Aktuelle Nachrichen

"Die letzte Patrone" - Django Asül in Rettenbach

Heiterer Nahkampf in der Metropole

Django Asül berichtet in Rettenbach unter anderem über Alois Hamperls Stadtführung: „Echt interessante 20 Sekunden“.

Rettenbach. „Ein grandioses Publikum hier, es ist immer gut, in Metropolen zu spielen, so wie hier in Rettenbach“, zeigte sich Django Asül bei seinem Auftritt begeistert, ebenso wie von der Herzlichkeit, mit der er hier aufgenommen worden sei: „Bürgermeister Hamperl hat extra eine Stadtführung für mich organisiert – das waren echt interessante 20 Sekunden.“

Django Asül aus Hengersberg, überzeugter Niederbayer mit türkischen Wurzeln, gab auf Initiative des Rettenbacher Kultur-am- Höllbach-Teams ein Gastspiel mit seinem Programm „Letzte Patrone“ im „Rettenbacher Hof“.

Rettenbach, Regensburg, Kitzbühel

Er habe schon seit seiner Jugend davon geträumt, mal hier auftreten zu können, erklärte Django Asül, warum er der Einladung gerne gefolgt sei, denn auch in Niederbayern genieße Rettenbach einen mondänen Ruf: „Rettenbach ist für Regensburg, was Kitzbühel für München ist.“ Auch in der Geschichte tauche Rettenbach immer wieder auf. Er müsse das wissen, schließlich habe er in diesem Fach Abitur gemacht. „Die Kelten waren hier, die Germanen – das waren Deutsche mit Alkoholproblemen – und danach kamen die Bajuwaren. Die reden auch ohne Alkohol so seltsam.“ Nicht nur bei diesem Rückblick auf die bewegende Geschichte habe Django Asül festgestellt, dass auch ihm die Zeit davonlaufe. Deshalb denke er schon über eine Geschäftsübergabe nach, berichtete er dem Rettenbacher Publikum. Wobei das in seinem Metier gar nicht so einfach sei. Da brauche man nämlich nicht nur ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, sondern auch eine Bestätigung vom Kanzleramt, dass man keine Schmähgedichte verfasse.

Themen für die Arbeit als Kabarettist jedoch gebe es laut Django Asül genug, auch in so beschaulichen Gegenden wie Niederbayern und der Oberpfalz. In Hengersberg habe man kürzlich eine Bürgerwehr gegründet – ohne Unterstützung durch einen Kampfhund, denn ab und zu gehe ja eh die Nachbarskatze mit. Pfefferspray sei auch tabu, schließlich benutze man ja auch kein Deospray. Als Nahkampfwaffe diene stattdessen eine Pfeffermühle, riesengroß, aus Gusseisen. Am Cappuccino-Stammtisch werde auch regelmäßig über aktuelle Themen diskutiert. Zum Beispiel über ökologische Probleme. Da habe er ein gutes Gewissen, erklärte der Kabarettist stolz, denn mit seinem V8 Bi

Turbo als Dienstwagen sei er so schnell unterwegs, dass er die Umwelt nur ganz kurz belaste. Auch beim Schüleressen werde immer mehr auf Nachhaltigkeit geachtet. Es würden nur regionale Gerichte verwendet. Wenn auch die Region mal 400 Kilometer entfernt sei. Elektroautos seien natürlich auch eine gute Lösung für die Zukunft. Möglicherweise sogar selbstfahrend, dann könne die sparsamste Weise einprogrammiert werden. Wobei diese elektronische Steuerung aber auch Risiken bergen könne. „Stell dir vor“, erklärte Django Asül seinem Publikum, „du sitzt im Auto, denkst, es geht zum Sport, dann programmiert deine Frau um – und du landest bei den Schwiegereltern zur Gartenarbeit!

