Lesung der "Young Writers Regensburg"

von Daniela Eigenstetter

Per Anhalter nach Irgendwo

Unter dem Titel „Per Anhalter nach Irgendwo“ begeisterten die Young Writers Regensburg zahlreiche Besucher im Bürgersaal Rettenbach. Sechs junge Autorinnen und Autoren präsentierten eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig Literatur sein kann – von nachdenklich bis fantasievoll, von gesellschaftskritisch bis tief berührend, auf der Suche nach dem richtigen, glücklichen Leben.

Rudi Domke eröffnete den Abend mit Texten über Lebenswege mit Abschieden und Mitfahrgelegenheiten – und der ermutigenden Botschaft, dass gerade Orientierungslosigkeit neue Perspektiven eröffnet. In seinem zweiten Text lässt Domke ein Spiegelbild seiner selbst sprechen, im Dialog gelesen mit Theresa Klinz - und führt einen inneren Dialog über Selbstzweifel, Identität und Sinnsuche. Am Ende steht die Einsicht, dass Zweifel und Schmerz zum Leben gehören und vielleicht bereits genug Orientierung geben.

Stella Faßold nahm das Publikum mit in eine magische, phantasievolle Geschichte über Mut, Herkunft und Selbstfindung – und davon, dass sich hinter scheinbaren Umwegen manchmal der eigentliche Weg verbirgt.

Alex Ramser zeigte in seinem Romanausschnitt feinfühlig, wie leicht sich Lebenswege kreuzen – oder knapp verfehlen – und wie viel im Verborgenen zwischen Menschen geschieht.

Nach der Pause entwarf Lisa Pensenstadler mit ihrem Text „Weltkulturerbe“ ein spannendes Gedankenexperiment, das den Wert von Digitalisierung, Erinnerung und Kultur neu ins Bewusstsein rückte.

Florian Fischer setzte mit seiner symbolstarken Erzählung eines scheinbar wertlosen Glöckchens die Frage nach Selbstwert und Zusammenhalt, mit der Frage: werde auch ich eines Tages ausgedient haben? Fischers tröstende Botschaft ans Publikum lautet: „Wenn uns die Welt abschreibt – wir haben nicht ausgedient. Wir nicht!“

Den Abschluss bildete eine bewegende Geschichte von Theresa Klinz über Freundschaft, unerwiderte Liebe und Verlust. Der besonders ergreifende Text wurden im Wechsel gelesen von Theresa Klinz, Lisa Pensenstadler und Rudi Domke.  

Die Texte hinterließen einen spürenden Eindruck bei Publikum. Viele Gäste blieben noch und suchten im Anschluss das Gespräch mit den jungen Autoren.

Die von der Stadt Regensburg geförderte Gruppe „Young Writers“ unter Leitung von Rolf Stemmle blickt nun motiviert auf ihr nächstes Projekt: Im Herbst wird eine gemeinsame Anthologie erscheinen.

Insta: young.writers.regensburg / Website: schriftsteller-ostbayern.de

Foto: Theresa Schmid, Donau Post

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