Der Vorwald und sein Wasser (von Daniela Schmidbauer)

von Gabriele Hollschwandner

Artikel in der Donau Post vom 23.09.2026
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Mediengruppe Attenkofer“

Der Vorwald und sein Wasser (von Daniela Schmidbauer)

Franz Löffl erklärte bei Wanderung, wie Wald und Flur resistent gegen Trockenheit werden


Frauenzell. (das) Der Freundeskreis des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell und der Kulturausschuss der Gemeinde haben am Sonntagnachmittag eine Lebensraumwanderung veranstaltet. Förster Franz Löffl erklärte den rund 60 Teilnehmern der Wanderung, wie Wald und Flur resistenter gegen Hitze und Trockenheit werden können und auch müssen.


Der „Schwammgedanke“ ist, nicht nur in der versiegelten Stadt zu denken, sondern auch auf dem immer trockener werdenden Land. Wie kann man das Wasser zurückhalten und welche Bedeutung hat es für uns? Um Artenschutz durchzuführen, muss man auch die Lebensräume schützen. „Wir müssen darauf achten, dass sich Lebensräume, die sich oft über eine ganz lange Zeit entwickelt haben, intakt bleiben“, sagte Löffl.

 


Achtung vor den Quellen nimmt ab


Die Menschen hätten früher ein Anwesen nur da hingebaut, wo sich auch eine gute Wasserquelle befand. „Früher hat man Quellen sehr hoch geachtet, denn dies war existenziell für jedes Anwesen. Mittlerweile ist die Achtung vor Quellen bei uns Menschen oft verlorengegangen“, sagte Löffl. „In diesem extrem trockenen Sommer sind viele Quellen auch hier bei uns ausgeblieben, aber diese Quelle im Fisch’n-Loch lief immer.“ In regenreichen Jahren sei es natürlich ein bisschen mehr, aber eigentlich fließe immer gleich viel. Dabei eigne sich der Boden im Vorwald nicht besonders gut als Wasserspeicher. „Die Granitverwitterung ist sehr eng gelagert und dazwischen ist wenig Platz für Wasser.“ Aber: „Die Klüftgrundwasserleiter zwischen den Granitblöcken, leiten das Wasser, das im Waldboden oder im Gestein gespeichert ist und es wird langsam abgegeben – das ist ein Wunder“, sagte Löffl. „Das kann man nicht genug schätzen und wir wissen auch nicht genau, wie das funktioniert,“ fügte er an.


Wie lassen sich die Quellen in der Umgebung bewahren? „Das ist ziemlich schwierig“, sagt Löffl. „Die zehn Gemeinden der ILE Vorderer Bayerischer Wald sind Schwammregionen und sie entwickeln Konzepte, um Wasser zurückzuhalten.“ Früher habe man darauf geschaut, dass Wasser möglichst schnell weggeleitet wurde. Und heute? Wie kann es zurückgehalten werden?

 


Wie der Waldumbau beim Wasserspeichern hilft


„Mit dem Waldbau kann man einiges erreichen, auch wenn es sehr schwierig ist. Wasser speichern kann nur ein Untergrund, der klüftig ist“, erklärte Löffl. Ein guter Oberboden speichere Wasser relativ gut. Einen guten Humus aufzubauen, sei aber sowohl in der Landwirtschaft als auch im Wald mühselig und beschwerlich. Das sei eine große Langfristaufgabe für uns Menschen.


Eine kritische Geschichte zum nährstoffreichen Humusaufbau ist laut Löffl auch die mechanisierte Holzernte und Holzbewirtschaftung. „Wenn man Wasser zurückhalten will, muss man auf der großen Fläche schauen, dass die Böden besser werden und mehr Bodenleben da ist, damit der wertvolle Humusgehalt steigt.“ Das sei ganz leicht gesagt – aber ganz schwer gemacht. „Es ist eine Umsetzungsgeschichte, die sehr lange dauert, oft über mehrere Generationen.“

 

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