„Köpfe müssen rollen“

Oder auch die Unfallgefahr: „Du bist unterwegs, zwei Kinder laufen auf die Straße, rechts gehen zwei Rentner, links drei Flüchtlinge – dann entscheidet die politische Gesinnung des Programmierers über den Weg.“ Heiße Diskussionen habe es am Hengersberger Stammtisch auch nach den Bundestagswahlen gegeben. Da sei man dann schon erleichtert gewesen, dass die CSU nach den enttäuschenden Ergebnissen Handlungsbereitschaft signalisiert habe. „Köpfe müssen rollen“, wurde lautstark verkündet. Schon war Ancelotti weg! (rbk)

Text und Fotos: Peter Barstorfer-Klein, Bayerwald Echo

2017 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)

Spürbare Freude an der Fotografie: Perspektivenwechsel im Bürgerhaus

The sky ain´t the limit.“ Der Himmel kann nicht die Grenze sein. Der Titel einer Fotografie ist schon ein verbindender Faden der Ausstellung „Perspektivenwechsel“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur.Landschaften“ des Landkreises. Simon und Jonas Herdegen betrachten Leben und Landschaft gerne aus dem Blickwinkel der Vögel. Sie schauen auf Wege und Wälder, auf Umwelt und Natur, die wie beim Exponat „Deep in the woods“ im hellen Schein des Winterwunderlandes ihre Wirkung entfalten. Ansichten, die Eindruck machen. Licht und Schatten, freie Sicht und Nebelschwaden sind zum guten Teil der Kompass bei den 16 Kompositionen, die ihre Qualität durch die feine digitale Bearbeitung gewinnen. Ein hohes Maß an Professionalität bestätigen die Werke der beiden jungen Neutraublinger, die ganz offensichtlich mit der Kamera und mit der Vielfalt der technischen Möglichkeiten umgehen können. Die Darstellungen bekräftigen vor allem auch eine spürbare Freude an der Fotografie.

Gefallen gefunden an den Ergebnissen hat nicht allein Bürgermeister Anton Rothfischer, der am Samstag im Bürgerhaus die Ausstellung bei „K.i.W.“ eröffnete. Den Respekt verdienten sie sich bei der Vernissage, musikalisch begleitet von Mike Reisinger, auch von einem fachkundigen Experten auf diesem Gebiet. „Narrative Komponenten“ bescheinigte der Fotodesigner Johannes Paffrath den Bildern, ein erzählendes Format, eine unkonventionelle Herangehensweise an die Motive, ein sicheres Auge für Atmosphäre, Stimmungen und Situationen. „Fotografie“, so der Standpunkt des Regensburgers, „ist das Medium par excellence, wenn es um Vergegenwärtigung geht.“

Die Laudatio auf Simon (21) und Jonas (18) Herdegen erweiterte noch der Kulturreferent des Landkreises, nach dessen Einschätzung diese anspruchsvollen Porträts für die ganze Region von Interessen sein sollten. Zudem, so Dr. Thomas Feuerer, seien diese Aufnahmen eine ideale Ergänzung zum Jahresthema Kultur und Landschaft und somit ein würdiger Abschluss der Veranstaltungsreihe. Die bedankten sich schließlich noch für die Anerkennung, Aufmerksamkeit und die große Hilfsbereitschaft, die sie bei der Vorbereitung der Ausstellung bei Hans Festner und seinen aufgeschlossenen „K.i.W.“-Mitarbeitern erfahren durften. Den „Perspektivenwechsel“ können Interessenten bis einschließlich 19. November jeweils freitags, 18 bis 20 Uhr, und sonntags von 14 bis 16 Uhr begutachten. Der Eintritt im Bürgerhaus ist frei.

