über verschlossen und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Event war auch in diesem Jahr wieder vollends gelungen, die Besucher konnten einen wunderschönen Tag in Frauenzell genießen.

2019 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)