Vogelmayer

Vogelmayer

von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0) Unterhaltung für Hirn, Herz und Humor

Mischung aus Gaudi, Gesellschaftskritik und Liebe zur Heimat

Unterhaltung für Hirn, Herz und Humor

Kabarettist Vogelmayer aus Mitterfels präsentierte Jubiläumsprogramm - Gäste miteinbezogen

Organisiert vom Kultur-am-Höllbach-Team der Gemeinde Rettenbach präsentierte der bayerische Musik-Kabarettist "Vogelmayer" alias Thomas Mayer aus Mitterfels am Freitag seine Jubiläumstour in der Hofstube in Röhrenhof.

Dabei bestach er mit einer unterhaltsamen Mischung aus Gaudi, Gesellschaftskritik und seiner unverkennbaren Liebe zur Heimat. Eins ist sicher - seit diesem Abend hat der niederbayerische Kabarettist wieder ein paar Fans mehr, denn passend zum Publikum präsentierte er sein Wirtshausprogramm - einer Mischung aus Gaudi und Musik.

Vogelmayer testete das Niveau der Zuhörer

Gleich zu Beginn meinte er mit einem Augenzwinkern, dass das Publikum den Abend genießen solle, denn "i spuil erfahrungsgemäß überall nur oa oanzig's mol". Von Anfang an bezog er die Gäste in sein Programm mit ein und mit seinem hintersinnigen Humor und den, oftmals nicht ganz so leicht zu durchschauenden Wortspielereien, mit denen er das Niveau der Zuhörer testete, traf er genau den Nerv der Anwesenden. Zudem sei er der lebende Beweis dafür, dass man es auch mit Abitur zu nichts bringen kann. Dass man in Bayern einen Dialekt spricht, der oftmals etwas zweideutig daherkommt, zeigte die Geschichte vom "Giggerlbauern", der mit seiner "Zuchtsau" nach Berlin gefahren ist zu einem Wettbewerb, den er gewonnen hat, und er dann sagte, dass er sich noch nie über einen "Saupreis" so gefreut habe. Aber auch die Tatsache, dass es tagsüber "der Weizen und das Korn" heiße, während am Abend "das Weizen und der Korn" gesagt werde, zeige, dass die deutsche Sprache sehr schwierig sei.

Auch wenn seine Witze manchmal etwas derb waren - die Ausflüge "unter die Gürtellinie" wurden nicht ausgedehnt. Spätestens ist seit diesem Abend aber klar, wozu die gelbe Viagra dient und warum im Seniorenheim zweimal täglich die blaue verabreicht wird.

Die Lieder des Kabarettisten waren sehr unterschiedlich - manche waren eher nachdenklich und besinnlich, andere machten einfach nur Spaß. Auch die Zwischentexte und Anekdoten, meist dem Alltagsleben Vogelmayers entsprungen, sorgten für vergnügliche Heiterkeit und Lachorgien. Während er beispielsweise beim "schwarz-weißen Ritter" die Lachmuskeln strapazierte, besang er in seinem Hit "Dahoam", was Heimat ausmacht. "Dahoam des is koa Ort, dahoam des is a G'fühl". Der Rap-Song "Geld, Geld, Geld" handelte wiederum davon, dass Geld viel zu sehr die Welt regiere, aber das Leben sei zu kurz, um nur ins Geld zu investieren. Viel wichtiger seien Freude, Lieben, Lachen, Glück, Freiheit Tanzen und Schreien - einfach leben zu dürfen auf der Welt, "des kost' koa Geld".

Gedichte und Sprüche aus seinem aktuellen Buch

Ebenso sorgte der Niederbayer mit Gedichten und Sprüchen aus seinem aktuellen Buch "Gaudi zum Beruf machen" stets für eine abwechslungsreiche Darbietung. Dieses Buch wäre auch eine gute Möglichkeit für ein Weihnachtsgeschenk, meinte Vogelmayer, denn es enthalte neben Witzen auch Kochrezepte für Männer, wie gebrannte Mandeln. Dafür müsse man nur Wasser kochen, dieses trinken und schon sei man fertig.

Mit viel Witz und Humor, stets vollem Körpereinsatz und Hingabe begeisterte er sein Publikum. Er ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht - ein bayerisches Original, das man erlebt und gesehen - und vor allem gehört haben muss.

Aus der Donau Post vom 16. Oktober 2019, Text und Foto von Doris Kröller

 

 

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