2017 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Handgemacht: Konzert der Old Folks - Klassiker ohne Schnickschnack

Was erlebt jemand, der in einer Boazn in New York oder Regensburg oder sonstwo an einem Samstagabend Musik macht ? Wie geht es ihm zwischen Träumern, Einsamen, Schluckspechten ? Was sieht er ? Was denkt er? In dem Stück „Musikant“ befasst sich das Trio „Old Folks“ genau mit diesen Fragen; die Musiker haben der weltberühmten Melodie des Titels „Piano Man“ von Billy Joel einen bayerischen Text verpasst. Diese Nummer war einer von vielen Höhepunkten des Konzerts, das „Old Folks“ am Samstagabend im Bürgersaal gegeben haben.

Die drei besangen Eindrücke aus Sicht eines Kneipen-Musikanten: Die Gäste beschäftigen sich mit Schalke 04 oder Franz-Josef Strauß, jeder redet, keiner hört zu, „Hauptsach’, ma sauft ned alloa“. Der Refrain geht so: „Sing uns dei Liad, he, du Musikant, sing uns dei Liad heid afnacht ! Mia wart’n draf, dassd’ a Gaudi machst, mia ham scho lang nimmer g’lacht !“

Es war ein Streifzug durch den Folk, zu dem die Gruppe am Samstag einlud. „Das ist die Musik aus meiner Jugend“, sagte Kultur-in-Wörth-Chef Johann Festner, mit diesen Stücken sei er aufgewachsen, deshalb sei das heute „schon ein besonderes Highlight“. Das kann man so stehen lassen. Zu sehen, oder vielmehr zu hören war im Bürgersaal eine bemerkenswerte Symbiose: Drei herausragende Einzelmusiker aus unterschiedlichen Richtungen ergänzten sich, verschmolzen. Da war zum einen Hans „Yankee“ Meier an der Gitarre, der als Musiker, Komponist und Dozent tätig ist und aus der Jazz-Richtung kommt. Da war Sepp Frank am Akkordeon, er entstammt dem Folk- und Chanson-Genre. Und dann war da noch Wolfgang Berger am Kontrabass, der als Bassist in diversen Gruppen aktiv ist. Es war eine interessante Mischung, ein interessantes Aufeinandertreffen, solistische Elemente kontrastierten mit dreistimmigem Gesang.

Und all das kam ohne Schnickschnack aus, ohne Hilfsmittel, ohne Drumherum. „Old Folks“ spielen, wie man heute zu sagen pflegt, unplugged, nur akustisch also, „zu 100 Prozent handgemacht“, so steht es auf der Homepage. Es ist eine sehr ehrliche Art des Musizierens, auch eine sehr ursprüngliche. Der große Bob Dylan spielte anfangs zum Beispiel nur unplugged, als er 1965 beim Folk-Festival in Newport dann doch zur E-Gitarre griff, waren einige seiner Anhänger richtiggehend bestürzt.

Sozialkritischer Song

Apropos Dylan: Mit dem Nobelpreisträger eröffneten „Old Folks“ das facettenreiche Programm, wobei Sepp Frank augenzwinkernd anmerkte, dass er sich die Auszeichnung „sofort, auf der Stelle gekrallt“ und keineswegs so lange abgewartet hätte. Im Programm hatten die Künstler außerdem das Stück „San Francisco Bay Blues“ von Jesse Fuller oder „So Long, Marianne“ von Leonard Cohen, ein „ganz schönes Liebeslied“, wie Frank meinte. Das Trio präsentierte darüber hinaus den sozialkritischen Song „Sixteen Tons“. Wie Meier erzählte, hatte er mal eine Schallplatte von Freddie Quinn, auf der das Stück „Sie Hieß Mary Ann“ enthalten war. Im Original stammt dieses Lied von Merle Travis, es handelt von der Schufterei in US-amerikanischen Kohleminen.

„Wir reden viel über Ärzte“

Vertreten war überdies der Singer-Songwriter Jim Croce. Sepp Frank erzählte in diesem Zusammenhang von seiner Zeit in Amerika, wo er mit der Quetschn in Lokalen auftrat. Damals, 1973, seien Croces Lieder im Autoradio rauf und runter gelaufen. Der Musiker, der im Alter von 30 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, sei ein „richtiges Brackl“ gewesen, erinnerte sich Frank: „Eigentlich erstaunlich, dass der so gefühlvolle Balladen gemacht hat.“ Eine dieser Balladen, „Alabama Rain“, trug das Trio mit sanfter Stimme vor, ein Hauch von Melancholie schwang mit.

