„Blutiges Brennberg“ war ein echter Knüller

„Blutiges Brennberg“ war ein echter Knüller

von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0) Artikel von Gerlinde Fink in der Donau Post am 23.10.2018

Voller Erfolg für „Arsen und Spitzenhäubchen“ – Premierenwochenende war ausverkauft

Brennberg. (gf) Tosenden Applaus und viel anerkennendes Echo gab es für das Premierenwochenende der Brennberger Fassung von „Arsen und Spitzenhäubchen“ nach einer Neufassung von Georg Blüml. Knapp 500 Besucher besuchten das Premierenwochenende.
Aus dem klassischen Krimi mit Cary Grant wurde so eine temporeiche, packende aber auch durchweg lustige Oberpfälzer Krimikomödie, bei der die Laiendarsteller zur Höchstform aufliefen. Die Bühne im Burgstadel musste erweitert, umgebaut und mit vielen Auf- und Abgängen versehen werden, spielt dieses Stück doch auf drei Ebenen: Keller, Hauptbühne und Obergeschoss, in die eine nur allzu enge Treppe führt.
Das Gefühl, mittendrin zu sein

Bewundernswert ist das Tempo, in dem gespielt wird und sich die Darsteller auf die ganzen „Hindernisse“ konzentrieren. So kamen mal die Schauspieler durchs Fenster vom „Friedhof“ nebenan oder gleich durchs Publikum vom Haupteingang her, was den Besuchern das Gefühl vermittelte, mitten im Geschehen zu sein. So auch, wenn Franz Josef Strauß seine Informationen aus der bayerischen Staatsregierung direkt an die Besucher richtet. Dabei hatte der Münchner Regisseur – auch mit Hilfe seiner Assistentinnen Helga und Sylvia, die sich auch um die passenden Kostüme kümmerten – wieder ein gutes Händchen für die Schauspieler, die in ihren Rollen so richtig aufgehen konnten. Angefangen bei den unbedarften Polizisten Hundhammer (Stefan Schichtl) und Feigl (Johannes Oettl), die in ihren Rollen auch den Oberpfälzer Dialekt persiflieren, über den Polizeianwärter Fröschl (Jakob Berg), der sich als Bühnenautor gibt und mit seinem Stück „Blutiges Brennberg“ alle in den Wahnsinn treibt, bis hin zur grimmigen Oberkommissarin Groll (Franziska Adlhoch), die nur zu gerne den „Sumpf in Brennberg“ austrocknen will.
Maskenbildnerin zeigte großes Können

Gruselig wird es, als der der längst verschollen geglaubte Neffe (B)-Ludwig erscheint, bei dem Maskenbildnerin Michaela Frieser all ihre Kunst zeigt. Er betritt zusammen die Bühne mit Dr. Schönfärber (Michael Weber), einem allzu zartfühlenden plastischen Chirurgen, der erst inspiriert werden muss, „dann sitzt auch jeder Abnäher“. Im ersten Akt überzeugten auch Hans Michael Schreier als Monsignore Averbeck und Hans Schreier, der zimmersuchend als älterer Herr beinahe den warmherzigen Schwestern in die Schlinge geht. In den Hauptrollen brillieren Toni Berg als weltmännischer Theaterkritiker Wendel Pretzener, der sich in die hübsche Elena (Daniela Schiegl) verliebt, bis er völlig unbedarft auf der Fensterbank eine Leiche entdeckt und nur zu gerne den Heiratsantrag wieder rückgängig machen will ... Die Not ist ihm anzukennen, insbesondere als er merkt, dass seine beiden Tantchen Annemarie und Elisabeth gar nicht so liebenswürdig sind, wie sie sich zeigen. In die Rollen der beiden Schwestern in ihrer skurrilen Siebziger-Jahre-Aufmachung schlüpfen Renate Hirschberger und Olga Wanninger. Einfach nur fantastisch, den beiden Frauen zuzusehen. Überragend auch Klaus Wenk in seiner Rolle als „Franz Josef Strauß“. Eine echte Überraschung war auch der Auftritt der Gemeindechefin Irmgard Sauerer, die im Stück die Leiterin der Klinik Seeligental spielt und deren Ähnlichkeit mit der Staatschefin Merkel ebenso unverkennbar ist. Kein Wunder, dass alle knapp 500 Besucher ebenso begeistert waren wie die Schirmherrin Tanja Schweiger, die es sich nicht nehmen ließ, nach einem anstrengendem Abend noch bei der Premiere vorbeizuschauen und allen zum Erfolg gratulierte. Und selbst der SZ-Feuilletonkritiker Egbert Toll war erneut begeistert. Das Stück wird nochmals am 27. und 28. Oktober sowie am 3. und 4. November aufgeführt.

Zurück

Einen Kommentar schreiben