Brennberger Burgtheater 2026

von Gabriele Hollschwandner

Ein Sommernachtstraum

Bericht Donau Post -13.07.2026 –  von Gerlinde Fink


Abgeliefert


Volles Haus beim ersten Burgtheater-Wochenende – Gelungene Premiere
Brennberg. (gf) Das Burgtheater hat am Freitag eine gelungene Premiere gefeiert: Die 250 Zuschauer zeigten sich allesamt begeistert ob des schauspielerischen Könnens der über 20 Darsteller sowie der Inszenierung von Regisseur Georg Blüml. Alle drei Vorstellungen am ersten Wochenende waren bis auf den letzten Stuhl ausverkauft, es folgen noch fünf weitere Vorstellungen.

„Die Laienschauspieler in Brennberg trauen sich immer etwas Besonderes zu“, sagte Schirmherrin und Landrätin Tanja Schweiger. Sie beglückwünschte Bürgermeisterin Marion Macht zu ihrem ersten Burgtheater. Macht lobte ihrerseits das eingeschworene Schauspielteam. Insgesamt habe man sich 300 Mal zu Besprechungen, Planung und Proben getroffen. Weitere Vertreter der Politik besuchten die Premiere, auch die Laienspielberaterin des Bezirks Oberpfalz, Eva-Maria Eiberger, war gekommen und amüsierte sich ebenso prächtig wie alle anderen Besucher.

Die Theaterbesucher erlebten an allen drei Tagen einen Theaterabend auf sehr hohem Niveau. Neben altbekannten Gesichtern wie dem fantastisch spielenden Matthias Großkopf in der Rolle des Squenz oder Stefan Schichtl, der die Rolle des Handwerkers Flaut und im Schauspiel der Thisbe übernimmt, einer Renate Brandl, die regelrecht in die Rolle der verliebten Hermia eintaucht, oder Michi Weber, der als draufgängerischer Demetrius überzeugt, gab es auch einige Bühnenneulinge. So beispielsweise Jakob Schmid aus Wörth, der durch seine Cousine den Weg nach Brennberg fand und in seiner Rolle als Kesselflicker und Wand im Schauspiel für das Herzogspaar viele Lacher erntete. Auch Erich Fink und Robert Ulrich, ebenfalls in der Handwerkerschar zu finden, standen noch nie auf der Bühne und überzeugten auf Anhieb.

Gabi Schiegl und Klaus Wenk glänzten in ihren Doppelrollen: Sie gaben zum einen das Herzogspaar Theseus und Hippolyta, zum anderen das streitende Elfenpaar, die sinnliche Titania den animalischen Oberon. Herausragend auch Martin Kürzinger in der Rolle des Handwerkers Zettel, der im Laufe des Abends verzaubert wird. Seine langjährige Theatererfahrung – fast 30 Jahre – bekamen die Besucher durchaus zu spüren, spielte er zu früheren Zeiten bei den Spätzündern oder auch bei den Burghofspielen Falkenstein mit.

Ebenfalls altbekannte Gesichter sind Olga Wanninger, diesmal in der kleineren Rolle der zürnenden Mutter Egeia, Hans-Michael Schreier als Zeremonienmeister Philostrat oder Helga Solleder, Michaela Janker und Carola Sedlak als Hofdamen. Auch die Rollen der drei Elfen wurden durch Gabriele Fischer, Daniela Schiegl und Susanne Sedmak wunderbar gespielt. Das Umbauteam mit Betty Dums, Hannah Schuller, Korbinian Fink und Robin Staudte sowie Tobias Weig als Ersatz kümmerte sich nicht nur um den Umbau, sondern war zuletzt auch als Pagen im Einsatz.

Drei Schauspieler kommen tatsächlich nicht aus Brennberg oder dem näheren Umfeld, passten aber von Anbeginn an in die Truppe. Die drei verbindet die Leidenschaft zum Schauspiel und sie zeigten sich über die Professionalität in Brennberg begeistert und erstaunt zugleich. Andreas Guckenberger aus Amberg las im Theaterverteiler, dass jemand für die Rolle des Lysander gesucht wurde. Seit 13 Jahren spielt er Theater, zuletzt im Amberger Stadttheater, und nahm den weiten Weg gerne in Kauf: „Wann sonst kann man Shakespeare spielen?“ Christine Hofmann und Franziska Huber lasen ebenfalls den Aufruf und bewarben sich als Hermia und Helena. Beide sind verwandt und stammen aus Leonberg bei Maxhütte-Haidhof. Christine Hofmann spielt seit 17 Jahren Theater und Franziska Huber seit Kindesbeinen an. Franziska Huber verfügt gar über eine Schauspielausbildung und war jahrelang in Kalifornien. In einer Videovorstellung wurde Franziska Huber die Rolle des Puck vorgeschlagen, was sie ohne Zögern annahm.

Die vielen Proben und Anstrengungen wurden nicht nur als anstrengend, sondern auch als absolut lehrreich und „brutal schee“, um in den Worten der Handwerker zu bleiben, empfunden. Mitverantwortlich für dieses wunderbare Ergebnis ist aber auch die Crew hinter der Bühne mit Sylvia Schiegl, Madlen Bachschneider und Gabriele Fischer für Kostüme und Maske, sowie der Technik-Crew mit Mario Sedmak am Mischpult, Franziska Adlhoch und Florian Zitzelsberger als Helfer sowie Julian Eicher am Lichtpult. Regisseur Georg Blüml verlangte den Laiendarstellern viel ab, aber holte auch Unglaubliches aus ihnen heraus. Das Ergebnis schließlich empfanden die Zuschauer als großartig.

Zur Übersicht