Deutlich schneller und schwungvoller kam der Klassiker „Midnight Special“ von der Band „Creedence Clearwater Revival“ daher, die Zuhörer im restlos besetzten Bürgersaal klatschten mit, sangen mit, wippten mit den Füßen, geizten nicht mit Applaus. Bei vielen wurden Erinnerungen an die Sechziger- und Siebzigerjahre wach.

Im zweiten Teil war das Stück „House Of The Rising Sun“ von den „Animals“ dabei, oder „Fire“ von Bruce Springsteen. Ein originelles Arrangement von „Honky Tonk Woman“ von den „Rolling Stones“ (Anmoderation: „Vom Jaaga Mich und seine Stoana Buam“) ließ aufhorchen. Passend zum 20. Todestag von John Denver verabschiedete sich das Trio mit dem Klassiker „Leaving On A Jet Plane“. Ihr Konzert würzten die Musiker mit reichlich Humor und einem Schuss Selbstironie. Man gehöre schön langsam natürlich zum älteren Semester, „wir reden viel über Ärzte und Arzttermine und so“, erzählte Frank schmunzelnd. Doch neulich habe er den Reinhard Mey gesehen, der sei jetzt 74 Jahre alt und habe drei Stunden auf der Bühne durchgehalten – ohne einen Schluck zu trinken, staunte Meier. Dass Mey ohne Getränk ausgekommen sei, liege wahrscheinlich daran, „dass er kein Bayer ist“.

Unter dem Strich war es ein gelungener Abend – mit Sicherheit. „Angst muss heute keiner haben“, scherzte Festner, im Publikum saßen nämlich hochrangige Polizisten. Bürgermeister Anton Rothfischer hatte die Dienststellenleiter des Landkreises eingeladen, vor dem Konzert hatte man gemeinsam mit den Musikern eine Wildsau verspeist. Das Konzert verfolgten die Beamten dann sichtlich angetan.

[Simon Stadler, Donau-Post]

2017 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Literatur.Landschaften in den Bürgersaal verlegt

Wegen zu erwartender Nässe und Kälte wird  die Veranstaltung Literatur.Landschaften (Samstag, 02. September, 19:30 Uhr) in den Bürgersaal, Ludwigstr. 7, Wörth/Do. verlegt.

2017 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Klostermarkt 2017

Artikel von Daniela Schmidbauer in der Donau Post (Ausgabe vom 08.08.2017)

Frauenzell. (das) Das Frauenzeller Stiftungsfest (700 Jahre Kloster Frauenzell) und der siebte Klostermarkt waren ein toller Erfolg für die Dorfgemeinschaft Frauenzell. Viele hundert Besucher, schätzungsweise mehr als 1 000, waren am Wochenende zu Gast in der kleinen Vorwaldortschaft.

Weiterlesen …

2017 von Gabriele Hollschwandner (Kommentare: 0)

Märchen im Höllbachtal mit Edeltaud Forster

Jung und Alt lauschen Märchen in der „Hölle“

RETTENBACH. Für Märchen ist man nie zu alt. Im Rahmen der Veranstaltungen von „Donau.Wald.Kultur“ fand kürzlich im wunderschönen Höllbachtal eine Märchenstunde mit Edeltraud Forster aus Wörth a. d. Donau statt. Ute Kahler vom Kultur-am-Höllbach-Team der Gemeinde Rettenbach zeigte sich überrascht, wie viele Menschen der Einladung gefolgt waren und konnte an die 50 Besucher inmitten der „Hölle“ willkommen heißen.

