Kunstpremiere im Hudetzturm
von Johann Festner
25 Akteure: Brennberg, Rettenbach, Wiesent und Wörth stellen erstmals gemeinsam aus
Die Kommunen Brennberg, Rettenbach, Wiesent und Wörth arbeiten seit über zehn Jahren als interkommunale Kulturinitiative „Donau.Wald.Kultur“ zusammen. Nun haben sie erstmals eine Ausstellung mit Arbeiten von Kunstschaffenden aus den vier Gemeinden organisiert. Thema der Ausstellung ist „Donau-Wald“. Am Sonntagnachmittag fand die Vernissage im Wiesenter Hudetzturm statt. Als Moderator fungierte Alfred Stadler, Kulturbeauftragte der Gemeinde Wiesent.
„Wir haben 25 Aussteller aus vier Gemeinden und 51 Ausstellungsobjekte“, bezifferte Stadler. Zu den Ausstellungsstücken zählen 31 Bilder, die in verschiedenen Techniken auf Papier gemalt seien. Acht bemalte Leinwände zieren die Wände, sowie drei Acrylgemälde auf Blech. Hinzu kommen Fotografien und Skulpturen. Die jüngste Ausstellerin sei Fiona Weindler, die mit ihrer Oma ein Bild erstellt habe. „Die Künstler haben sich sehr aufgeschlossen mit dem Ausstellungsmotto beschäftigt. Die meisten Stücke wurden eigens für dieses Ereignis erschaffen“, betonte Stadler.
Auch Werke aus der Mittelschule sind zu sehen
Zu sehen sind Fotografien, Skulpturen und Bilder in Acryl, Aquarell und Öl. Beteiligt hat sich auch die Mittelschule Wörth, die ein Kunstprojekt zum Thema durchgeführt und vier Schülerarbeiten für die Ausstellung ausgewählt hat.
Johann Festner, Sprecher von Donau.Wald.Kultur, erinnerte an die Entstehung der Vereinigung: Seit Januar 2013 besteht die Kooperation. Kurzzeitig war die Gemeinde Bernhardwald vertreten, die Gemeinde Pfatter sei nach einigen Jahren ausgeschieden. „Die Kommunen hatten den Wunsch, etwas gemeinsam zu machen“, sagte Festner. Seitdem finde jährlich das Donau.Wald.Brettl statt. Zudem gebe es einen Kultursommer, der von der ILE gefördert werde. Die Idee einer Ausstellung sei eine wunderbare Gelegenheit, die künstlerischen Talente zu präsentieren. Der Hudetzturm biete dazu die perfekte Plattform.
Kerscher: „Glücklich, solche Einrichtung zu haben“
Die Wiesenter Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher meinte, dass für dieses Gemeinschaftswerk die Räume gerne genutzt werden dürfen. Die Künstler bieten ein gemischtes Portfolio, das sicher bei den Besuchern gut ankomme. Kerscher riss die Geschichte der Räume an, erwähnte, dass dort der Maler Karl Anton Hudetz mit seiner Frau Karoline gelebt habe. Vor 35 Jahren wurden die Räumlichkeiten zu einem Museum umgewandelt. „Wir dürfen uns glücklich schätzen, eine solche Einrichtung zu haben. Viele Ehrenamtliche des Hudetzförderkreises helfen mit, um die Öffnungszeiten zu betreuen und Ausstellungen vorzubereiten“, sagte Kerscher. Sie ließ wissen, dass der Landkreis das Museum finanziell unterstütze.
„Ein Grundbedürfnis der Menschen ist es, sich mit Kunst auszudrücken. Kunst ist eine zeitlose Sprache“, sagte Kreisheimatpfleger Thomas Feuerer. Diese intensive Zusammenarbeit im kulturellen Bereich sei etwas Hervorragendes, sagte er und lobte das Engagement aller Beteiligten.
Einen literarischen Beitrag leistete Heinz Klein aus Brennberg: Er las sein selbst geschriebenes Märchen von den beiden jungen Winden „Lüftchen und Windhöschen“vor. „Die Menschen haben die Kraft der Winde entdeckt und möchten Windfangmaschinen bauen. Die Winde arbeiten aber ehrenamtlich und nur wenn sie möchten“, sprach Klein. Aber es gebe auch Gegner der Windfangmaschinen wie den Ritter „Don Quijote“ oder die Fürstin Glorietta.
Märchen: Don Quijote, Glorietta und der Windpark
„Die Fürstin hat immer viel geschimpft über die Maschinen, aber als sie gehört hat, sie bekommt viel Geld dafür, drehte sich der Wind und nun will sie sie doch haben“, meinte Klein in Anspielung auf den geplanten Windpark. Aber dann erhob Doktor Denkmal Einspruch, weil der Blick zum alten Ruhmestempel mit den Gipsköpfen sonst beeinträchtigt wäre. Klein erzählte vom Papa Blasius, der immer Windbeutel mit nach Hause brächte und die temperamentvolle Mama Wiebke, die nicht zu halten war.
Eine musikalische Premiere gab es von Stadler, der eigens zur Ausstellungseröffnung ein Lied mit dem Titel „Old´er Bam“ geschrieben hat, das er einem Baum auf dem Hermannsberg widmete. Einem Gedicht von Emerenz Meier fügte er noch Zeilen hinzu, vertonte es und gab dem Lied den Titel „Kopf in d´Höh“. Mit seiner Tochter Hanni trug er die beiden Lieder vor. Musikalische Beiträge gab es zudem von Patricia, Viktoria, Sophia und Carolin Wegmann aus der Gemeinde Rettenbach. Das Aufhängen der Bilder übernahmen Maria Rösch, Anke Aschenbrenner, Birgit Stadler und Richard Schönberger, berichtete Stadler, der sich freute, dass die Bürgermeister und Kulturbeauftragten der vier Gemeinden bei der Feierstunde dabei waren.
[Text Sandra Meilinger, Donau-Post; Bild: Johann Festner]