Vokalensemble „Cantaloupes“ im Wörther Bürgersaal
von Johann Festner
Klaus Wenk entführte mit seinem Kammerchor in mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte
Um 17.04 Uhr war es so weit. Die 18 Sänger betraten die Bühne, stellten sich auf und warteten. Darauf, dass Klaus Wenk das Zeichen gibt. Mit einem Fingerschwenk begann es sodann – das rund einstündige Konzert im Wörther Bürgerhaus.
In mehreren Blöcken bot das Ensemble „Cantaloupes“, das Wenk seit Jahresbeginn leitet, insgesamt 18 Lieder aus mehreren Jahrhunderten und verschiedenen Ländern. Darunter eine Cowboy-Hymne, eine schwedische Liebeserklärung und ein gut verpackter Beat-Pop-Hit.
Die Gruppe Cantaloupes selbst wurde 1997 in Hemau im westlichen Landkreis gegründet. In den vergangenen nun bald 30 Jahren hat sich der Chor schließlich einen Namen als erstklassiges Vokalensemble gemacht. Davon konnten sich am Sonntag die rund 100 Besucher überzeugen. Nicht nur im Stück „Ich wollt einmal nach Rosen gehen“ griffen die verschiedenen Stimmen perfekt ineinander und sorgten für eine tolle Klangkulisse.
Wenk vorneweg gab den Takt vor. Mit mal ruhigen Wellenbewegungen seiner Hände, dann mit fast schon zuckenden Fingern dirigierte er Einsätze und Lautstärke. Kaum ein Moment, in dem der frühere Domspatz und heutige Leiter des Aureliums in Lappersdorf nicht leise mitzusingen schien. Zwischendurch erklärte der Chorleiter immer wieder, was im folgenden Block zu hören sei.
Deutsche Lieder und englische Madrigale
Den Beginn machten drei Lieder in deutscher Sprache. Darunter Felix Mendelssohn-Bartholdys „Abschied vom Walde“. Schließlich folgten englische Madrigale aus dem 16. Jahrhundert – ergänzt um das Stück „Can’t Buy Me Love“. Als Werk von John Lennon und Paul McCartney weithin bekannt, präsentierte der Kammerchor Cantaloupes die Beat-Pop-Nummer als Madrigal und damit in ganz neuem Klanggewand. In einem weiteren Viererblock reisten Chor und Zuhörer gemeinsam in die USA. Mit „The Streets of Laredo“ wurde dabei etwa die Geschichte eines jungen Cowboys erzählt, der – im Sterben liegend – über Leben und Tod grübelt. Ein Klassiker, der bereits von Musikgrößen wie Johnny Cash vertont wurde.
Der Nachmittag trug den Titel „Alle Sprachen dieser Welt“. Und auch wenn Wenk und sein Ensemble das angesichts der Sprachvielfalt nicht ganz einhalten konnten, boten sie gegen Ende hin mit dem schwedischen Volkslied „Uti vår hage“ noch eine Liebeserklärung an den Sommer und die Natur. Auch dafür gab es reichlich Applaus.
[Text Michael Bothner, Donau-Post; Bild Johann Festner]