„Der Wald war schon immer ein Sehnsuchtsort, der tief verwurzelt in der Identität der Deutschen ist.“ Der Dichter Joseph von Eichendorff stilisierte den Wald zum romantischen Motiv schlechthin, dem Rückzugsort, an dem Mensch und Natur noch harmonieren. Und Märchenerzählerin Edeltraud Forster fügte hinzu, dass der Höllbach mit seinem Mischwald wirklich ein Ort zum Träumen sei.

Dann erzählte sie den zahlreich erschienenen Besuchern zunächst das Märchen „Die Alte im Wald“ und die Geschichte von „Jorinde und Joringel“ aus der Feder der Gebrüder Grimm. Sehr gespannt warteten die Besucher jedoch auf die „Braut des Wassermanns“ – ein Märchen, das viele bis zu diesem Tag nicht kannten. Auch Edeltraud Forster sagte, dass sie diese Geschichte nur selten erzähle, da die Umgebung einfach immer nicht passe. Aber dieses wunderschöne Fleckchen hier am Höllbach sei wie dafür geschaffen.

Nach kurzer Pause hörten die Anwesenden noch die lustige Geschichte von der „Wassernixe“ sowie ein Persisches Märchen und zum Schluss erzählte sie die Geschichte „Die Wimper des Wolfes“ aus „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés. Diese moderne Erwachsenengeschichte spiegelt die Weisheit des Alters wider. „Durch die Wimper des Wolfes konnten alle Dinge, die wahr waren, und alle Dinge, die falsch waren, alle Dinge, die gegen das Leben gerichtet waren, und alle, die dem Leben zugewandt waren, alle Dinge, die nur durch die Augen derer zu sehen sind, die das Herz mit dem Herzen abwägen und nicht nur mit dem Verstand erkannt werden.“ Edeltraud Forster machte den Zuhörern deutlich, dass die wichtigste Frage im Leben sei: „Wo ist die Seele?“ und ermunterte ihre Zuhörer, sich auf das Wunder des Lebens einzulassen. „Geh hinaus in den Wald, geh hinaus. Wenn du nicht hinaus in den Wald gehst, wird nie etwas passieren und dein Leben wird nie beginnen.“

Von Anfang bis Ende zog Edeltraud Forster die Anwesenden mit ihren Märchen, die ausnahmslos vom Wasser und vom Wald handelten, in ihren Bann. Sie trug dabei jede einzelne Geschichte auswendig mit viel Gestik und Mimik vor und erntete dafür großen Applaus.

Daniela Eigenstetter und Ute Kahler vom Kultur-am-Höllbach-Team bedankten sich bei Märchenerzählerin Edeltraud Forster für diesen schönen Abend mit einem Präsent und richteten auch an Elisabeth Schmuck vom Höllbachhof, die für die Anwesenden einen kleinen Imbiss zur Verfügung gestellt hatte, ein Dankeschön.

Text und Fotos: Doris Kröller, Donau-Post

2017 von Daniela Eigenstetter (Kommentare: 0)

Schriftsteller/Künstler aus der Gemeinde Pfatter gesucht!

Das Projekt Donau-Wald-Kultur, bei dem die Gemeinden Pfatter, Wiesent, Wörth, Brennberg und Rettenbach kulturell zusammenarbeiten, plant die Herausgabe eines gemeinsamen Buches. Darin sollen heimatbezogene oder von örtlichen Literaten/Künstlern verfasste Texte und Bilder erscheinen. Das können Geschichten, Gedichte, Lieder, Gemälde, Grafiken oder auch besondere Fotografien sein. Historisches oder Aktuelles, Ernstes oder Humorvolles, Wissenswertes, Unbekanntes oder auch Bekanntes ist gefragt. Vor allem auch die Jugend wird aufgerufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Wer für die Gemeinde Pfatter einen Beitrag zu dem Buchprojekt leisten kann oder Informationen benötigt, kann sich bei Isabella Binder vom Arbeitskreis Kultur der Gemeinde Pfatter melden (Tel. 09481/1224 oder Email: be.binder@gmx.de).

2017 von Johann Festner (Kommentare: 0)

Wald­spa­zier­gang mit fi­de­len Stadt­mu­si­kan­ten

Märchen sind ein Kulturgut. Sie bezaubern, berühren und gehen zu Herzen [...]. Alternative Wahrheiten sind diesen Geschichten fremd. Der Erkenntnis, die die Bremer Stadtmusikanten vereint, ist schwerlich zu widersprechen: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.“ Am Sonntag machten sich diese Vertreter der Tierwelt auf den Weg durch das „Paradies“, das dem Jugendensemble der Kolping-Theaterbühne eine wunderbare Kulisse für die großartige Inszenierung dieser Fabel geboten hat.

Der Kulturpreisträger des Landkreises von 2016 ist seinem Ruf und Renommee als tolle Truppe, die das Publikum überzeugt und begeistert, beim „K.i.W.“-Märchenspaziergang im Rahmen der Landkreis-Veranstaltungsreihe „Kultur-Landschaften“ voll und ganz gerecht geworden. Wieder einmal. Die 15 Darsteller haben von Anfang an einen ausgezeichneten Eindruck gemacht, weil ihre Betreuer Traudl und Hans Eigenstetter bei den Proben und den organisatorischen Vorbereitungen ganze Arbeit geleistet haben. Ihnen gelingt es immer wieder, Mädchen und Buben zu motivieren und für das Kolping-Kollektiv zu gewinnen. [...] 

Geschichte und Gruppe ergreifen Partei für Toleranz und Mitgefühl, für Verständnis und Verantwortungsbewusstsein, für Rücksichtnahme und Güte, für etwas mehr Gefühl und Sensibilität. Diese Erzählung [...] missbilligt Ausgrenzung, Abschiebung und Aggressivität, Unbarmherzigkeit und emotionale Kälte. Sie beklagt das schlimme Schicksal von Esel Heribert, der alt, schwach und lästig ist, der seinen Eigentümern nicht mehr von Nutzen sein kann und nur noch eine Last ist. Die Hausfrau ist gleich fertig: Ab zum Metzger, dann kommt wenigstens noch eine herzhafte Salami zur Brotzeit auf den Tisch.

Die Anteilnahme bezieht sich auf den armen, schwerhörigen und müden Hund, für den der Jäger keine Verwendung mehr hat, ebenso auf die liebe Katze „Chanse Lise“, die keine Mäuse mehr fängt und eine ungnädige Frau mit dem Sonnenschirm ertränken will, und auf den „grande Gogolo“ Jakomo, der trotz seines ausgeprägten Selbstbewusstseins beim Bauern in Ungnade gefallen ist, der dem Beil zum Opfer fallen und im Suppentopf landen soll.

Dennoch werden sie gebraucht, ganz dringend sogar. Eine Familie, bei der sich ein Räuber-Trio einquartiert hat, benötigt Hilfe. Sie leisten Beistand, gerne und selbstverständlich. An der siebten und letzten Station nehmen sie die Bande gefangen und übergeben sie einem glücklichen Polizisten.Schon bei der Premiere am Sonntag haben sie vor dem strömenden Regen mit einem ansprechenden Auftritt ihre beachtlichen Qualitäten bestätigt. Fanny Raith, Selina Ostermeier, Miriam und Julia Fuchs, Elisabeth Keil, Doris Vogel, Monika Rothermund, Anna und Felix Schmautz, Martin Seidl, Bonifaz Berger, Daniel Brandt, Lukas Ostermeier, Erich Gstettner, Jürgen Giebl und nicht zuletzt Martin Seidl, der auch die musikalischen Akzente setzte, bilden eine homogene Einheit, die der für die Kulisse zuständige Alois Gmeinwieser ergänzt. [...]

[Text und Bild: Donau-Post, Sepp Raith]

2017 von Johann Festner (Kommentare: 0)